ausland

Freundliche Umwege statt Blumen



Petra Motte Petra Motte ist lizenzierter Coach für interkulturelles Training und bereitet Expatriates auf ihren Auslandsaufenthalt vor. Sie weiß genau, wie man Fettnäpfchen vermeidet und als Frau in Asien nicht nur beruflichen Erfolg findet, sondern bereichernde Lebenserfahrung sammelt.
Von Daniela Kebel

„Bloß keine Blumen mitbringen“, warnt Petra Motte. „Die bedeuten ,abgeschnittenes Leben‘, und je nach Farbe sind sie sogar ein Symbol für den Tod.“ In Rollenspielen bereitet die lizenzierte Trainerin ihre Klienten auf den Auslandsjob in Südostasien vor. Ohne interkulturelles Training sollte heute niemand mehr in der Ferne arbeiten. „Da gibt es zu viele Fettnäpfchen, in die man treten kann“, weiß die Beraterin aus eigener Erfahrung. Sie hat in Manila, Bangkok und bis vor kurzem vier Jahre in Singapur gelebt – jetzt ist sie der „Asien-Coach“ für alle, die beruflich den Schritt in den fernen Osten wagen wollen.

Der Job ist die eine Welt, das Privatleben die andere. Welche schwieriger zu managen ist? „Ganz klar die private“, sagt Petra Motte. Denn in einem asiatischen Land ticken die Uhren einfach anders. Vom Führerschein über das Mieten einer Wohnung bis zu Versicherungen und dem Arztbesuch ist alles fremd. „Man muss sich vorab sehr gut informieren, damit der Aufenthalt in Asien kein Sprung ins kalte Wasser wird.“ Schon allein den richtigen Supermarkt zu finden und zu wissen, wo man wie lange parken darf, kann eine Herausforderung sein. „In Singapur gibt es beispielsweise sehr strikte Regeln, was Parktickets anbelangt“, erzählt die Asienkennerin und fügt hinzu: „Unwissenheit schützt da leider nicht vor hohen Geldstrafen.“

Allerdings hat auch die neue Arbeitsumgebung ihre Besonderheiten. Der Job selbst ist zwar bekannt, die Kollegen aber neu. „Das Wichtigste vor der Reise ist eine intensive Vorbereitung auf die Mentalität“, so Motte. „Ob Lob, Kritik oder Smalltalk – plötzlich gelten ganz andere Regeln der Kommunikation.“ Asiaten beispielsweise sprechen Schwierigkeiten nie geradeheraus an, versuchen selbst Lösungen zu finden, anstatt sich hilfesuchend an Vorgesetzte zu wenden. „Gesichtsverlust ist ihre größte Sorge. Da muss man sich sehr zurückhalten mit Kritik.“ Vor allem Frauen, die letztlich in Deutschland ihre Führungsposition durch hohe Qualifikation und Durchsetzungsvermögen erreicht haben, sollten einen Gang zurückschalten. „Freundliche Umwege“ nennt Motte ihre Taktik. „Eine emanzipierte Frau tut in Asien gut daran, sich sehr höflich gegenüber den Untergebenen zu verhalten und sich niemals mit ihnen zu streiten.“

Zumal auch Hierarchien anders aufgebaut sind: „In Deutschland entscheiden Leistung, Kompetenz und Engagement über die Position in der Firma. In Asien hängt vieles von der Herkunft ab.“ Wer aus einer reichen, angesehenen Familie stammt, gelangt in eine hohe Position im Job. Qualifikation ist da oft Nebensache. „Sich durchzusetzen, ohne dass Kollegen ihr Gesicht verlieren, ist schwer genug. Dazu kommt, dass viele Gesellschaften Frauen entweder keine Führungsrolle zugestehen oder diese im Gegenteil als selbstverständlich erachten. Auf beide Fälle sollte man sich vorbereiten“, sagt die Trainerin.

Hat man den Bogen aber erst einmal raus, sollte es doch laufen, oder? „Jeder kommt in Situationen, in denen er automatisch agiert“, sagt Motte. „Das sind unsere anerzogenen Verhaltensweisen, die das Leben in unserem Kulturkreis ermöglichen.“ Ablegen könne die niemand – egal, wie lang der Auslandsaufenthalt dauert. Für eine gewisse Zeit wird aber die eigene Mentalität überlagert von den Umgangsformen im fremden Land. „Das ist anstrengend“, erinnert sich die Trainerin an ihre Jahre in Asien. „Überall lauern Fettnäpfchen.“ Wird man beispielsweise zu einer Hochzeit eingeladen, müsse man unbedingt vorher den Dresscode erfragen. Und sich erkundigen, in welchem Restaurant gefeiert werde. „Es ist üblich, Geldgeschenke im Wert des eigenen Essens mitzubringen“, erzählt Motte.

Bei aller Faszination für das Neue sei es wichtig, sich im Ausland sofort Rückzugsorte zu schaffen, in denen man ganz nach seiner eigenen Kultur leben könne. Dass man sich deutsche Bekannte und Freunde suche und zu Hause möglichst auch nur die Muttersprache spreche. „Sonst verliert man sich in der kulturellen Mischform und findet sich weder in der Heimat noch im Ausland hundertprozentig zurecht.“

Die zentrale Frage, die Petra Motte im Coaching stellt, ist, ob derjenige sich wirklich auf das asiatische Land einlassen kann. Dafür gibt es einen Fragenkatalog, der die grundsätzliche Fähigkeit und Bereitschaft dazu ermittelt. Dieser Intercultural Readyness Check gibt Kandidaten, Coach und auf Wunsch auch dem Personalchef Aufschluss darüber, ob der richtige Mitarbeiter ins Ausland entsandt wird. „Geht der falsche, ist es für ihn selbst keine gute Erfahrung, und es kostet die Firma viel Geld. Denn letztlich hängt ein kompletter Umzug dran, eventuell mit Partner, Familie und Haustieren.“ Einmal entschlossen, sollten aber vor allem Frauen die Chance eines Auslandaufenthaltes nutzen, um von den Erfahrungen zu profitieren. „Wer ein Team in Asien geleitet hat, wird künftig in wichtige Prozesse einbezogen, Fähigkeiten werden schneller anerkannt.“ Und was ist der Lohn, wenn der Expatriate im Ausland erfolgreich war? „Das gibt Selbstbewusstsein! Vor allem deshalb, weil man sich jahrelang in einer fremden Sprache allen Herausforderungen stellen musste“, resümiert Motte und fügt hinzu: „Alles Weitere im Job wird dann ein Spaziergang.“

Intercultural Readyness Check (IRC)
Der Test basiert auf 63 Fragen zum Thema interkulturelle Kommunikation, Risikobereitschaft, Einfühlungsvermögen und interkulturelle Sensibilität. Mit mehr als 25.000 individuellen Profilen ist der Test ein weltweit anerkanntes Erhebungsverfahren, um die interkulturellen Kompetenzen zu messen. Am Ende wird ein Profil ausgedruckt, in dem typische Stolperfallen erläutert und mögliche Handlungsalternativen vorgeschlagen werden. In einem persönlichen Gespräch besprechen Teilnehmer die Ergebnisse mit ihrem IRC-Coach.

Die Teilnahme an diesem Test ist von einem interkulturellen Training unabhängig und kann auch einzeln gebucht werden. Der Test bietet eine fundierte Grundlage für Bewerbungsgespräche, gibt Hilfestellungen bei der Entscheidung für einen beruflichen Auslandsaufenthalt und informiert über individuelle persönliche Kompetenzen.

Weitere Informationen auf der Website von Petra Motte: www.movasis.com

 

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Kontrollierte Mobilität

Für Bauingenieure, die hauptsächlich Auslandsprojekte betreuen, sind Flexibilität und Mobilität unerlässliche Voraussetzungen. Dies heißt jedoch nicht, dass man auf sein soziales Leben verzichten muss, wie das Beispiel von Jan Loosen zeigt.
Von Christoph Berger

Selbst wenn das Gebäude im Süden von Katars Hauptstadt Doha schnurgerade verlaufen würde: Mit bloßem Auge wäre sein Ende wahrscheinlich nicht auszumachen. Über acht Kilometer lang ist der dort in den letzten fünf Jahren entstandene Gebäudekomplex, in dem sich Geschäfts-, Büro- und Wohneinheiten befinden. Seine Bruttogeschossfläche beträgt knapp 900.000 Quadratmeter – das entspricht etwa der Größe von 110 Fußballfeldern. Das Projekt trägt den Namen „Barwa Commercial Avenue“. Im Jahr 2009 war es mit einem Auftragsvolumen von 1,3 Milliarden Euro der bis dahin größte Einzelauftrag in der Unternehmensgeschichte von Hochtief.

Der 33-jährige Bauingenieur Jan Loosen war von Beginn an in das Projekt involviert. 2006 hatte er sein Studium an der FH Biberach abgeschlossen und direkt bei dem Baukonzern seine erste Stelle begonnen. „Bereits während des Studiums hatte ich mir die für mich relevanten Einstiegsmöglichkeiten über Praktika angesehen: Ingenieurbüro und Bauunternehmen“, erzählt er. Die Wahl fiel auf Letzteres, da er dort einen umfassenderen Blick auf die Projekte bekomme, wie er sagt. Und: „Ich fühle mich auf der Baustelle wohl.“ Ihm gefällt außerdem, dass er sämtliche Phasen eines Projekts begleitet: die Angebotsvorbereitung, die Start-up-Phase, in der die Baustelle eingerichtet wird, sowie die Ausführungsphase. Nachdem er in den Bewerbungsgesprächen und einem ganztägigen Assessment Center überzeugt hatte, startete er direkt im Bereich Major International Projekts. Die Niederlassung bearbeitet weltweit Großprojekte. „Der Reiz liegt für mich dabei noch heute in den Projektgrößen“, sagt er. „Und dann ist da noch eine andere, allerdings schwer zu beschreibende Komponente, die fasziniert.“ Loosen meint ein gewisses Gefühl der Spannung, dass bei Auslandsprojekten immer mitschwingt – und das Leben in anderen Kulturen für bestimmte Zeit.

Bereits im August 2007 flog er mit zehn Kollegen in den Golfstaat, um das dortige Umfeld zu erfassen und dem Auftraggeber ein Angebot zu unterbreiten. Später, in der Pre-Construction- Phase, wuchs das Team auf etwa 50 Kollegen an. „Zum Baustart folgten weitere 100 Kollegen aus Deutschland und 300 weitere lokale Angestellte. Dazu kamen etwa 15.000 Arbeiter auf der Baustelle“, schätzt er. Da gilt es, den Überblick zu wahren. Und die Arbeiten zu überwachen. Bauen im Ausland bedeutet besondere Rahmenbedingungen zu meistern: dazu zählen in Katar die klimatischen Bedingungen und die logistischen Voraussetzungen. „Bei dem Barwa- Commercial-Avenue-Komplex haben wir Produktionsunterschiede je nach Arbeitszeitraum in den Terminplan einkalkuliert“, sagt er.

Nach drei Monaten folgte Loosens Familie nach Katar. Das war eine seiner Bedingungen, um bis Mitte 2012 dort zu bleiben. Der inzwischen zweifache Familienvater sagt: „Hochtief bietet einen Familienvertrag an. Der war mir enorm wichtig.“ Überhaupt versucht das Unternehmen, für die Mitarbeiter eine ausgewogene Balance zwischen Beruf und Privatleben zu organisieren, zum Beispiel unterstützte Hochtief maßgebend die Gründung einer deutschen Schule mit Kindergarten in Katar.

Diesen Sommer schloss Loosen seine Arbeiten in Katar ab und kam mit seiner Familie zurück nach Deutschland. Doch an Stillstand ist nicht zu denken. Läuft alles nach Plan und gewinnt Hochtief den nächsten großen Auftrag, geht es für Jan Loosen, seine Familie und Kollegen wieder ins Ausland, voraussichtlich nach England. „Für Projekte ab einer Länge von zwei Jahren würden wir immer wieder ins Ausland gehen“, sagt er. Momentan steckt er mit seinem Team in der Angebotsphase für ein gewaltiges Brückenprojekt im Nordwesten der Insel – eines der Top-100-Infrastrukturprojekte weltweit. Es geht dabei nicht nur um den Bau einer sechsspurigen Brücke, sondern auch um deren anschließenden Betrieb. Und Loosen hat bereits wieder begonnen zu pendeln.

 

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Olá São Paulo – Hallo São Paulo!



São Paulo in Brasilien – eine der größten Städte der Welt. Joachim von Goetz wagte 2010 den Schritt und ging für SAP, einen Anbieter von Unternehmenssoftware, in die Millionenstadt. Er leitet dort ein Team des Co-Innovation Lab Brazil.

