MBA - Wer soll das bezahlen?
So sehr es auch reizt, seinen Namen mit dem
Mastertitel MBA zu schmücken – das begehrte
Kürzel hat neben Weiterbildung und Prestigegewinn
auch eine Kehrseite: Die Kosten sind zum
Teil immens hoch. Doch das ist kein Grund zu verzweifeln.
Viele Finanzwege führen zum MBA.
Von Michael Moersch

Die Finanzierung eines
MBA-Programms an einer
renommierten Schule
stellt eine Herausforderung
dar. So verlangt die in Paris ansässige
INSEAD Business School
eine Studiengebühr von 45.000
Euro. Wer an einem Programm
der London Business School teilnehmen
möchte, muss stolze 60.000 Euro einplanen. Die Warwick
Business School bei Coventry
verlangt für ihren Vollzeit-
MBA 36.000 Euro. Hinzu kommen
jeweils Kosten für
Unterkunft, Verpflegung und Studienmaterial.
Summa summarum
prognostizieren Eliteschmieden,
wie die Columbia Business
School in den USA, ihren Studenten
daher für ihr zweijähriges
Programm umgerechnet gigantische
110.000 Euro.
Die Ansicht, dass nur ausländische
Schulen Top-Abschlüsse bieten,
gehört der Vergangenheit an.
Mittlerweile haben auch deutsche
Business Schools exzellente Angebote,
die sich auch auf dem internationalen
MBA-Parkett sehen lassen können. Einen Wermutstropfen
haben jedoch auch diese Programme.
Sie mögen im Vergleich
zu ausländischen Schulen günstiger
sein, im Endeffekt verschlingen
sie aber immer noch eine
Menge Geld. Das Vollzeit-Programm
an der GISMA Business
School in Hannover etwa kostet
23.000 Euro. Eine finanzielle Belastung,
der wohl kaum mit Omas
Sparstrumpf Abhilfe geleistet werden
kann. Doch es gibt andere
Möglichkeiten.
Stipendien
Die günstigste Variante, sich den
Traum vom MBA-Abschluss zu
erfüllen, bieten die zahlreichen
Stipendienprogramme verschiedenster
Organisationen. Von diesen
werden vielfach die gesamten
Studiengebühren übernommen.
Beispielhaft sei hier der
Deutsche Akademische Austausch
Dienst (DAAD) genannt,
der weltweit Teil- und Vollstipendien
vergibt. Über das Haniel-Stipendienprogramm
der Deutschen
Studienstiftung erhalten acht Absolventen
finanzielle Unterstützung
für eine Zusatzausbildung.
Voraussetzung ist neben einem
abgeschlossenen Studium ein
vertieftes Interesse an wirtschaftlichen
Fragen. Wen es speziell in
den fernen Westen zieht, der sollte
sich rechtzeitig bei der Fulbright-
Stiftung informieren. Die
Fulbright-Kommission vergibt
jährlich bis zu siebzig Stipendien
zur fachlichen Vertiefung und Ergänzung
des Studiums an einer
US-amerikanischen Hochschule.
Sponsoring durch Unternehmen
Auch die Global Players in den
Riegen der Unternehmen, besonders
im Feld der Investmentbanken
und Unternehmensberatungen,
sind sich der enormen Bedeutung
der MBA-Programme für
das Know-how der Mitarbeiter bewusst
und finanzieren deshalb
ambitionierten Nachwuchskräften
das Studium. Einige Unternehmen
fördern sogar ohne vertragliches
Arbeitsverhältnis die
Ausbildung der Mitarbeiter von
morgen. In den nächsten beiden
Jahren greift das Unternehmen
BASF Teilnehmern des internationalen
Management Studiengangs
„The European MBA“ an
der Mannheimer Business School
mit Stipendien in Höhe von insgesamt
265.500 Euro unter die
Arme. „Indem wir internationale
Top-Talente heute fördern, tragen
wir dazu bei, die Region zu einem
exzellenten Hochschulstandort zu
entwickeln. Davon profitiert auch
die BASF“, sagt Wolf-Rainer
Lowack, Leiter des Servicecenters
Personalbeschaffung und -entwicklung
von BASF in Ludwigshafen.
Financial Aid Offices
Hinsichtlich der großen Auswahl
der Schulen und hohen Gebühren
halten sich die Institutionen selbst
schon lange nicht mehr aus der Finanzierung
der MBA-Programme
heraus und unterstützen Studienbewerber
beim Aufbringen der Gebühren.
Nach amerikanischem
Vorbild haben sich an vielen Schulen
Financial Aid Offices etabliert,
in denen Studienbewerber sich über das Angebot von Voll- und
Teilstipendien informieren können.
Nicht selten tragen die so genannten
Scholarships bis zu 50
Prozent der gesamten Studiengebühren.
Die GISMA School in Hannover
beispielsweise ermöglicht
ihren Studenten eine Finanzierung
über einen Bildungsfonds.
Darüber können bis zu 85 Prozent
der Studiengebühren abgedeckt
werden. Nach erfolgreichem Abschluss
des Programms zahlen die
Absolventen einen individuell festgelegten
Prozentsatz ihres Gehaltes
zurück.
Kredite
Eine klassische Variante der Finanzierung
ist der Kredit einer
Bank. Deutsche Kreditinstitute finanzieren
in der Regel MBA-Programme.
Auch ihnen ist bekannt,
dass der Absolvent mit gut dotierten
Arbeitsverträgen rechnen
kann, so dass die Kreditschuld
leicht zu tilgen ist. Voraussetzung
dafür ist allerdings, dass die Zulassung
an einer anerkannten
Hochschule vorliegt. Business
Schools in Deutschland kooperieren
zudem mit ortsansässigen
Banken, die den Studenten dann
eine Kreditfinanzierung ermöglichen
oder sogar besondere Kreditkonditionen
anbieten. Die Düsseldorf
Business School arbeitet
zum Beispiel mit der Sparkasse
Düsseldorf zusammen. „Absolventen,
die ein MBA-Programm
anstreben, bieten wir ein spezielles
zinsgünstiges Finanzierungsmodell
an“, so Colin Wender, Ansprechpartner
für die Kredit-Finanzierung
des MBA-Programms
an der Düsseldorf Business
School.