Master-Plan
Ein guter MBA-Studiengang stellt hohe Anforderungen an seine Studenten.
Ob eine Bewerbung Erfolg hat, hängt von vielen Fakoren ab. Entscheidend
ist das Gesamtbild aus den akademischen Leistungen, der Berufserfahrung
und der Persönlichkeit. Die Auslese findet bereits vor der „Meisterprüfung“
statt. Fehlen die gängigen Zulassungsvoraussetzungen, lohnt es sich, die
Qualität des MBA-Anbieters zu hinterfragen.
Von Martin Rath
Erster Abschluss
Während der MBA in den USA und
in anderen angelsächsischen Ländern
eine gängige wirtschaftswissenschaftliche
Grundausbildung ist,
bieten MBA-Studiengänge für deutsche
Interessenten in erster Linie
eine Zusatzausbildung. Ein erster
akademischer Abschluss wird daher
regelmäßig vorausgesetzt. Ist
das nicht der Fall und wird beispielsweise
berufliche Praxis als
gleichwertig anerkannt, kann das
dem Ruf des MBA-Titels schaden.
Der erste akademische Grad als Zulassungskriterium
ist also durchaus
ein Qualitätsmerkmal des Studiengangs.
Auf der anderen Seite
tun sich MBA-Anbieter aus dem angelsächsischen
Raum mitunter
schwer, Fachhochschul- oder Berufsakademieabschlüsse
als „ersten
Abschluss“ anzuerkennen. Empfehlenswert
ist es dann, die Qualität
des Abschlusses im Gespräch zu
klären – im Vergleich zu dem, was
ein akademischer Abschluss im jeweiligen
Land zu bieten hat.
Berufliche Tätigkeit
Bei fast allen MBA-Schulen werden
mehrere Jahre Berufserfahrung
vorausgesetzt. Schließlich
sollte man wissen, wovon man
spricht. Meistens reichen ein bis
drei Jahre, manche Anbieter verlangen
allerdings mindestens drei
Jahre; denn die Arbeit in der
Gruppe lebt vielfach von den Erfahrungen
der einzelnen Teilnehmer.
Dass diese Hürde aber nicht
nur aufgrund der praktischen
Ausrichtung des MBA-Studiums
aufgestellt wird, sondern den Teilnehmern
nicht zuletzt dabei helfen
soll, Netzwerke zu stricken,
sagen Kenner der MBA-Szene selten
offen. Denn so wichtig das
„Networking“ für alle Beteiligten ist, so ungern möchte man in
den Ruf geraten, es sei der Hauptzweck
des Studiums. Mittlerweile
gibt es auch Angebote, die Absolventen
anderer Fachrichtungen
betriebswirtschaftliches
Grundlagenwissen vermitteln sollen.
In den USA heißen solche
Programme oft Junior-MBAs. Dafür
ist keine Berufserfahrung erforderlich.
TOEFL
Englisch ist nicht nur in ausländischen
MBA-Schmieden Pflicht. Jeder,
der keinen Abschluss einer
englischsprachigen Uni hat, muss
ihn ablegen. Allerdings gehört er
eher zu den leichten Hürden. Der Test ist im Multiple-Choice-Verfahren
gehalten und wird am Computer
abgenommen. Wer beruflich
mit Englisch zu tun hat, wird damit
keine Probleme haben. Die
Verfahrensart hat den großen Vorteil,
dass man nicht begründen
muss, warum man die jeweilige Antwortvariante gewählt hat.
Durchfallen ist nicht möglich, vielmehr
geht es darum, die von der
Business School geforderte Mindestpunktzahl
zu erreichen. Die
Skala reicht von Null bis 300. Der
Test kann so oft abgelegt werden,
bis die erforderliche Punktzahl erreicht
ist. Doch das kostet natürlich
Zeit und Geld. Als Gebühr für
den Test werden 110 US-Dollar erhoben.
Zur Vorbereitung auf den
TOEFL finden sich auf dem Markt
inzwischen qualitativ vertretbare
CD-ROM-Lösungen für das Selbststudium.
GMAT
Ohne TOEFL wird der „Graduate
Management Admission Test“
(GMAT) nur schwer zu bewältigen
sein. Er ist ein weltweit standardisierter
Computertest in englischer
Sprache, der aus drei Teilen besteht,
in denen sprachliche, mathematische
und analytische Fähigkeiten
geprüft werden. Für den
analytischen Teil müssen zwei Essays
verfasst werden. Der GMAT
vergibt für richtige Antworten
aber nicht nur viele Punkte, sondern
stellt im Anschluss schwerere
Fragen. So wird jeder Teilnehmer
an die Grenzen seiner Fähigkeiten
geführt. Der Test dauert insgesamt
vier Stunden. BWL-Kenntnisse
sind nicht erforderlich. Maximal
können 800 Punkte erzielt
werden, aber selbst 700 Punkte erreichen
weltweit in einem Jahr nur
zwei Prozent der MBA-Bewerber.
Der Test kann in Deutschland in
Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am
Main, Hamburg und München abgelegt
werden. Für die renommierten
MBA-Anbieter ist der GMAT
Pflicht. Vorbereitungskurse auf
den Test können das Ergebnis erheblich
beeinflussen.
Auswahlgespräche und
Referenzen
In der Tradition der akademischen
Ausbildung der angelsächsischen
Länder erwarten viele
MBA-Anbieter, dass sich der Bewerber
um einen Studienplatz Gedanken
darüber gemacht hat, warum
ausgerechnet er ihn erhalten
soll. Seine Motivation muss er regelmäßig
zu Papier bringen. Oft
folgt ein Auswahlgespräch auf dieser
– oder erweiterter – Grundlage.
Stärker als im Erststudium
wird auch auf schriftliche Referenzen
Wert gelegt.
Executive MBA
An Manager mit mehrjähriger
Berufserfahrung
wenden sich Lehrgänge
mit dem Titel „Executive
MBA“. Dabei wird regelmäßig
ein berufsbegleitendes
Teilzeitstudium
mit Präsenz- und Phasen
des Selbststudiums kombiniert.
Manche Firmen
bieten ihren Nachwuchs-
Führungskräften maßgeschneiderte
MBA-Programme
ausgewählter
Business Schools.