Joachim von Goetz Joachim von Goetz, 27 Jahre, studierte International Business Information Technology in Deutschland, England und Hongkong. 2004 startete er bei SAP, arbeitete in Deutschland, Singapur, USA und Japan.

Von Nina Augustat

Im Dezember 2010 bot mein Chef mir an, ein Team der SAP in São Paulo aufzubauen und zu leiten. Bevor ich meine Entscheidung endgültig traf, flog ich für eine Firmenveranstaltung nach São Paulo, wo ich meine zukünftigen Arbeitskollegen zum ersten Mal getroffen habe. Sie nahmen mich mit einer solchen Herzlichkeit auf, dass meine Entscheidung schon nach kürzester Zeit feststand.

Mein Team, das Co-Innovation Lab Brazil, leistet lokalen, regionalen und auch globalen Dienstleistungs-, Softwareoder Technologiefirmen technische Unterstützung bei der Entwicklung von Softwarelösungen. Wir arbeiten dabei eng mit anderen Bereichen der SAP zusammen – sei es in den lokalen Markteinheiten oder auch mit den globalen Abteilungen. So stellen wir sicher, dass die Lösung unsere Produktpalette funktional ergänzt, und versuchen, die Bedürfnisse unserer Kunden bestmöglich abzudecken. Es ist ein sehr interessantes Arbeitsumfeld, jedes Projekt ist einzigartig und bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Das macht es jeden Tag wieder spannend.

Wichtig ist mir, dass ich den Freiraum habe, meinen Arbeitstag so zu gestalten, wie ich das möchte. Glücklicherweise gibt es bei uns zum Beispiel eine Vertrauensarbeitszeit, wir haben also keine Stechuhr. Es kommt nicht darauf an, wann und wie lange wir im Büro sind, sondern darauf, dass wir unsere Aufgaben erledigen. Das ist besonders praktisch, wenn man mal etwas Privates erledigen muss. Ich glaube, dass das Thema Work-Life-Balance – unabhängig davon, in welchem Land man arbeitet – mittlerweile für fast alle Arbeitnehmer sehr wichtig ist und die Unternehmen erkannt haben, dass heute andere Faktoren zählen als lediglich ein gutes Gehalt und ein sicherer Arbeitsplatz. Aber es gibt sicherlich auch Unterschiede zwischen den Kulturen – meiner Erfahrung nach haben zum Beispiel die Asiaten ein anderes Verhältnis zu Arbeit und Freizeit als die Europäer.

In der „New York Times“ gab es einmal einen Reiseartikel, der den Kern der Stadt aus meiner Sicht sehr gut zusammenfasst. Er besagt ungefähr Folgendes: „São Paulo ist wahrscheinlich die hässlichste und gefährlichste Stadt, die du je lieben wirst.“ Die Sicherheit ist, neben der Infrastruktur, eine der größten Schwächen der Millionenstadt São Paulo. Außerdem machen allein die Größe und die Anzahl der dort lebenden Menschen es nahezu unmöglich, etwas in planbarer Zeit zu erreichen. Schon aus einigen wenigen Kilometern können, vor allem bei Regen oder nach Feierabend, schnell ein paar Stunden Autofahrt werden. Im Gegenzug bietet die Stadt aber vierundzwanzig Stunden am Tag alles, was man sich vorstellen kann – São Paulo ist eine Stadt, die niemals ruht. Es gibt für jeden Geschmack Stadtteile, immer wieder neue Restaurants und Bars, spontane Konzerte und kulturelle Veranstaltungen. Das Besondere: Überall wird man von brasilianischem Charme und Lebensfreude empfangen. Brasilien ist ein Land zum Erkunden und ein Land, auf das die Einwohner mit Recht sehr stolz sind.

Mit meinen neuen Kollegen bin ich schnell in Kontakt gekommen, und wir gehen oft abends gemeinsam etwas trinken oder am Wochenende ins Restaurant – es ist fast wie in einer großen Familie. Das Wichtigste ist, immer offen und flexibel zu sein, egal, was kommt, und sich dabei mit seiner eigenen Art möglichst gut in die lokale Kultur einzufinden. Zurückblickend fallen mir viele schöne Situationen ein, an die ich mich gerne erinnere – fast alle haben allerdings eines gemeinsam: Immer waren gute Freunde oder Kollegen dabei. Ich finde es toll, wenn man mit den verschiedensten Menschen an den unterschiedlichsten Orten Gemeinsamkeiten entdeckt und diese im Idealfall zusammenbringen kann.

Im Moment liegt mein Fokus auf dem Erfolg des Teams und der Partnerschaften. Ich möchte mein Team so etablieren, dass es erfolgreich ist und vor allem auch nach meinem Weggang – mit einem entsprechenden Nachfolger – weiterlaufen kann. Ich denke noch nicht darüber nach, wann ich gehen werde oder was ich danach machen werde. Klar habe ich Ideen, was kommen könnte, aber vor knapp zwei Jahren hätte ich auch noch nicht geglaubt, dass ich jetzt in Brasilien lebe. Planung ist zwar ein wichtiges Element der Karriere, aber man sollte sich nie die Möglichkeit verbauen, neue interessante Möglichkeiten spontan zu erkennen.

Mein erstes Visum ist zwei Jahre gültig, und vor kurzem habe ich meine Visumsverlängerung beantragt. Eines ist für die Zukunft klar: Ich möchte weiterhin mit verschiedensten Kulturen arbeiten und versuchen, diese miteinander zu verbinden. Ich will täglich mehrere Sprachen sprechen, spannende Ideen mit neuen Technologien realisieren und im Idealfall dabei neue Geschäftsmodelle oder -konzepte bauen. Vor allem aber möchte ich den täglichen Spaß und die Herausforderung nie verlieren.

 

Pause machen und Gutes tun
SAP-Mitarbeiter haben seit 2012 die Möglichkeit, ein „Social Sabbatical“ einzulegen. Für vier Wochen reisen sie in kleinen Teams in Schwellenländer und geben dort ihr Fachwissen in Strategie, Marketing, IT, Finanzwesen, Consulting oder Recht an Unternehmen und kleine Firmen weiter. Die SAP-Mitarbeiter haben dabei die Gelegenheit, ihre Führungsqualitäten weiterzuentwickeln, kulturelles Wissen zu vertiefen und Kontakte mit anderen Führungskräften aus aller Welt zu knüpfen.

Brasilien

Landesinformationen:

Größe: 8,5 Mio. km2
Einwohner: 192 Mio.
Hauptstadt: Brasília (450.000 Einwohner)
Klima: Durchschnittstemperatur in São Paulo: Januar 27°C/Juli 22°C
Landessprache: Brasilianisches Portugiesisch

Währung:
Real – 1 Euro = 2,58 Real (Stand: 07.09.12)

Flugdauer Direktflug:
Frankfurt – São Paulo circa 11 Stunden, Kosten: ca. 500 Euro

Essen:
Nationalgericht São Paulos ist die Feijoda, ein Bohnentopf mit verschiedenen Fleischsorten. Auch ein Besuch in einem typisch brasilianischen Restaurant lohnt sich: Beim Churrasco werden verschiedene Fleischsorten direkt am Tisch von einem Spieß geschnitten und serviert.

Zeitverschiebung:
GMT -3 Stunden

Einreisebedingungen:
Für die Einreise nach Brasilien benötigen deutsche Staatsangehörige einen gültigen Reisepass. Aufenthalte von bis zu 90 Tagen sind visumsfrei möglich.

 

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Ümit Konuray in Asien

karriereführer asien Ausgabe 2008.2009:

Seite 32 im Printmedium, “Bewusstseinserweiterung”

Ümit Konuray vor dem Taj Mahal im indischen Agra.
Ümit Konuray vor dem Taj Mahal
Quelle: Privat

Ümit Konurays erster Besuch bei einer Frauen-Selbsthilfe-Gruppe an seinem ersten Arbeitstag: “Ich war überwältigt und total aufgeregt”.
Ümit Konurays erster Besuch bei einer Frauen-Selbsthilfe-Gruppe
Quelle: Privat

Ümit Konuray mit Sarita, einer Mitarbeiterin von Gram Bharati Samiti. Am indischen Nationalfeiertag Raksha Bandan, dem Feiertag der Geschwister, wurde sie nach einem Ritual seine Schwester.
Ümit Konuray mit Sarita
Quelle: Privat

Ümit Konuray an Raksha Bandan mit einer weiteren Schwester – die ebenfalls Sarita heißt.
Ümit Konuray an Raksha Bandan
Quelle: Privat

Ümit Konuray mit einer Frauen-Selbsthilfe-Gruppe in Jaipur, die Schuhe herstellt.
Ümit Konuray mit einer Frauen-Selbsthilfe-Gruppe
Quelle: Privat

Ümit Konuray (rechts) mit seinen Kollegen von Gram Bharati Samiti: Mushtaq, Kusum, Sarita, Ajay, Bhawani, D.K.
Ümit Konuray mit seinen Kollegen von Gram Bharati Samiti
Quelle: Privat

Ümit Konurays Erlebnisse in Indien, China und Afghanistan lassen sich in seinen Blogs nachlesen: www.konuray.de

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Salut Paris! Hallo Paris!

Er mag Wind: Zwischen Uni-Abschluss und Berufsstart gönnte sich Ben Bisenius eine zweimonatige Pause zum Surfen in Australien. Jetzt kümmert sich der Diplom-Wirtschaftsingenieur um Windparks in Frankreich.

Ben Bisenius
Ben Bisenius, 28 Jahre, wurde in Luxemburg geboren. Er studierte an der Universität Flensburg Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Energie- und Umweltmanagement und schrieb seine Diplomarbeit beim Windenergieunternehmen wpd, einem international führenden Entwickler und Betreiber von Windenergieanlagen, das ihn anschließend anstellte. Als Projektmanager arbeitet er nun in Bremen und Paris.

Anfang Februar 2010 war ich mit dem Studium fertig, zwei Monate später bin ich bei wpd als kaufmännischer Projektmanager für die Projektentwicklung von Onshore-Windparks eingestiegen. Für den Job benötigt man auf jeden Fall einen kaufmännischen Hintergrund, technisches Verständnis ist aber auch von Vorteil. Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem Wirtschaftlichkeits- beziehungsweise Prognoserechnungen, Projektfinanzierungen und -prüfungen sowie laufendes Projektcontrolling und betriebswirtschaftliche Konzeption. Außerdem begleite ich die Verhandlungen.

Da ich aus Luxemburg stamme, bin ich mehrsprachig aufgewachsen. Für mich war daher früh klar, dass ich in meinem späteren Berufsleben die französische und die deutsche Sprache kombinieren möchte. Meine Muttersprache ist Luxemburgisch, man lernt allerdings von Beginn an Deutsch und Französisch in der Schule. Vor dem Hintergrund, dass in Luxemburg die Entfernung zu den Nachbarländern Frankreich, Deutschland und Belgien selten mehr als 30 Kilometer beträgt, ist es auch sinnvoll, die jeweilige Sprache zu sprechen, denn Luxemburgisch beherrschen nur die wenigsten.

So ist es naheliegend, dass ich bei wpd für Projekte in Frankreich tätig bin. Ich arbeite immer an mehreren Projekten gleichzeitig, diese sind über ganz Frankreich verteilt. Da die Standorte von Zeit zu Zeit besichtigt werden müssen, sehe ich auch einiges vom Land. Während in Deutschland darüber gesprochen wird, wann die letzten Atomreaktoren abgeschaltet werden sollen, laufen in Frankreich 58 Reaktoren, die 70 bis 80 Prozent des Strombedarfs sicherstellen. Neue Reaktoren sind im Bau. Gleichzeitig werden jedoch Windräder errichtet, denn man will den „Erneuerbare Energien“-Zug nicht verpassen. Der Windkraftmarkt in Frankreich ist zwar noch lange nicht so weit wie in Deutschland, doch die installierte Windleistung steigt stetig an. Die derzeitige installierte Leistung der Anlagen beträgt etwa 7000 Megawatt und wird zu wesentlichen Teilen in Nordfrankreich produziert: Die meisten Windenergieanlagen entstehen in der Picardie und der Normandie.

Ich arbeite in der kaufmännischen Abteilung der französischen Projektentwicklung, habe aber auch viele Berührungspunkte zur technischen Projektentwicklung. Letztlich bin ich etwa die Hälfte der Zeit in Bremen, wo ich auch eine Wohnung habe. Die andere Hälfte meiner Zeit verbringe ich in Paris, wo wpd eine Wohnung für mich angemietet hat. Mit den französischen Kollegen klappt die Zusammenarbeit genauso gut wie mit den deutschen – alle sind sympathisch und hochmotiviert. Hilfreich ist, dass in unserem Pariser Büro in Boulogne-Billancourt ein sehr junges Team arbeitet und wir teilweise auch über den Beruf hinaus ähnliche Interessen haben.

