Top-Manager
07.05.2006
Eugen Bucher: Der Dienstleister |
Buchers Imperativ: Behandle den Kunden so, wie Du selbst behandelt werden möchtest. Seinen Einstieg bei MLP vor 16 Jahren bezeichnet der bodenständige Schwabe als „göttliche Fügung“. Im karriereführer spricht er über Beratung auf gleicher Augenhöhe, Selbständigkeit und soziales Engagement.
Zur Person Eugen Bucher
Geboren 1958, studierte Eugen Bucher
von 1979 bis 1987 Jura in Freiburg und
absolvierte 1990 das Zweite Staatsexamen.
Nach kurzer Rechtsanwaltstätigkeit
wurde er bereits 1990 MLP-Berater
in Berlin und im folgenden Jahr
Geschäftsstellenleiter.Von 1993 bis
1995 war der Schwabe Prokurist und
Vertriebsdirektor der MLP Finanzdienstleistungen
AG, anschließend wechselte
er in den Vorstand: für fünf Jahre bei
der MLP Finanzdienstleistungen AG,
dann für drei Jahre bei der MLP Bank
AG. Seit 1999 ist er parallel Vorstandsmitglied
der MLP AG sowie seit 2004
erneut bei der MLP Finanzdienstleistungen
AG.
Eugen Bucher ist dreifacher Familienvater, der in seiner Freizeit gern Sport treibt und in seinem zweiten Leben gern Fußballtrainer wäre. Sein Motto ist ein Zitat des Unternehmers Philipp Rosenthal:„Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.“
Herr Bucher, Sie haben Jura studiert –
welches Berufsziel hatten Sie vor
Augen, als Sie mit dem Studium anfingen?
Ich hatte kein festes Berufsziel vor
Augen – von einer Tätigkeit als Anwalt
bis hin zu einem Beruf in der freien
Wirtschaft war alles denkbar.
Wie wurden Sie Finanzberater bei MLP?
Ein Freund erzählte mir 1989 von MLP.
Ich hatte gerade erst in einer Sozietät
als Anwalt angefangen und konnte
mir zunächst gar nicht vorstellen, dass
bei MLP auch Juristen gesucht werden.
Doch dann dachte ich, ich versuche
es mal, und sie haben mich
genommen.
Welche Zusatzqualifikationen mussten
Sie erwerben?
MLP bildet seine Berater systematisch
aus. Die Grundausbildung geht berufsbegleitend
insgesamt zwei Jahre
jeweils über mehrere Wochen und
Monate. Dieses duale System – Theorie
plus Praxis – ermöglicht es einem sehr
schnell, in diese sehr komplexen Fragestellungen
hineinzuwachsen.
Jetzt sind Sie Vertriebsvorstand – was
sind heute Ihre Aufgaben?
Natürlich den Vertrieb zu führen, dort
die wesentlichen Impulse zu setzen,
die richtigen Produkte für unsere Kunden
zu finden und Antworten auf die
Fragen: Sind unsere Märkte, auf die wir
uns fokussieren, richtig ausgelastet?
Und wo haben wir Wachstumspotenzial?
Können Sie sich erklären,warum sich
so wenige Akademiker für den Vertrieb
interessieren?
Das ist in meinen Augen eine gesellschaftliche
Fragestellung: Die Selbständigkeit
in Deutschland wird
falsch eingeschätzt. Es herrscht nach
wie vor die Meinung, dass ich im
Gegensatz zur Selbständigkeit als
Angestellter einer großen deutschen
Bank einen sichereren Arbeitsplatz
habe. Aber im Grunde genommen
wissen wir doch, dass es nicht so ist:
Gerade in Großbanken geht es derzeit
um Stellenabbau und die Frage der
Qualifikation. Bei MLP ist das System
der Selbständigkeit so aufgebaut,
dass der Übergang sehr „weich“ ist,
mit vielen Absicherungen, aber auch
mit vielen Freiheiten, die Sie als Angestellter
in dieser Form nicht finden
werden.
MLP spricht ausschließlich Akademiker
an.Was gefällt Ihnen an der Zielgruppe?
