28.01.2005
Aus Absagen lernen!von Dipl.-Psych. Christiane Weland |
|
Sollten Sie nicht zu dem glücklichen Personenkreis gehören, der ein konkretes Stellenangebot bekommt, ist die Enttäuschung natürlich zunächst groß. Gerade wenn sich die Absagen häufen, wächst die Frustration zunehmend und damit einhergehend auch die Zweifel an der eigenen Person, was sich auf den weiteren Bewerbungsprozess auch nicht gerade förderlich auswirkt. Der Umgang mit Absagen ist eben nicht einfach. Damit Selbstzweifel und das Gefühl, schlechter zu sein als andere, nicht die Oberhand gewinnen und zu totaler Entmutigung bis hin zur Resignation führen, sollten Sie versuchen, aus den Absagen zu lernen und das beste für sich daraus zu machen. Konkret bedeutet dies, dass Sie neben der ausführlichen Bewerbungsvorbereitung die Bewerbungsaktion auch genauso intensiv nachbereiten. Die Gründe für die Absage auf eine Bewerbung zu kennen, liegt im legitimen Interesse für Sie als Bewerber.
Absage auf die schriftliche Bewerbung
Folgt beispielsweise schon eine Absage auf Ihre Bewerbungsunterlagen, sollten Sie diese einer konkreten Prüfung unterziehen. Stellen Sie sich insbesondere folgende Fragen:
- Passen meine Qualifikationen auf das in der Anzeige beschriebene Stellenprofil?
- Sind die Bewerbungsunterlagen vollständig, übersichtlich, leicht nachvollziehbar und aussagekräftig?
Um sich abzusichern, können Sie Ihre schriftlichen Unterlagen von Freunden oder Familienangehörigen bewerten lassen. Professionelles Feedback erhalten Sie beispielsweise von einem Karriereberater.
Absage nach einem persönlichen Gespräch
Wenn Sie es bis zum Vorstellungsgespräch geschafft haben, gehören Sie bereits zu einem erlesenen Kandidatenkreis und haben die groben Raster der ersten Ausleseprozeduren erfolgreich passiert. Eine Absage in dieser Phase kann unterschiedliche Gründe haben: Es scheiterte womöglich an einem schlechten ersten Eindruck, fehlenden Sympathiewerten, Äußerlichkeiten wie Aussehen, Auftreten, Kleidung oder im Gespräch auftauchenden fachlichen Mängeln. Um hier keine falschen Rückschlüsse zu ziehen, sollten Sie unbedingt nach Erhalt einer Absage ein Feedback zu Ihrem Verhalten und dem dadurch entstandenen Eindruck über Ihre Person und Ihre Fähigkeiten einfordern. Sie haben im Gespräch viel von sich Preis gegeben und sich dem Gesprächspartner gegenüber geöffnet, also haben Sie auch Anspruch auf eine Rückmeldung. Da es dem Personalverantwortlichen auch nicht immer leicht fällt, dem Kandidaten persönliche Schwächen entgegenzuhalten, führt die Frage nach den Kriterien, die der Endkandidat erfüllte, am ehesten zum Erfolg. Mit dieser Information können Sie dann besser einschätzen, was beim nächsten Mal von Ihnen erwartet wird und auf welchen Gebieten Sie womöglich noch Entwicklungsbedarf haben, um eine Position langfristig erfolgreich ausfüllen zu können.
Heften Sie also die so häufig höflich-standardisiert formulierten Absagebriefe nicht einfach ab, sondern gehen Sie der Tatsache auf den Grund und versuchen Sie, daraus zu lernen, um es beim nächsten Mal besser machen zu können.
Dipl.-Psych. Christiane Weland
Zentrum für Management-
und Personalberatung.