Paris kannte ich schon, bevor ich dort gearbeitet habe. Es liegt ja nur zwei Stunden Zugfahrt von Luxemburg entfernt. In Paris wird teilweise deutlich später mit der Arbeit begonnen als in Deutschland. Das kommt mir als Langschläfer zugute. Die Annahme, die Franzosen würden weniger arbeiten als die Deutschen und hätten die berühmte 35-Stunden-Woche, ist aber ein Irrglaube. Der Arbeitsbeginn ist in Paris zwar später als in Deutschland – was auch darauf zurückzuführen ist, dass viele Leute aufgrund des dichten Verkehrsaufkommens in Paris nicht früher zur Arbeit erscheinen können –, aber die Franzosen arbeiten teilweise abends deutlich länger. Eine 35 Stunden- Woche hatte ich dort bisher auf jeden Fall noch nicht.

Das Klischee des „Savoir-vivre“ trifft hingegen schon eher zu. Wobei die Franzosen diesen Begriff eher für „gutes Benehmen“ nutzen und das, was Deutsche meinen, eher als „L’art de vivre“ bezeichnen würden. Diese Lebenskunst vieler Menschen in Frankreich besteht beispielsweise darin, nach dem Feierabend noch auf der Terrasse eines Cafés zu sitzen und den Tag mit Freunden ausklingen zu lassen. Grundsätzlich wird in Frankreich viel mehr Wert auf das Essen gelegt, sowohl in kulinarischer als auch in sozialer Hinsicht. Die Leute nehmen sich einfach viel mehr Zeit dafür. Wenn ich in Paris bin, nutze ich manchmal das Wochenende, um meine Familie in Luxemburg zu besuchen.

In die berufliche Zukunft schaue ich nicht allzu weit, das ist vielleicht auch ein wenig französisch geprägte Mentalität. Fakt ist: Die Windbranche gefällt mir, und ich fühle mich wohl bei wpd, der Umgang miteinander ist sehr persönlich. Wir duzen uns alle – 670 Mitarbeiter weltweit.

 

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Überblick

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Ein Studium kann ganz schön ins Geld gehen, Stipendien, Bafög oder Auslands-Bafög bieten Unterstützung und Sicherheit.

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Wege ins Ausland – Auslands-BAFöG

Seit dem 1. April 2001 bestehen neue Richtlinien für das Auslands-BAFöG. Jetzt kann jeder im Ausland (weltweit) BAFöG erhalten, auch wenn er in Deutschland keine Zahlungen erhält.
Die Förderung kann bis zum Ende der Studienzeit gehen und gilt für alle Studienrichtungen.
Eine Ausnahme stellt jedoch das EU-Ausland dar. Hier erhält nur der Student BAFöG, der auch in Deutschland eine Förderung erhält.
Kenntnisse der Landessprache sind Voraussetzung. Auch muss der ständige Wohnsitz in Deutschland sein. Die Förderung ist in erster Linie vom Einkommen abhängig und richtet sich nach dem Gastland.
Reisekosten, Kosten für die Krankenversicherung und Studiengebühren (bis 4600 Euro pro Studienjahr) können übernommen werden.
Der Antrag muss spätestens sechs Monate vor Reisebeginn beim Amt für Ausbildungsförderung gestellt werden.

Weitere Informationen:
www.das-neue-bafoeg.de
www.studentenwerke.de

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Stipendiumsmöglichkeiten im Ausland

Ein Auslandsaufenthalt, sei es nun für ein oder zwei Semester an einer Hochschule oder für ein Praktikum, kann den studentischen Geldbeutel ganz schön belasten. Zu den Reisekosten kommen Ausgaben für Versicherungen, Wohnen und Lebenshaltungskosten, eventuell Studiengebühren auf Sie zu.
Deshalb sollte jeder reiselustige Student versuchen, eine Förderungen im Rahmen eines Stipendiums zu erhalten. Einen guten Überblick über Stipendien bietet der Stiftungsindex des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen e.V.
Es kann sich zusätzlich lohnen, Auslands-BAFöG zu beantragen, da die Bemessungsgrenzen höher liegen und das Geld nicht zurückgezahlt werden muss.
karriereführer stellt Ihnen hier einige Organisationen vor, bei denen Sie sich um ein Stipendium bewerben können.

  • Beim ERASMUS-Programm des SOKRATES-Aktionsprogramm der EU werden Mobilitätszuschüsse für Studierende und Dozenten ausschließlich von den Hochschulen selbst vergeben, die dafür Partnerschaften mit anderen Hochschulen eingegangen sind.
    Für den Antrag muss man sich an das Akademische Auslandsamt der jeweiligen Hochschule wenden.
  • Für ein Stipendium der Studienstiftung kann man sich nicht selbst bewerben. Stattdessen wird man vorgeschlagen. Eine Ausnahme bilden die offenen Programme der Studienstiftung:
    -Stiftungskolleg für internationale Aufgaben
    -McCloy Scholarship Program
    -Hölderlin-Programm
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Arbeit im Ausland für viele undenkbar / Mobilität immer gefragter

Laut einer Umfrage der Internet-Stellenbörse Monster.de ist nur für jeden dritten deutschen Arbeitnehmer ein berufsbedingter Umzug in ein Land außerhalb des Heimatkontinents vorstellbar. Innerhalb Europas umziehen würden sogar nur 14 Prozent, also etwa jeder siebte. Der Bedarf an mobilen Arbeitskräften steigt aber stetig.

Online von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers befragt wurden 17 713 europäische Arbeitnehmer. Die Umfrage zeigt, dass unter den deutschen Umfrageteilnehmern ferne Länder am beliebtesten sind. Der Anteil derer, die sich aus Karrieregründen einen Umzug in eine andere Stadt vorstellen können, liegt bei 27 Prozent.

Ein Fünftel der Deutschen ist nicht mobil
Ein Fünftel der deutschen Beschäftigten (21 Prozent) will den Wohnort für die Arbeit auf keinen Fall wechseln. Im europäischen Vergleich ist dieser Anteil aber niedrig: Von den europäischen Beschäftigten kann sich fast ein Viertel (23 Prozent) keinen Wohnortwechsel wegen des Arbeitsplatzes vorstellen.

Mobile Führungskräfte gefragt
64 Prozent der deutschen Unternehmen geben nach einer von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers in Auftrag gegebenen Studie an, dass Mobilität eine wichtige Eigenschaft für Führungskräfte sei. Die Studie, in der die Ergebnisse der Befragungen von mehr als 400 Unternehmen und 10.000 Arbeitnehmer in zehn europäischen Ländern ausgewertet wurden, ergab, dass nur 14 Prozent aller befragten Arbeitnehmer daran interessiert seien, im Ausland zu arbeiten. Davon sind nur 19 Prozent Führungskräfte. 31 Prozent der deutschen Unternehmen geben an, Schwierigkeiten zu haben, erfahrene Führungskräfte zu finden. Die meisten der Reisewilligen sind laut PricewaterhouseCoopers jung, haben aber wenig Berufserfahrung und entsprechen damit nicht dem Suchprofil der Arbeitgeber.

Arbeiten im Ausland
Wer sich vor der Bewerbung im Ausland erst einmal über das Land seiner Wahl informieren möchte, klickt hier:

Arbeiten in Europa:

Arbeiten weltweit:

Hier gibt’s Stellenangebote von Unternehmen, die ein besonders großes Interesse an ausländischen Bewerbern haben:

Die CareerSites von JobSniper leiten weiter zu hunderten, teilweise spezialisierten Jobbörsen weltweit. Außerdem bietet JobSniper eine Metasuchmaschine für USA, Kanada und (mit weniger guten Ergebnissen) für Großbritannien:

Ein Verzeichnis regionaler Jobbörsen weltweit bietet FOCUS online:

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Lohnt sich ein Auslandseinsatz

Viele Berufseinsteiger träumen davon, einmal längere Zeit im Ausland zu arbeiten. Aber: Wer kommt dafür in Frage? Was muss beachtet werden? Was bringt der Auslandseinsatz für die berufliche Karriere?

Nicht nur Mitarbeiter großer Industriekonzerne werden ins Ausland entsandt. Auch im Dienstleistungssektor sowie bei mittelständischen Unternehmen eröffnen sich Auslandseinsatzmöglichkeiten. Jedoch können die wenigsten Berufsanfänger damit rechnen, schon kurz nach dem Einstieg ins Ausland geschickt zu werden. Ein Auslandseinsatz im eigentlichen Sinne (2-4 Jahre Dauer) beinhaltet Know-how-Transfer und Koordinations- und Kontrollaufgaben. So ist es nachvollziehbar, dass die Mehrzahl der Entsandten erst einmal einige Jahre Berufserfahrung im Unternehmen sammeln müssen.

Der ideale Kandidat

Aus Unternehmenssicht ist der ideale Entsendungskandidat meist um die Mitte 30 und hat bereits im Heimatland erste Managementaufgaben übernommen. Neben der fachliche Qualifikation,ist es unerläßlich, sich sprachlich und kulturell vorzubereiten. Denn selbst innerhalb Westeuropas gibt es nicht zu unterschätzende kulturelle Unterschiede. Während der Zeit im Ausland ist ein möglichst enger Kontakt zum Stammhaus wichtig. Idealerweise fungiert ein Mentor vom Heimatland aus als Ansprechpartner und Interessenvertreter. Essenziell für das Gelingen eines Auslandseinsatzes ist die Bereitschaft der Familienangehörigen, diesen Schritt mit zu tragen. Da in der Regel der Partner seine berufliche Karriere während dieser Zeit zurückstellen muss, ist dies keineswegs selbstverständlich.

Reichtum nicht inbegriffen

Die Zeiten, in denen der Auslandseinsatz automatisch mit finanziell attraktiven Konditionen verknüpft ist, sind vorbei. Lediglich bei „unattraktiven“ Regionen ist mit deutlichen Zulagen zu rechnen. So bemerkte ein Personalverantwortlicher gegenüber einer Kandidatin für die USA: „Wenn Sie Geld verdienen wollen, müssen Sie nach China gehen“.
Es ist jedoch unumstritten, dass ein erfolgreicher Auslandseinsatz vielerlei Möglichkeiten zur Entwicklung der Persönlichkeit bietet: In einem fremden Umfeld müssen berufliche und private Kontakte aufgebaut werden und es besteht die Chance, neue Werte und Verhaltensmuster kennen- und verstehen zu lernen. „Auch wenn der Auslandseinsatz für mein berufliches Fortkommen nichts bringen sollte, war er doch eine wertvolle Erfahrung für mich, die ich nicht missen möchte“, äußern viele hinterher.

Der persönliche Marktwert

In Deutschland gibt es zahlreiche Unternehmen, in denen ein Auslandsaufenthalt Vorraussetzung für den Aufstieg ins obere Management ist. Einen sofortig wirksamen Automatismus: Auslandseinsatz => Karrieresprung, gibt es allerdings nicht. Viele Entsandte berichten enttäuscht, dass ihre neu erworbenen Erfahrungen und Fähigkeiten überhaupt nicht zum Einsatz kommen und dass sie im Vergleich zu ihren daheim gebliebenen Kollegen in ihrem beruflichen Fortkommen benachteiligt sind. Auf jeden Fall erhöht jedoch ein erfolgreicher Auslandsaufenthalt den eigenen Marktwert.

ZUR AUTORIN:

Claudia EinfaltClaudia Einfalt, geb. 1973, war selbst einige Zeit im Ausland und hat ihre Diplomarbeit zum Thema: Auslandseinsatz und Karriere – eine Befragung entsandter Fach- und Führungskräfte deutscher Unternehmen“ verfasst. Seit Juni 2002 arbeitet sie bei PM&Partner Marketing Consulting GmbH in Frankfurt und ist dort Projektleiterin in der Marktforschung.

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Hunting for a job

Die britische Wirtschaft befindet sich seit einigen Jahren im Aufwind. Viele deutsche Firmen haben eine oder sogar mehrere Niederlassungen auf der Insel. Im Gegenzug sind viele englische Unternehmen daran interessiert, auf den deutschen Markt zu expandieren. Deutsche Absolventen haben daher gute Chancen, einen Job jenseits des Kanals zu finden. Mit einigen Basis-Infos kann aus dem „job seeker“ schnell ein „job holder“ werden.