Zum einen gefällt mir, dass es eine
sehr anspruchsvolle Zielgruppe ist und
man die komplexe Materie auf Augenhöhe
besprechen kann. Zum anderen
ist der wirtschaftliche Anreiz größer,
sich auf diese Zielgruppe zu spezialisieren,
da Akademiker im Durchschnitt
mehr verdienen als das Gros der Bundesbürger.
Welche Versicherungsprodukte sollte
ein Berufsanfänger Ihrer Ansicht nach
auf jeden Fall erwerben?
Das wesentliche Kapital eines Berufsanfängers
ist seine Arbeitskraft. Er hat eine lange Ausbildung absolviert und
sollte deshalb dringend eine Berufsunfähigkeitsversicherung
abschließen.
Dazu würde ich empfehlen, die ersten
Bausteine der Altersvorsorge zu setzen.
Außerdem sollte man sich alle
Türen offen halten, um später eine private
Krankenversicherung abschließen
zu können. Im Sachversicherungsbereich
sind die Privat- sowie eine
Berufshaftpflicht meiner Meinung
nach unerlässlich. Als letzten Baustein
für konstante Liquiditätsreserven empfehle
ich ein Kurzläufer-, Renten- oder
Tagesgeldkonto.
Wie viele Versicherungen haben Sie für
sich selbst abgeschlossen?
Eine ganze Reihe: 25 bis 30 Verträge
werden es bei mir und meiner Familie
insgesamt sein.
Welche Qualifikationen sollte ein
Berufsanfänger in der Finanzbranche
mitbringen?
Das Studienfach ist nicht Ausschlag
gebend. Die Hauptsache ist, dass der
Kandidat studiert hat, damit er Akademiker
auf Augenhöhe beraten kann.
Wir erwarten, dass junge Akademiker
sich gerne fortbilden, eine hohe
Bereitschaft zum lebenslangen Lernen
haben und sich gerne in neue Finanzthemen
hineinarbeiten. Daneben ist
eine hohe soziale Kompetenz wichtig
sowie die Fähigkeit, zuhören zu können.
Und man sollte die Kunden so
behandeln, wie man selbst behandelt
werden möchte, und ihnen keinen Vertrag
vermitteln, den man nicht selbst
abschließen würde. Natürlich sind
auch hohe Integrität und Motivationsbereitschaft
wichtig. Ein Berufsanfänger
muss leistungsbereit sein,um
erfolgreich zu sein. Vor allen Dingen
aber sollte er ein Dienstleister sein.
Was ich damit meine, steckt im Wort
selbst:Wir bei MLP halten es für äußerst wichtig, dem Kunden zu dienen.
Das bedeutet auch, sich für die
kleinen Fragen der Kunden genauso
einzusetzen wie für die großen. Und
das orientiert sich nicht an den Provisionen,
die ich erhalte, sondern an der
Fragestellung und ihrer Wichtigkeit.
Und die definiert der Kunde und nicht
der Berater.Wenn Sie diese Eigenschaften
miteinander vereinen, dann
haben sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit
sehr viel Freude an dem
Beruf.
Sind Sie ein eher vorsichtiger Mensch
oder leben Sie mehr nach der Devise
„Es wird schon gut gehen“?
Ich bin Schwabe … Ich bin nicht übervorsichtig,
schon eher konservativ.
Trotzdem bin ich auch jemand, der die
Chancen am Markt gern wahrnimmt.
Ich bin kein Zauderer, ich freue mich
auf die Zukunft und die Herausforderungen,
die der Markt uns stellt.
MLP war eine Zeit lang schwer in der
Krise.Wie haben Sie die überwunden?
Indem wir uns auf unsere Wurzeln
besonnen haben: Unabhängigkeit und
die Konzentration auf die Kernmärkte,
die Akademiker.Wir wollen Qualität
statt Quantität.
Welchen Rat geben Sie Hochschulabsolventen
mit auf den Weg ins Berufsleben?
Neben einer fachlich fundierten Ausbildung
ist es wichtig, sich auch sozial
zu engagieren. Ob in der Kirche, in der
Politik oder im Sport – das spielt keine
Rolle. Denn Teamfähigkeit, Sozialkompetenz
und Kommunikationsstärke
sind mit Ausschlag gebend, um später
Karriere zu machen.