Wie in Deutschland gibt es auch in England verschiedene Wege, um den richtigen Job im richtigen Unternehmen zu finden. Am meisten Sinn macht es, den potenziellen englischen Arbeitgeber direkt zu kontaktieren. Wer sich aber zuerst einmal in Deutschland informieren möchte, kann sich an den Deutschen Akademischen Austauschdienst oder den British Council wenden – zwei Anlaufstellen, die bei der Stellensuche behilflich sind und Listen mit möglichen Vermittlern zur Verfügung stellen.

Job Centers

Auch in Großbritannien gibt es eine staatliche Stellenvermittlung. Als Pendant zu den deutschen Arbeitsämtern sind die „Job Centers“ nahezu in allen Städten zu finden und können ohne weitere Einschränkungen von ausländischen Interessenten genutzt werden.

Private Agenturen

Als Konkurrenz zu den Job Centers gibt es auch viele private Arbeitsvermittler, die als „employment agencies“ oder „personnel consultants“ bekannt sind. Die Vermittlung ist für die Arbeitssuchenden kostenlos, da die Gebühren vom Arbeitgeber getragen werden. Der einzige Nachteil ist, dass sich die Bewerber in der Regel persönlich vorstellen – mit etwas Geschick dürfte aber von Deutschland aus auch ein Telefoninterview genügen. Ein weiterer nützlicher Anlaufpunkt ist die „Recruitment and Employment Confederation“, der Dachverband der Arbeitsvermittler (www.rec.uk.com Externer Link). Adressen der privaten Vermittler gibt es meist in Universitätsbibliotheken, bei den Industrie- und Handelskammern, in den „Yellow Pages“ (Gelben Seiten) oder in den örtlichen Telefonbüchern.

Online-Portale

Auch in England lohnt sich natürlich das Auswerten der Stellenanzeigen in den großen Zeitungen und Zeitschriften oder das Durchforsten von Online-Stellenportalen. Viele Dienste und Zeitungsstellenmärkte sind mittlerweile auch über das Internet zugänglich, zum Beispiel:
The Guardian Externer Link
The Times Externer Link
The Daily Telegraph Externer Link
The Financial Times Externer Link

Außerdem die Online-Jobbörsen:
www.monster.co.uk/ Externer Link
www.gradunet.co.uk Externer Link
www.topjobs.net Externer Link

Careers Services

Viele britische Hochschulen bieten “Careers Services” für Stellensuchende an. Careers Services veröffentlichen verschiedene Stellenangebote, helfen den „job seekers“ bei der Bewerbung, vermitteln Sommerpraktika und organisieren „recruitment fairs“ (Firmenkontaktmessen). Nützliche Broschüren können jederzeit bei dem Central Services Unit (CSU – Verband der Careers Services) bestellt werden.

E-Mail statt Geldverschwendung

Hat man die erste Hürde überwunden und ein lukratives Stellenangebot beziehungsweise ein interessantes Unternehmen gefunden, folgt der nächste Schritt – die schriftliche Bewerbung. Die äußere Gestaltung der Bewerbungsunterlagen findet in England weitaus weniger Aufmerksamkeit als in Deutschland. Die meisten Personalverantwortlichen bevorzugen daher eine E-Mail-Bewerbung. Hochwertige Bewerbungsmappen werden meist nur belächelt und sind oftmals verschwendetes Geld, da die Unterlagen im Falle einer Absage nicht wie hierzulande zurückgeschickt werden, sondern im Schredder landen.
Grundsätzlich sollten sich die Bewerbungsunterlagen aus zwei Bausteinen zusammensetzen: dem „Covering Letter“ (Anschreiben) und dem „Curriculum Vitae“ (Lebenslauf).

Selbstbewusst und originell

Aus dem Anschreiben sollte der Personalverantwortliche direkt erkennen, für welche Stelle sich der Interessent bewirbt. Dabei sollte sich der Bewerber nicht zurückhalten, sondern den Leser von der persönlichen Qualifikation für die Position überzeugen, die Motivation für die Bewerbung zum Ausdruck bringen und eventuell auch durch Originalität auffallen.

Curriculum Vitae

Genau wie das Anschreiben soll auch der Lebenslauf beim Personalentscheider Aufmerksamkeit und Interesse wecken. Schriftliche Arbeitszeugnisse oder komplette Biografien sind in Großbritannien nicht üblich, sie werden daher in der Bewerbung auch nicht erwartet. Der typische englische CV enthält üblicherweise kein Foto, wird weder datiert noch unterschrieben und setzt sich aus den folgenden sechs Bausteinen zusammen:

Personal details: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail

Education: Dieser Part enthält eine ausführliche Darstellung der Schul- und Berufsausbildung mit Angabe der Abschlussfächer und der einzelnen Noten. Im Gegensatz zu vielen deutschen Lebensläufen ist der CV immer in antichronologischer Reihenfolge aufgebaut

Practical Experience: Aktuelle Berufs- und Praxiserfahrungen. Bei spezifischen Berufsbezeichnungen oder Bildungsgraden kann der deutsche Name beibehalten und der englische in Klammern ergänzt werden

Additional skills: Computer und Sprachkenntnisse

Personal interests: Sonstiges, wie außeruniversitäres Engagement und (sportliche) Hobbys, die in Großbritannien einen hohen Stellenwert einnehmen

References: „References available on request“ – natürlich sollte man sich vorher mit den genannten Personen über positive Empfehlungen abgesprochen haben

Die Kenntnis mehrerer Sprachen –insbesondere die Kombination Deutsch – Englisch – ist für Bewerber ein großer Vorteil.
Also dann, Mut zur Bewerbung! Wenn alles klappt, muss nur noch das Vorstellungsgespräch oder Assessment Center erfolgreich überstanden werden, bevor es losgeht in Richtung England.

DER AUTOR:

Marcus Bingenheimer-Zimmermann kennt sich mit englischen Bewerbungs-Basics aus. Seit April 2004 ist er Personalreferent bei der Krombacher Brauerei, Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG. Von Dezember 2003 bis März 2004 arbeitete er bei Porsche Cars Great Britain Ltd. in London an einem Projekt zur Optimierung des Recruitmentprozesses, vorher studierte er BWL-Personalmanagement an der FH Pforzheim.

karriereführer-Buchtipp:
Jackie Pocklington & Patrik Schulz & Erich Zettl: Bewerben auf Englisch: Tipps, Vorlagen &…Externer Link
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Steckbrief „England“

Was kostet…:

…ein Kaffee: 2 £ oder 1,50 £ ein Earl’s Grey (Tee)

…ein Snack: 3 £ (Baked Beans and sausages)

…ein Abendessen: ab 8 £

…ein Abend mit Freunden: kann teuer werden

Was ist…

…besonders günstig? Sportartikel (Schlussverkauf ist das ganze Jahr – Buy 1 get 1 free)

…besonders teuer? Sehenswürdigkeiten, einfache Bahntickets und Nachtschwärmen

Alltag:

Sprache: englisch (mit oftmals sehr unterschiedlichen Dialekten)

Wohnen: in kleinen Häusern, die als WG genutzt werden

Lebensmittel: am besten selbst ein Bild verschaffen

Gehalt: niedriger als in Deutschland, aber auch geringere Abgaben

Vorsorge: Auslandskrankenversicherung.

Joballtag: Arbeitszeit wird recht genau eingehalten, viel Spaß mit Kollegen

Gern gesehen? Manschettenknöpfe, fliederfarbene Hemden

Tabu? Jeans bei der Arbeit

Besonderheiten: Pubs schließen um 23:00 Uhr,

(Nach den England-Erfahrungen von Marcus Bingenheimer-Zimmermann)

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Der kleine Unterschied

Schon im eigenen Land, dessen Mentalität man kennt und dessen Sprache man beherrscht, ist die Zusammenstellung der Bewerbungsmappe kein Kinderspiel. Wie viel aufwändiger muss es da sein, sich für ein Unternehmen im Ausland zu bewerben. Oder?

Bei der Suche nach einem neuen Job kann Auslandserfahrung ein entscheidender Pluspunkt sein. Bewerber, die bereits längere Zeit im Ausland gearbeitet haben, gelten als interessierte und offene Menschen, die sich gerne neuen Herausforderungen stellen. Doch die verbesserten Jobchancen in Deutschland sollten nicht das entscheidende Motiv für einen Arbeitsaufenthalt im Ausland sein. Persönliches Interesse an dem entsprechenden Land, Flexibilität, Toleranz und Sprachkenntnisse sind wichtige Voraussetzungen, damit der Auslandsaufenthalt zu einem beruflichen und persönlichen Erfolgserlebnis wird.

Auf die nicht immer leichte Suche nach einem geeigneten Job im Ausland folgt „nur“ noch das Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen, die nicht nur auf den Job, sondern auch auf das jeweilige Land zugeschnitten sein sollten. Wie klein aber fein die Unterschiede von Land zu Land sind, zeigen schon unsere nächsten Nachbarn Großbritannien und Frankreich.

Applying for a job … in Great Britain

Großbritannien ist ein bei deutschen Bewerbern sehr beliebtes Land – nicht nur aufgrund der Sprache, die uns allen aus der Schulzeit bekannt ist und bei Bedarf relativ schnell aufgefrischt werden kann. Auch Land und Leute haben einiges zu bieten. Die Briten wissen das Interesse ausländischer Bewerber an ihrem Land zu schätzen und empfangen sie mit herzlicher Offenheit am neuen Arbeitsplatz.

Deutsche Bewerber müssen beachten, dass sie im Vergleich zu ihren britischen Mitbewerbern relativ alt sind. In Großbritannien starten junge Menschen oft schon mit 21 oder 22 Jahren nach Abschluss des Bachelor ins Berufsleben. Deutsche Absolventen sollten also durchaus betonen, dass ihr relativ später Abschluss eher dem eines britischen Master – also eines „postgraduate degree“ – entspricht.

Covering letter

Mit dem „covering letter“, dem Anschreiben, will der Bewerber wie in Deutschland das Interesse nach weiteren Informationen wecken und den Personalentscheider von seinen Qualifikationen überzeugen. Das englische Anschreiben umfasst folgende Bestandteile (von oben nach unten):

  • Absender: Adresse und Telefonnummer (rechts)
  • Datum (rechts)
  • Adressat: Name, Position, Firma, Postadresse (links)
  • Anrede: „Dear Mr …, Dear Ms …,“
  • Betreff
  • Brieftext
  • Grußformel: „Yours sincerely,“
  • Name, Unterschrift

Inhaltlich sollte das Anschreiben zunächst den Grund für die Bewerbung – meist eine Stellenanzeige – nennen. Anschließend wird „Werbung in eigener Sache“ betrieben, zum Beispiel anhand einiger zum gewünschten Job passender Stationen aus dem Lebenslauf. Zum Schluss bekundet der Bewerber höflich und zurückhaltend sein Interesse an einem persönlichen Gespräch.

Das Schreiben sollte maximal eine Seite lang, immer persönlich an die zuständige Person adressiert und frei von Fehlern sein. Am sichersten fährt, wer seine Bewerbungsunterlagen vor dem Gang zum Briefkasten von einem Muttersprachler Korrektur lesen lässt – dies gilt übrigens für alle Länder und Sprachen.

Englisches Curriculum Vitae

Der englische Lebenslauf sollte klar und leserfreundlich gegliedert sein. Auf den maximal zwei Seiten beginnt er zeitlich in der Gegenwart und bewegt sich chronologisch in die Vergangenheit hinein. Diese umgekehrt chronologische Reihenfolge wird auch bei deutschen Bewerbungen immer häufiger gewählt und ist in Großbritanien Standard.

Ähnlich wie der deutsche besteht der englische Lebenslauf aus folgenden Teilen:

  • Personal details: Vorname, NAME, Adresse, Telefon mit internationaler Vorwahl, Geburtsdatum, Nationalität
  • Education
  • Practical Experience
  • Additional skills (zum Beispiel EDV- und Sprachkenntnisse)
  • Personal interests
  • eventuell der Zusatz „References available on request“
  • Sofern bestimmte Berufsbezeichnungen, Bildungsgrade oder Institutionen genannt werden, kann die deutsche Bezeichnung beibehalten und die englische Entsprechung in Klammern genannt werden

Anders als in Deutschland wird der Lebenslauf in England weder datiert noch unterschrieben. Wenn ein Foto verlangt wird (was nicht immer der Fall ist), sollte die Bildqualität einwandfrei sein: Also kein Foto aus dem Automaten ziehen, sondern einen guten Fotografen aufsuchen!

Das Kopieren der Zeugnisse kann man sich bei einer Bewerbung in England sparen, da den Unterlagen keine Zeugniskopien beigelegt werden. Stattdessen sollten die Originale zum Vorstellungsgespräch mitgebracht werden.

Die „Verpackung“ der Bewerbung spielt eine sehr viel geringere Rolle als in Deutschland. Oft reicht schon ein einfacher Umschlag – da die Bewerbungsunterlagen normalerweise nicht zurückgeschickt werden, können so unnötige Kosten gespart werden.

Nach Eingang der Bewerbung schicken einige Unternehmen dem Bewerber ein standardisiertes Formular, das Lebenslauf und Anschreiben ergänzen soll und Fragen zur Person des Bewerbers stellt. Den Personalentscheidern geben diese Formulare einen schnellen Überblick, den Bewerbern können sie bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch helfen. Vor dem Abschicken also unbedingt das Formular kopieren!

Trouver un emploi … en France

Wie in Großbritannien liegt auch in Frankreich das durchschnittliche Berufseinstiegsalter deutlich unter dem deutscher Hochschulabsolventen. Auch hier muss also das relativ hohe Alter möglicherweise begründet werden – beispielsweise mit der größeren Erfahrung des älteren Bewerbers.

Der Zugang zur französischen Mentalität erfolgt vor allem über die französische Sprache, in der selbst in internationalen Unternehmen kommuniziert wird. Entsprechend großer Wert wird schon bei der Bewerbung auf korrekte Formulierungen gelegt.

Lettre de présentation

In Frankreich ist es üblich, die „lettre de présentation“, das Anschreiben, handschriftlich zu verfassen, da einige Unternehmen die Schrift der Bewerber von einem Grafologen untersuchen lassen. In der letzten Zeit geht allerdings auch hier der Trend zum maschinengeschriebenen Begleitbrief.

Das Anschreiben sollte maximal eine Seite lang, die Sprache höflich und zurückhaltend sein. Es gliedert sich in folgende Teile (von oben nach unten):

  • Absender: Vorname, Name, Adresse, Telefon (links)
  • Datum (rechts)
  • Adressat (rechts)
  • Betreff (links)
  • Anrede: „Monsieur,“ „Madame,“ oder „Messieurs,“ (ohne Nennung des Nachnamens)
  • Brieftext
  • Höflichkeitsformel: zum Beispiel „Je vous priee d’agréer, Monsieur, l’assurance de mes sentiments distingués.“
  • Name und Unterschrift

Inhaltlich soll das französische Anschreiben folgende Punkte ansprechen:

  • Grund für den Brief (Bezug auf die Stellenanzeige)
  • Warum bin gerade ich für diesen Job geeignet?
  • Hinweis auf weiterführende Informationen im Lebenslauf
  • Interesse an einem Vorstellungsgespräch

Französisches Curriculum Vitae

Der französische Lebenslauf muss klar und übersichtlich gegliedert sein und alle für die betreffende Position relevanten Daten herausstellen.
Oben links erscheinen die Angaben zur Person (Vorname, NAME, Adresse, Telefon, Nationalität, eventuell Geburtsdatum, Familienstand und Kinder). Das Foto wird – falls verlangt – oben rechts auf den Lebenslauf geklebt.

Grundsätzlich sollte das Curriculum Vitae über folgende Punkte informieren:

  • Formation: Da die Franzosen großen Wert auf renommierte Schulen legen, sollten die Hochschulnamen und eventuell die erfolgreiche Teilnahme an „Hochschulrankings“ unbedingt erwähnt werden.
  • Deutsche Berufsbezeichnungen und Abschlüsse müssen eventuell übersetzt oder erklärt werden.
  • Langues
  • Expérience professionelle
  • Divers: Sport, Hobbys und andere Aktivitäten

Die Reihenfolge der einzelnen Punkte kann je nach Zielsetzung variieren. Die relevanten Punkte sollten zuerst erscheinen, innerhalb der einzelnen Bereiche muss jedoch eine chronologische Ordnung eingehalten werden – entweder von der Gegenwart zur Vergangenheit oder umgekehrt.

Der Lebenslauf wird auch in Frankreich weder datiert noch unterschrieben, und auch auf Zeugniskopien kann verzichtet werden. Die Unterlagen können gefaltet und ohne weitere Hülle in einem Umschlag verschickt werden, da auch französische Unternehmen die Mappe in der Regel nicht zurückschicken.

Wer bei seiner Bewerbung all diese Punkte beachtet und fachlich wie auch persönlich für den gewünschten Job geeignet ist, hat gute Chancen, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Und wer weiß, vielleicht können schon bald die Koffer für einen neuen Job in einem neuen Land gepackt werden.

Adressen zur Jobsuche im Ausland:
Der Europaservice der Bundesagentur für Arbeit ist die zentrale Informationsplattform des neuen Europaservice der Bundesagentur für Arbeit (ES-BA). Die Web-Seite der ES-BA enthält aktuelle Informationen zu 31 europäischen Arbeits- und Bildungsmärkten. Sie bietet Erstinformation für Arbeitnehmer, die Arbeits- oder Weiterbildungsmöglichkeiten im europäischen Ausland suchen, für Studierende, für Auszubildende sowie für junge Leute, die zwischen Schule und Beruf nach Jobs und Praktika im Ausland suchen.

Dort erhalten diese Kundengruppen einen einfachen und übersichtlichen Zugang zur Gesamtpalette der europabezogenen Dienstleistungen der Bundesagentur für Arbeit.
www.europaserviceba.de Externer Link

Weitere nützliche Infos gibt es bei:
Martina Schulze / Stefanie Winter: Berufschancen im Ausland, FALKEN Verlag 2000, ISBN 3-8068-2574-2.

Anthony Lee / Sylvie Lebar-Börmann / Karl-Heinz Brücher / Gerda Niemann: Bewerben in Europa, FALKEN Verlag 2000, ISBN 3-8068-2370-7.

 

Informationen über Krankenversicherungs- und Gesundheitssysteme in England:
www.ess-europe.de Externer Link

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New York, Rio, Tokio – oder Nowosibirsk?

Ausland
Wer diese Frage eindeutig mit „Ja” beantworten kann ist für den Dienst beim Auswärtigen Amt wie geschaffen. Denn der Traum von einer Tätigkeit als Kulturattaché oder Wirtschaftsreferent kann überall in der großen, weiten Welt in Erfüllung gehen. Ebenso vielfältig sind die Einsatzmöglichkeiten in der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin. Wie der Weg dorthin führt, erzählt Frau Dr. Miriam Wolter dem karriereführer.

Miriam WolterMiriam Wolter, 31, studierte von 1989 bis 1994 Jura in Kiel, danach ein Jahr im französischen Brest, wo sie den Grad der „Maitrise en droit publique” erwarb. Nach ihrem Start beim AA im Mai 2000 ist sie seit Mai 2001 Referentin im Arbeitsstab Menschenrechte.

 

Wie hoch ist der Anteil der Juristen im Auswärtigen Amt?
Im höheren Dienst sind zirka ein Drittel Juristen beschäftigt.

Gibt es neben der Rechtsabteilung noch andere Abteilungen, in denen Juristen tätig sind?
Selbstverständlich. Im Auswärtigen Amt wird das „Generalistenprinzip” angewandt – jeder soll alles machen können. Das heißt: An den Auslandsvertretungen können Juristen als Kulturattaché oder als Wirtschaftsreferentin oder Wirtschaftsreferent arbeiten. Ebenso vielfältig sind die Einsatzmöglichkeiten in der Zentrale in Berlin: In der Öffentlichkeitsarbeit, in den Länderreferaten, in der Kulturabteilung und so weiter – überall gibt es Juristen. Mein eigener derzeitiger Job liegt auf der Schnittstelle von Recht und Politik: Ich arbeite im Arbeitsstab Menschenrecht, zuständig für die Menschenrechtspolitik der Bundesregierung innerhalb internationaler Organisationen. Wenn also zum Beispiel eine Weltkonferenz gegen Rassismus oder gegen Kinderhandel stattfindet, dann arbeiten wir an der Vorbereitung und an der Positionsbestimmung der deutschen Delegation. Oder wenn im April auf der Tagung der Menschenrechtskommission in Genf eine Resolution zur Menschenrechtslage im Iran verabschiedet wird, dann haben wir mitverhandelt.

Außerdem ist vielleicht interessant, sich vor Augen zu führen, dass die unterschiedlichsten Rechtsgebiete für die Arbeit des Auswärtigen Amtes relevant sind. Zum einen sind es natürlich das Völkerrecht und das Europarecht. Ebenso kann man sich bei uns aber auch in der Personalabteilung mit beamten- und arbeitsrechtlichen Fragen beschäftigen. Wie in jedem großen Unternehmen gibt es bei uns Zivilrechtsfragen zu klären, Verwaltungsgerichtsprozesse werden geführt, etwa in aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten. Nahezu jedes Rechtsgebiet ist also vertreten. Das Typische an unserer Arbeit ist der ständige Wechsel: Auf jedem Posten bleibt man nur drei bis vier Jahre, dann macht man wieder etwas völlig anderes.

Werden beim Auswärtigen Amt nur Volljuristen eingestellt oder besteht auch die Möglichkeit, mit Erstem Staatsexamen in den höheren Dienst einzutreten?
Es besteht auch die Möglichkeit, mit Erstem Staatsexamen in den höheren Dienst einzutreten.

Wie sieht das schriftliche Auswahlverfahren für die angehenden Legationssekretäre aus?
Das schriftliche Auswahlverfahren besteht aus einem eintägigen Test, der in mehreren Städten in Deutschland einmal im Jahr durchgeführt wird. Zur Teilnahme an dem Test qualifiziert sich jeder, dessen
Bewerbungsunterlagen (Formulare des Auswärtigen Amtes, kein individuelles Bewerbungsschreiben) den allgemeinen Anforderungen entsprechen (z. B. Altersgrenze, abgeschlossenes Studium). Der Test besteht dann aus folgenden Einzelprüfungen:

  1. Sprachtests in Englisch und Französisch, wobei Französisch auch durch eine weitere Amtssprache der Vereinten Nationen ersetzt werden kann, nämlich durch Spanisch, Russisch, Arabisch oder Chinesisch.
  2. Aufsatz zu einem politischen oder wirtschaftspolitischen Thema. Die Themen sind zumeist aktuell. Wer intensiv Zeitung liest, kann sich zu einem der drei zur Auswahl stehenden Themen äußern. Es kommt dann darauf an, in der knappen Zeit einen ansprechenden, argumentativ überzeugenden Aufsatz zu Stande zu bringen.
  3. Vier Fragebögen mit je zwanzig Fragen zu den Sachgebieten Staats-, Völker- und Europarecht, Geschichte und Politik, Wirtschaft sowie Allgemeines aus Kunst, Kultur, Wissenschaft etc.

Worauf wird im mündlichen Auswahlverfahren besonders Wert gelegt?
Meiner Ansicht nach auf selbstsicheres, dabei bescheidenes und offenes Auftreten, Teamgeist (es werden in Gruppen zu lösende Aufgaben gestellt), rhetorische Fähigkeiten, Flexibilität und die Bereitschaft zu Mobilität.

Welche Inhalte werden innerhalb der Ausbildung vermittelt?
In dieser Zeit finden Sprachunterricht, Seminare zu Geschichte und Wirtschaft sowie Rechts- und Konsularwesen (nicht für Juristen mit 2. Staatsexamen) statt, außerdem kürzere Ausbildungseinheiten etwa zu EU-Themen, Krisenmanagement, Rhetorik, Öffentlichkeitsarbeit, Multilaterale Diplomatie etc. Darüber hinaus erhält man eine praktische Ausbildung in der Zentrale oder an einer Auslandsvertretung.

Endet dieser Ausbildungsabschnitt mit einer Prüfung und, wenn ja, wie sieht diese aus?
Bereits im Laufe der Ausbildung wird der erarbeitete Stoff abgeprüft. Sprachprüfungen, Klausuren und mündliche Prüfungen in Geschichte und Wirtschaft begleiten die Ausbildung. Zum Schluss muss man dann noch einen Aktenvortrag halten, eine einwöchige Hausarbeit schreiben und eine mündliche Prüfung ablegen.

Wie sieht der weitere berufliche Weg der Legationssekretäre aus?
Nach der Ausbildung folgt der erste Auslandseinsatz oder aber eine Referententätigkeit in der Zentrale, nach drei, vier Jahren dann der erste Wechsel, wahrscheinlich in ein ganz neues Arbeitsgebiet. Nach der Laufbahnprüfung wird man zunächst Beamter auf Probe. Die Probezeit dauert unterschiedlich lange, je nachdem, welche Zeiten angerechnet werden.

Welche wesentlichen Aufgaben werden neben den rechtlichen Arbeitsfeldern von den Mitarbeitern noch erfüllt?
Die unterschiedlichsten Aufgaben kommen im Auswärtigen Amt, insbesondere auf einem Auslandsposten, auf einen zu. Vielleicht ein paar Beispiele, um das zu illustrieren:
Ich könnte für das Protokoll an der Botschaft Amman zuständig sein; bei der nächsten Reise des Bundeskanzlers in den Nahen Osten gibt es für ihn und seine Delegation viel vorzubereiten und zu organisieren. Als Kulturattachée in Quito organisiere ich eine Ausstellung eines deutschen Bildhauers. Erst muss ich ihm helfen, seine Skulpturen durch den Zoll zu bringen, dann darf ich die Rede bei der Ausstellungseröffnung halten. In Bangkok für Rechts- und Konsularwesen zuständig, habe ich zahlreiche Mitarbeiter, die mit mir zusammen die vielfältigen Probleme deutscher Touristen zufriedenstellend zu lösen versuchen… Diese Reihe ließe sich noch lange fortsetzen.

Welche besonderen Eigenschaften werden neben den juristischen Kenntnissen von Mitarbeitern im diplomatischen Dienst erwartet?
Flexibilität, Offenheit, schnelle Anpassungsfähigkeit, Einsatzbereitschaft, Fingerspitzengefühl, Verständnis für politische Zusammenhänge, Menschenkenntnis, Kooperationsfähigkeit sowie Fähigkeiten in der Personalführung.

Wie ist das Besoldungssystem für Legationssekretäre?
Als Legationssekretär, dem ersten Amt nach der Ausbildung, erhält man A 13-Bezüge. Ist der erste Posten gleich im Ausland, kommen Auslandszuschläge hinzu, sodass sich das Gehalt erheblich erhöhen kann.

Wie sieht es mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei dieser Tätigkeit aus?
Als Diplomat ins Ausland gehenBeim Eintritt in das Auswärtige Amt muss man sich selbstverständlich darüber bewusst sein, dass die häufige Versetzung einschneidende Auswirkungen auf das Privatleben hat. Ein kontinuierlicher Freundeskreis ist schwierig aufrechtzuerhalten. Partnerin oder Partner müssten den Ortswechsel ebenfalls in Kauf nehmen und damit das eigene berufliche Fortkommen hintan stellen. Sind sogar Kinder da, müssten sich diese permanent neu orientieren. Die gute Nachricht dagegen: Das Amt ist durchaus ein familienfreundlicher Arbeitgeber. Für Frauen fallen manche Sorgen, die sie in anderen Jobs vielleicht im Hinblick auf die Familienplanung haben, weg. Ist das Kind im schulpflichtigen Alter, so kann man sicher sein, dass man nicht gegen seinen Willen an einen Ort ohne deutsche oder internationale Schule versetzt wird. Auch auf gesundheitliche Belange wird geachtet. Ist der Partner auch im Auswärtigen Amt beschäftigt, so wird man nur gemeinsam versetzt. Insgesamt kann ich zu dem Beruf nur anraten, aber man muss sich selbst wirklich ernsthaft prüfen. Testfrage: Möchte ich gerne nach New York, Rio, Tokio – oder würde ich auch nach Khartum, Taschkent oder Nowosibirsk gehen?

Frau Wolter, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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Lebenslauf mit internationalem Gütesiegel

Sie haben also Ihre ersten beruflichen Erfahrungen in der Heimat gesammelt, jetzt möchten Sie erste Auslandserfahrungen sammeln. Doch wie wird ein internationaler, bzw. amerikanischer, Lebenslauf aufgebaut? Das verrät das kleine Bewerbungs-Einmaleins Berufserfahrenen und weniger Erfahrenen. Nähere Informationen zum “Europäischen Lebenslauf” finden Sie in den weiterführenden Links.

Das perfekte Layout eines amerikanischen Lebenslaufes ist mehr als das Salz in der Suppe. Ob Sie sich auf ein bis zwei Seiten richtig verkaufen können, entscheidet schnell über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch (Job-Interview) oder dem Mülleimer (circular file). Die Bewerbungs-Experten von squeaker.net (www.squeaker.net) haben einige Tipps zum Layout eines professionellen US-Lebenslaufes (Resume oder CV = Curriculum Vitae) zusammengestellt:
“Der US-Lebenslauf soll Ihre Fähigkeiten, Qualifikationen und Leistungen gegenüber Arbeitgebern vermarkten.” Grundsätzlich gilt für den US-Lebenslauf, dass er weniger eine einfache Aufzählung Ihrer Lebensdaten ist, als vielmehr ein Marketinginstrument, das genau auf die anvisierte Stelle angepasst ist.

  • Überlegen Sie sich bei jedem Punkt, wie diese Information zu einem eindrucksvollen und stringenten Gesamtbild Ihrer Person beiträgt.
  • Verstehen Sie den Lebenslauf als “Teaser” – ein Instrument zum Interesse-Wecken beim potenziellen Arbeitgeber.

Planen Sie die Informationsaufteilung so, dass der Personaler Interesse bekommt, Sie persönlich kennen zu lernen. Geben Sie nicht zu viele Informationen preis. Lassen Sie genügend Freiraum, die Informationshäppchen aus dem Lebenslauf mit interessanten Geschichten im Job-Interview zu ergänzen.

Struktur
Diese Anforderungen spiegeln sich besonders in der vom deutschen Lebenslauf abweichenden Anordnung wider. Der US-Lebenslauf ist meistens anti-chronologisch aufgebaut. Die wichtigsten – und somit meistens die neuesten – Fakten werden am Anfang angepriesen. Je länger Ihre Erfahrungen zurückliegen, desto weiter unten angesiedelt und oberflächlich abgehandelt erscheinen sie im US-Lebenslauf.
In den einzelnen Lebens-Stationen wird weniger Fokus auf Ihre Person als auf positions-relevante Fakten gelegt. Es geht im US-Lebenslauf weder darum, Lebensdaten bürokratisch akkurat aufzulisten, noch sich selber als alleskönnender Superman darzustellen. Heben Sie stattdessen hervor, welche konkreten Erfahrungen in der Vergangenheit für die neue Position wichtig sind.
Für Studenten und Absolventen mit wenig Berufserfahrung (Ausbildung, Praktika) empfehlen wir folgende Struktur:

  1. Education (=Studienschwerpunkte, Abschlüsse)
  2. Professional Experience (=Ausbildung, Praktika)
  3. Other relevant skills (Wichtig: Nur relevante Fähigkeiten!)
  4. Community Activities, Awards, Professional Recognition

Hier steht das Studium als Hauptkriterium zur Einstellung im Vordergrund. Es macht wenig Sinn, ein paar Praktika stärker als das Studium zu gewichten.

Schulabschluss:
Ersparen Sie dennoch sich und dem Personaler die Mühe, Ihre Leistungskurse oder Ihren Wehr-/Zivildienst im Detail zu beschreiben oder als besonders relevant für die Position zu erwähnen. Es reicht vollkommen, Ihren Schulabschluss mit Abschlussnote zu erwähnen. Letztere macht auch nur Sinn, wenn Sie überdurchschnittlich ist, also zu einer positiven Selbstpräsentation beiträgt. Angaben zu Ihrer Grundschulzeit sind gar komplett obsolet.
Absolventen und jungen Berufstätigen, bei denen die bereits gemachte berufliche Erfahrung für die Stelle besonders relevant ist, empfehlen wir abweichend folgende Struktur:

  1. Career objective
  2. Professional Experience
  3. Education
  4. Other relevant (!) skills
  5. Community Activities, Awards, Professional Recognition

1.) Career Objective
Fassen Sie am Anfang des Lebenslaufes in 1-3 Sätzen prägnant zusammen, wer Sie sind und warum Sie welches Karriereziel verfolgen. Bringen Sie’s auf den Punkt und vermeiden Sie leeres Geschwätz. Hier können Sie aus einer professionellen Sicht rechtfertigen, warum Sie für diese Stelle geeignet sind.
Studenten (s.o.) sollten diese Informationen eher im Anschreiben (=Cover Letter in den USA; Covering letter in GB) unterbringen.

2.) Education
Benutzen Sie ruhig die Originalbezeichnungen Ihrer Abschlüsse (Abitur, Diplomkaufmann) und finden Sie ein erklärende (aber passende!) Übersetzung.
Vermeiden Sie typische Fehler:

  • Gymnasium heißt in den USA “Turnhalle”!
  • Nennen Sie Ihr Diplom nicht einfach nur “Diploma”, da dies in den USA als nichts besonderes gilt!
  • Ein Diplomkaufmann ist kein MBA!
  • Listen Sie nicht jeden einzelnen Kurs auf, sondern nur relevante und herausragende Leistungen.

Machen Sie Ihre Durchschnittsnoten ruhig für Ihren Empfänger verständlich, indem Sie sie relativieren: Z.B.: Equals A-; Above average; Top 10% of class.

3.) Professional Experience
Vermeiden Sie es, die Unternehmen für die Sie gearbeitet haben detailiert zu beschreiben – heben Sie sich die Details für Ihre tatsächlichen Erungenschaften auf. Wiederholen Sie nicht einfach die Stellenbeschreibung, sondern erklären Sie, welche Fähigkeiten Sie erlernen konnten, die Sie in der neuen Stelle einsetzen können. Hierdurch beweisen Sie Ihren Wert für den potenziellen Arbeitgeber.
Scheuen Sie sich nicht vor Quantifizierungen oder Superlativen. Diese Form der Bescheidenheit mag in Deutschland angebracht sein, in den USA bedeutet jede geringere Formulierung als ein Superlativ Mittelmäßigkeit. Wenn Sie sich in den Formulierungen unsicher sind, holen Sie sich den Rat von US-Lebenslauf-Experten.
Bsp.:

  • “Achieved the highest gross sales in the history of the store, a 17% increase over prior manager”

Aber Vorsicht: Beschränken Sie sich auf Angaben, die für Ihren Wunsch-Job relevant sind und seien Sie niemals unehrlich!

4.) Other skills
Außeruniversitäres, soziales, religiöses oder politisches Engagement kann für Ihre Karriere und somit für Ihre Bewerbung sehr nützlich sein, besonders wenn Sie eine Führungsposition inne hatten.
Ordnen Sie Ihre sprachlichen Fähigkeiten in die Kategorien “native” – “fluent” – “advanced” – “basic” ein. Computerfähigkeiten sollten angepasst an die Anforderungen der Position übersichtlich und verständlich erklärt werden.
Grundsätzlich sollten Sie anhand Ihrer Erfahrungen einen roten Faden in der Entwicklung Ihrer Fähigkeiten aufzeigen. Als Sportler haben Sie möglicherweise Teamwork-Erfahrung, Ihre künstlerische Erfahrung zeugt von Kreativität und Ihr Studentenjob im Call-Center hat Ihre Kommunikationsfähigkeit verbessert. Eigeninitiative und ein ein reicher Erfahrungsschatz sind in den USA gerne gesehen, sofern es Ihnen gelingt, ein zusammenhängendes Bild mit Ihrem Lebenslauf abzugeben.

5 Tipps für den US-Lebenslauf:

  1. Passen Sie alle Aussagen an die Position an.
  2. Drucken Sie Ihren Lebenslauf mit einem Laserdrucker auf gutem Papier aus.
  3. Betonen Sie Ihre Errungenschaften.
  4. Benutzen Sie aussagekräftige “Action Words”.
  5. Bewahren Sie ein sauberes Layout und versuchen Sie, Ihren Lebenslauf auf eine Seite zu beschränken.

5 Fehler, die man vermeiden sollte:

  1. Vermeiden Sie Fehler in der Sprache, der Rechtschreibung und landestypischen Zahlenformaten.
  2. Erwähnen Sie nicht Ihre Gehaltswünsche.
  3. Lassen Sie keine langen, unerklärten Lücken im Lebenslauf.
  4. Erwähnen Sie nicht Ihre Grundschule, Ihre Eltern oder Ihre Haustiere.
  5. Erwähnen Sie in Ihrer US-Bewerbung nicht: Alter, ethnischen Hintergrund, Geschlecht, Religion. Fügen Sie kein Foto bei!

Mit freundlicher Unterstützung der Bewerbungs-Experten von squeaker.net, der
Insider-Community für Deine Karriere (www.squeaker.net).

 

Lesen Sie weitere Texte im karriereführer-Angebot zum Thema Bewerbung.

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Nur Mut!

von Anja Czerny

Wie wäre es eigentlich mit einem Semester im Ausland? Klingt immer spannend, aber viele Studenten scheuen die Risiken und den Aufwand, das gewohnte Umfeld zu verlassen, um auf eigene Faust neue Erfahrungen jenseits der Grenzen zu sammeln. Anja Czerny, BWL-Studentin aus Köln, wagte diesen Schritt und lernte in Dänemark, dass sich ein Auslandsaufenthalt nicht nur auf dem Lebenslauf wiederfinden lässt, sondern auch den Horizont im Umgang mit anderen Kulturen und Menschen erweitert.

„Was ist eigentlich Internationalität?“ fragte ich zwei meiner Freundinnen und erhielt zwei verschiedene Antworten. Die eine sagte: „Wer international ist, der ist unvoreingenommen gegenüber Fremden und offen für andere Kulturen.“ Und die andere: “Wer international ist, hat viele Kontakte auf der ganzen Welt, kommt privat und im Job viel rum und spricht mehrere Sprachen.“ Am Ende einigten wir uns darauf, dass unsere Freundin Lina der Inbegriff von Internationalität ist: deutsch-brasilianische Eltern, aufgewachsen in Brasilien und Bolivien, spricht neben Deutsch und Englisch auch Portugiesisch und Spanisch, ihr Freund ist Kroate, und ihre Freunde verteilen sich über alle Kontinente.

Nicht jeder hat das Glück, mehrsprachig und in verschiedenen Ländern aufzuwachsen und überall auf der Welt Freunde zu haben. Auslandserfahrung wird aber oft von Hochschulabsolventen erwartet – besonders von international agierenden Unternehmen. Wie kann man diese Anforderung erfüllen? Ein Semester oder ein Praktikum im Ausland sind sicherlich ein guter Weg, um während des Studiums Auslandserfahrung zu sammeln. Doch bereits vor dem Studium gibt es zahlreiche Möglichkeiten: ein Schuljahr in England während der gymnasialen Oberstufe, eine Zivildienststelle außerhalb Deutschlands, ein Jahr als Au-Pair in den Vereinigten Staaten. Sicherlich ist das alles mit mehr Aufwand verbunden als der übliche Weg hierzulande. Doch wer die Mühe nicht scheut, kann schon früh Mobilität beweisen, über den Tellerrand hinausblicken und wertvolle Erfahrungen sammeln.

Fernweh hat aber nicht jeder schon so früh. Ich selbst muss gestehen, dass ich lange Zeit keinen Drang verspürte, mich von meinen Freunden zu verabschieden, um einige Zeit im Ausland zu verbringen. Im Laufe des Studiums allerdings traf ich auf mehr und mehr Kommilitonen, die von ihren Auslandssemestern zurückkehrten und begeistert berichteten. Mein Interesse, meine Neugierde war geweckt. Vielleicht sollte auch ich darüber nachdenken, ein Semester im Ausland zu verbringen? Das tat ich, und so studierte ich 2004 ein Semester an der Copenhagen Business School in Dänemark.

Studiert habe ich auf Englisch, und fast alle Dänen sprechen so gut Englisch, dass ich prima ohne Dänisch klar kam. Zugegeben: Das ist richtig schade. Denn ein Auslandsaufenthalt ist die beste Möglichkeit, eine Sprache zu lernen. Bei der Auswahl des Landes für ein Auslandssemester sollte man dies berücksichtigen. In südeuropäischen oder gar exotischeren Ländern wird man sich mit Englisch alleine schwer tun. Wer also eine andere Sprache als Englisch – zum Beispiel Spanisch, Italienisch oder Portugiesisch – erlernen möchte, der sollte mutig sein und sich einfach selbst ins kalte Wasser wagen.

Egal, ob im Ausland Englisch ausreicht oder nicht – es empfiehlt sich immer, Grundkenntnisse der Landessprache zu erwerben. „Entschuldigung“, „Danke“, „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Wer sich Mühe gibt, die fremde Sprache zu sprechen, dem wird gerne weitergeholfen. Schon mit ein paar Floskeln und wenigen Sätzen zeigt man Interesse und macht sich Freunde im jeweiligen Land. Wer nicht voraussetzt, dass die Einheimischen die eigene fremde Sprache verstehen, der wird willkommen sein. Während ich zu Hause jedem Gespräch in der Öffentlichkeit folgen kann, bin ich im Ausland plötzlich eingeschränkter. Die Kommunikation reduziert sich auf das Wesentliche. Und mit dieser Erfahrung lernt man sich selbst auch neu kennen. Wie fühle ich mich, wenn ich mich nicht mehr so ausdrücken kann, wie ich möchte? Wie reagieren andere auf mich, wenn ich plötzlich stiller bin?

Diese Erfahrung sensibilisiert: Wie muss es Fremden in meinem Land gehen? Unterschätze ich mein Gegenüber vielleicht, nur weil er meine Sprache nicht beherrscht? Jeder, der selbst schon einmal im Ausland „kämpfen“ musste, wird diese Situationen – aus beiden Perspektiven – besser nachempfinden können. Habe ich selbst schon einmal die Erfahrung gemacht, fremd zu sein, so steigen Verständnis und Toleranz. Allein um hier dazuzulernen, lohnt sich ein Auslandsaufenthalt.

Das Gefühl, fremd zu sein, nimmt natürlich mit der Dauer des Aufenthalts und mit besseren Sprachkenntnissen ab. Warum bleibt man also nicht länger als ein Semester im Ausland? Oder studiert gar ganz außerhalb des Heimatlandes? Anfangs war ich überrascht, als ich in Kopenhagen Deutsche traf, die ihr komplettes Studium in Dänemark verbrachten. Aber warum eigentlich nicht? Mit der Umstellung der Studiensysteme auf Bachelor- und Master-Studiengänge in Europa wird das noch einfacher werden. Warum nicht den Bachelor in Deutschland, den Master in Frankreich und dann vielleicht noch einen MBA in den Vereinigten Staaten abschließen? Oder anders herum? Studienabschlüsse werden angeglichen und somit vergleichbar; es wird noch einfacher werden, grenzüberschreitend zu studieren.

Möglichkeiten, für eine Zeit ins Ausland zu gehen, gibt es zu Genüge. Jeder sollte für sich überlegen, was ihm wichtig ist. Wer nicht neugierig und offen für fremde Länder und Kulturen ist, sondern nur Lebenslauf-Pflege betreiben will, der ist sicherlich falsch motiviert für einen Aufenthalt in der Ferne. Doch wer eine internationale Karriere anstrebt, der kommt um das Sammeln von Auslandserfahrungen nicht herum.

Nur Mut! Anja Czerny, 25, studiert BWL an der Uni Köln und verbrachte 2004 ein Auslandssemester an der Copenhagen Business School in Dänemark.

Nach ihrem Auslandsaufenthalt ist sie auf den Geschmack gekommen, auch im Berufsleben über den Tellerrand zu schauen.

Erfahrungsberichte: www.squeaker.net Externer Link

Förderprogramme:
www.daad.de Externer Link
www.ibs.inwent.org Externer Link

Jobs im Ausland:
www.jobware.de Externer Link

Überblick über Praktikabörsen:
www.bildungsserver.de Externer Link

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WBS – die feine englische Art

Die Warwick Business School am Stadtrand der englischen Stadt Coventry ist eine der renommiertesten Schulen Großbritanniens. Markus Körfer-Schün hat bereits die Hälfte des Programms „Warwick MBA by fulltimestudy“ hinter sich und gewährt einen Blick hinter die Kulissen.
Von Britta Hecker

WBS – die feine englische ArtDie letzten Klausuren liegen hinter ihm, und erst vor wenigen Tagen hat er ein umfangreiches Essay abgegeben. Nun bleibt eine kurze Verschnaufpause, bis es weitergeht. Das Studienjahr in England teilt sich auf in vier Abschnitte. „Wenn man vorher gearbeitet hat, muss man sich erst wieder ans Studieren gewöhnen“, meint Markus Körfer-Schün. Mit dem üblichen Bild vom Studium hat das allerdings wenig zu tun. Die Rede ist hier von einer 60-Stunden- Woche, Arbeit am Wochenende inklusive.

Zuvor war der Wirtschaftsinformatiker drei Jahre als IT-Consultant und Projektmanager tätig. Alles mit einem sehr technischen Hintergrund. Die Entscheidung, einen MBA zu machen, stand für ihn schon länger fest. „Ich wollte aus der technischen Schiene heraus“, erklärt Körfer- Schün. Der Traumjob: Strategieberatung.

Das passende MBA-Programm war schnell gefunden – trotz des riesigen Angebots. „Wenn man eine ganz konkrete Vorstellung hat, ist es recht einfach“, so Körfer- Schün. Und die hatte er: englischsprachig und eine Top-Schule im Ausland sollte es sein. Ein Teilzeit- Programm kam für ihn nicht in Frage: „Ich wollte alles in einem Jahr hinter mich bringen, dann ist es auch am intensivsten.“ Er habe sich viel informiert, habe bei den Schulen angerufen und mit Vertretern gesprochen, erklärt er. Die Wahl fiel auf Warwick. Die WBS bot in seinen Augen das beste Verhältnis von Studiendauer, Reputation und Kosten. Die nahm ihn auch direkt auf, eine zweite Bewerbung hatte sich erübrigt.

Gut findet er, dass die WBS sehr auf die Berufserfahrung der Studenten achtet. Warwick verlangt mindestens drei Jahre. Praktika während des Studiums werden nicht angerechnet. „Schließlich lebt das Programm von den Diskussionen und der Erfahrung der einzelnen Teilnehmer“, sagt der 32-Jährige. Wenn das nicht wäre, würde ein wichtiges Element fehlen. In seinem Jahrgang studieren 60 Teilnehmer aus 29 Nationen, mit unterschiedlichstem beruflichen Hintergrund: Vom Finanzbereich, der pharmazeutischen Industrie, dem IT- und Energie-Sektor, über den öffentlichen Sektor bis zur Konsumgüterwirtschaft ist alles dabei. Die Altersgruppe liegt zwischen 25 und 45 Jahren, wobei der Durchschnitt bei 31 Jahren liegt.

Neben den Grundlagenfächern, die in den ersten beiden Studienabschnitten durch Vorlesungen und Gruppenarbeiten – so genannten Case Studies – vermittelt werden, gibt es den Lehrgang für interkulturelle Kompetenz gratis dazu. „Es wird stark darauf geachtet, dass die Arbeitsgruppen sehr gemischt sind“, erklärt Körfer-Schün. „Da prallen oft Welten aufeinander.“ In seiner Gruppe arbeiteten acht Teilnehmer aus acht Nationen zusammen. Da trifft dann beispielsweise die Südkoreanerin, die selbst für asiatische Verhältnisse sehr schüchtern ist, auf einen Offizier der britischen Armee, der im Irakkrieg war. „Das sind die unterschiedlichsten Charaktere, die unterschiedlichsten Herangehensweisen an Probleme“, sagt Körfer-Schün. „Doch wir haben uns letztlich immer zusammengerauft und gute Ergebnisse erzielt.“ Daran ist jedem Einzelnen gelegen; denn die Ergebnisse der Gruppenarbeiten machen bis zu 40 Prozent der Gesamtnote in einem Fach aus. Der Rest wird in Klausuren und Essays geprüft.

Der private Kontakt zu den Kommilitonen sei eher kollegial. Zeit fürs Privatleben bleibt bei dem straffen Programm ohnehin nicht. Zudem liegt der Campus auf dem Land; die nahe gelegene Stadt Coventry ist nur mit dem Bus oder dem Auto zu erreichen. „Man kommt so gut wie nicht raus. Im ersten Term habe ich dreimal den Campus verlassen“, sagt der Student. „Und um es ganz klar zu sagen: Von England habe ich nichts gesehen.“

Im zweiten Abschnitt des Studiums ist Gelegenheit, jedes Fach zu vertiefen. Im dritten Teil finden einwöchige Intensiv-Module für die einzelnen Wahlfächer statt. Der vierte ist der praktische Teil: Hier arbeiten die Studenten an einem Projekt in einem Unternehmen. Darüber schreiben sie dann am Schluss die so genannte Master- Thesis, die endlich zum begehrten Titel verhilft.

Durch die Wahlfächer können die Studenten ihrem MBA-Studium eine ganz konkrete Richtung geben. Körfer-Schün hat seinen Schwerpunkt auf Projektmanagement und Strategieentwicklung gelegt – den geplanten Karrierewechsel immer fest im Blick. Am liebsten würde er in einer großen Unternehmensberatung oder einem internationalen Konzern arbeiten, um die Unternehmensstrategie mitzugestalten. Doch er bleibt realistisch: „Selbst mit MBA hat man keine Garantie, dass einem die Angebote nur so zufliegen – gerade in Zeiten, in denen der Titel immer häufiger erworben wird.“ Auch dieses Tatsache spreche dafür, an eine renommierte Schule zu gehen – wie zum Beispiel an die WBS.

Die Warwick Business School ist der University of Warwick angegliedert.

Die Schule bietet verschiedene MBA-Programme an und ist Teil des European MBA, zusammen mit ESSEC Paris und der Universität Mannheim.

Kosten für den Vollzeit- MBA: 36.000 Euro. Seit Oktober 2006 bietet die WBS einen neuen Management- Master an. Er richtet sich an Personen, die Management-Kenntnisse erwerben möchten, aber nicht ausreichend Berufserfahrung für ein MBA-Programm haben.

Weitere Infos unter: www.wbs.warwick.ac.uk Externer Link

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MBA made in China

Nach einem Master of Business Administration (MBA) mit China Fokus, der Jobmöglichkeiten weltweit eröffnet, hatte Betriebswirt Thorsten Seeger gesucht. Der Unternehmensberater fand ihn an der China Europe International Business School (CEIBS) in Shanghai: Hier erfährt er internationales Business-Know-how gepaart mit chinesischer Kultur.
Von Britta Hecker

MBA made in ChinaZugegeben – ganz fremd war Thorsten Seeger die chinesische Kultur nicht: Der 28-jährige Böblinger ist mit einer Chinesin verheiratet.„Ohne sie wäre mir die Entscheidung auf jeden Fall schwerer gefallen“, sagt Seeger. In Shanghai war er zuvor schon zweimal als Tourist.„Aber hier zu leben, ist etwas ganz anderes“, so der MBA-Student,„ die Stadt verändert sich ständig.“ Während viele seiner Kommilitonen auf dem Campus leben, zog Seeger in eine eigene Wohnung nach Pudong. Der Ostteil der Stadt, in dem sich auch die Schule befindet, liegt etwa 15 bis 20 Kilometer vom eigentlichen Stadtkern entfernt. Das Zentrum von Shanghai befindet sich in Puxi, westlich des Flusses Huanpu Jiang.„China ist ganz anders als alles,was ich bisher gewohnt bin“, sagt Seeger. Und das sei faszinierend und frustrierend zugleich. Ein Land der Gegensätze:„Shanghai ist moderner als jede Stadt, die ich in Deutschland kenne, andererseits ist China noch ein Entwicklungsland.“ Die Stadt sei voll, laut, stickig. Der Campus der CEIBS hingegen ist sehr ruhig, sehr nach innen gerichtet – eine Oase der Ruhe inmitten der quirligen Mega-City Shanghai.

Das Studium unterscheide sich grundsätzlich wenig von den internationalen Standards anderer MBA-Schulen, meint Seeger. Aufnahmeverfahren, Unterrichtsfächer sind mit denen anderer hochkarätiger Business Schools vergleichbar. Die Professoren der so genannten Core Courses, zu 50 Prozent Chinesen, haben ihren Ph.D. im Ausland erworben und besitzen darüber hinaus internationale Lehrerfahrung. Die Wahlfächer, die ab dem dritten Semester hinzukommen, werden von Gastdozenten aus aller Welt unterrichtet. Da die Unterrichtssprache wie üblich Englisch ist, kommen die ausländischen Studenten auch ohne Chinesisch aus. Die Schule bietet Chinesischunterricht aller Niveaustufen an. Für Seeger ist das selbstverständlich: „Wenn man die Sprache nicht lernt, verpasst man ziemlich viel in diesem Land.“ Bereits in Deutschland hatte er sich mit Chinesisch beschäftigt – ohne großen Erfolg, wie er meint – aber seit er hier ist, habe er gute Fortschritte gemacht.„Jetzt kann ich mich einigermaßen ausdrücken, ich komme zurecht. Ich hätte kein Problem damit, meinen Tag im Stadtzentrum zu verbringen.“

Auch wenn 30 Prozent der Studenten eines Jahrgangs aus der ganzen Welt kommen, wird es in den kleinen Projektgruppen, den Study Groups, dann doch sehr chinesisch: Dort trifft ein ausländischer Student auf vier oder fünf chinesische Kommilitonen.„Chinesen wollen immer einen Konsens finden – da wird dann auch mal stundenlang über die Hintergrundfarbe einer Präsentation diskutiert“, erinnert sich Seeger an seine ersten Erfahrungen mit der chinesischen Arbeitsweise. Typisch China sind natürlich auch die asien-spezifischen Cases, die von den Studenten bearbeitet werden. Und das Unterrichtsfach „Understandig Chinese Economic Reforms“ gibt es wohl auch nur an der CEIBS. Seeger kann sich gut vorstellen, nach seinem Abschluss in China zu bleiben. Aber er ist flexibel: „Ich wollte ein MBA-Studium mit China-Fokus, dass mir Jobmöglichkeiten weltweit eröffnet.“ Bereits im nächsten Semester hat er wieder Gelegenheit, europäische Luft zu schnuppern: Das vierte Semester verbringt er als Austauschstudent an der renommierten London Business School.

Business School
Die CEIBS wurde 1994 in Kooperation mit der Europäischen Union und der alteingesessenen Shanghai-Jiaotong- Universität gegründet. Die Schule bietet Europäern eine einmalige Chance, das Boomland kennen zu lernen und gemeinsam mit der künftigen Elite Chinas zu studieren. Ein Ranking der Financial Times Deutschland ordnet die CEIBS unter die 30 besten der Welt und als Top-Business-School im asiatischpazifischen Raum ein.
www.ceibs.edu Externer Link

Wirtschaftszentrum Shanghai
Die Hafenstadt Shanghai ist die bedeutendste Industriemetropole Chinas. Mit etwa 14 Millionen Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt in der Volksrepublik. Shanghai liegt an der Ostküste. Der Name bedeutet „über dem Meer“. Das entspricht den beiden chinesischen Schriftzeichen shang (über) und hai (Meer). Das Klima ist subtropisch mit sehr heißen und schwülen Sommern sowie milden Wintern.

Nach seinem Studium der Internationalen Betriebswirtschaft arbeitete Thorsten Seeger zunächst für mehrere Jahre als Unternehmensberater im Bereich Financial Services in Frankfurt. 2005 nahm er sein MBA-Studium in Shanghai auf.
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China studieren

In einem Semester zum „China-Manager“, in vier zum M.A.„Chinese Studies“ und in sechs zum B.A.„Modern China“. Dass China als Wirtschaftpartner immer bedeutsamer wird, zeigt sich nicht zuletzt auch in den neuen Studiengängen, die deutsche Universitäten und Fachhochschulen ins Leben gerufen haben. Ein Überblick.
Von Kerstin Pinger

China studieren“China“ an deutschen Hochschulen hat Tradition. Die Wiege der akademischen Sinologie in Deutschland stand in Hamburg, wo bereits 1909 die erste planmäßige China-Professur eingerichtet wurde. Noch heute haben viele Universitäten und Fachhochschulen Sinologie als Studienfach in ihrem Repertoire. Die Entwicklung geht dahin, dass im Fokus der Studieninhalte neben der Sprach- und Kulturvermittlung immer häufiger betriebswirtschaftliche und technische Themen stehen. Und aus dem ehemals diplomierten Sinologen wird so ein M.A., B.A. oder MBA. Das wirtschaftliche Interesse Deutschlands an China ist der treibende Entwicklungsmotor für die neuen Studiengänge. Doch die chinesische Sprache als heimliches Tor zum Land und seinen Menschen darf in keinem noch so spezialisierten Studiengang fehlen.

Neue Studiengänge
Dauer und Inhalte der Studiengänge sind ganz unterschiedlich. Eine recht kurze Variante bietet die Fachhochschule des Mittelstandes in Bielefeld mit dem 2006 eingeführten Ergänzungsstudium „China-Manager“. Es dauert nur ein Semester, vorausgesetzt man hat vorher schon drei Semester Wirtschaft studiert. Im Schnelldurchgang wird die chinesische Wirtschaftstheorie dann noch obenauf gepackt.

Brandneu ist auch der Masterstudiengang „Chinese Studies“, der zum Wintersemester 2006/07 an der UniversitätWürzburg beginnt. Für die Regelstudienzeit sind vier Semester anberaumt. Schwerpunkte sind neben der Sprachausbildung weitere Module, wie beispielsweise die „Aspekte der Entwicklung im China“ – die zeitgenössische Politik,Wandel, Kunst und Konsum. Hier ist ein Chinabezogener Bachelor-Abschluss Zulassungsvoraussetzung, den Würzburg selbst mit dem 2002 eingeführten „Modern China B.A.“ bedient.

Die Ostasienwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum wurden bereits 1965 eingerichtet. Seit 2003 ist der Bachelor-Studiengang „Wirtschaft und Politik Ostasiens“ mit im Programm. Die Technische Universität Dresden widmet sich der Ausbildung im Ostasienzentrum (OAZ) seit 1998. Neben der Sprachausbildung umfassen regionalspezifische Seminare Themen zu Kultur, Politik, Geschichte,Wirtschaft und Rechtsverständnis Chinas. Auch die Universität Bonn hat im Wintersemester 2004/05 den Bachelor-Studiengang Asienwissenschaften gestartet. Auf diesen Studiengang bauen voraussichtlich ab Herbst 2007 weitere Masterstudiengänge auf, wie „Asiatische Sprachen“ (Übersetzen) oder „China, Mongolei, Tibet“. Studieninhalte sind dabei vor allem Wirtschaft und Gesellschaft.

China an den Fachhochschulen
Wirtschaft plus China ist vor allem an den Fachhochschulen von Konstanz über Ludwigshafen und Furtwangen bis Zwickau ein Thema. Auf dem Lehrplan stehen Betriebswirtschaft, Chinakunde und Chinesisch. Die Fachhochschule Zwickau bildet zum Diplom-Wirtschaftssinologen aus. Ziel ist, die Studierenden auf die Tätigkeit in international ausgerichteten mittelständischen Unternehmen vorzubereiten. Dazu gehört auch die Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen – einschließlich Business-Knigge, um auf dem internationalen Parkett zu bestehen.Wer China zu seinem Thema machen will, sollte sich die Universitäten jedoch gut ansehen. Nicht jeder Fachbereich ist groß genug, um alle Interessen abzudecken.

Die private Munich Business School nimmt mit den „Asian-Pacific Business Studies“ ebenfalls das Thema China zum Wintersemester in sein Programm auf. Im Rahmen des Studiums der Internationalen Betriebswirtschaft beschäftigen sich die Studenten mit der chinesischen Sprache, Politik,Wirtschaft, Geschichte und dem Rechtssystem des Landes. Mit zum Programm gehört ein Auslandssemester an einer der Partneruniversitäten. Schon heute pflegt die Schule Kontakte zu Hochschulen in Hongkong, Singapur und Seoul.

Auch wer schon Berufserfahrung gesammelt hat und sich fit für China machen will, wird bei dem breiten Angebot fündig. Die Fachhochschule für Wirtschaft Berlin (FHW) bietet ein von der FIBAA akkreditiertes 14-monatiges „MBA European- Asian-Programme“ an, das betriebswirtschaftliches Fachwissen mit interkulturellem Know-how verbindet. Interkulturell geht es bereits im Unterricht zu: Die FHW wirbt damit, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer aus asiatischen Ländern kommt.

Die Universität Hamburg, das Institut für Asienkunde, die Fudan Universität in Shanghai sowie das International Center für Graduate Studies bieten seit zwei Jahren das Programm „Master/MBA International Business and Economics (MIBE) – Focus China“ an. Nach einem Jahr tragen die Absolventen einen Mastertitel der Uni Hamburg sowie einen MBA der Fudan Universität. Auch hier sollten die Kandidaten einen Bachelorabschluss mitbringen und schon erste berufliche Erfahrung gesammelt haben. Die englischsprachige Ausbildung bereitet auf eine international ausgerichtete Tätigkeit in Unternehmen vor, die im ostasiatischen Wirtschaftsraum aktiv sind.
Weitere Infos unter www.icgs.de Externer Link

Auslandssemester in China
Mit einem Studiensemester im Reich der Mitte lässt sich später beim Bewerbungsmarathon garantiert zusätzlich punkten. Der Weg dorthin ist denkbar einfach:Viele deutsche Hochschulen haben chinesische Partner-Unis. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die chinesische Regierung fördern den Aufenthalt meist mit einem Stipendium. In die beiden neuen Studiengänge der RWTH Aachen „Production Engineering“ und „Automotive Engineering“ ist ein einjähriges Auslandsstudium an der Tsinghua-Universität in Peking integriert. Der Abschluss ist ein Doppeldiplom, das sowohl in China als auch Deutschland anerkannt ist. Informationen zu Auslandssemestern in China erhält man in der Regel beim Akademischen Auslandsamt der Hochschule oder Universität.

Bei Wikipedia ist eine Liste von Fachhochschulen und Universitäten aufgelistet, die das Studienfach Sinologie und die neuen Studiengänge rund um Asien im Allgemeinen und China im Besonderen betreffen.

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