Top-Manager
17.09.2007
Andreas Penk: Der Tatkräftige |
Bei ihm passen Unternehmensdynamik und eigenes Naturell gut zusammen. Dr. Andreas Penk empfindet Wandel als positiv und gestaltet ihn aktiv mit. Im karriereführer verrät der Mediziner, wie Absolventen ihre Karriere richtig planen, und spricht über Persönlichkeitsplanung, Netzwerke und Karriereziele. Die Fragen stellte Meike Nachtwey.
Zur Person Dr. Andreas Penk
Dr. Andreas Penk ist Mediziner und Manager mit Leib und Seele. 1965 in Leipzig geboren, startete er nach dem Studium der Medizin mit 29 Jahren
seine Karriere bei Pfizer Deutschland als Produktmanager für Klinikpräparate in Karlsruhe.Bereits drei Jahre später, 1997, avancierte er zum Leiter der strategischen Geschäftseinheit für Klinikprodukte.
Im Herbst 2000 wurde er zum Direktor der strategischen Geschäftseinheit für Neuroscience/Urologie/Klinik an der deutschen Niederlassung von Pfizer berufen.
Im März 2002 übernahm Andreas Penk dann die Geschäftsführung von Pfizer Österreich. Dort konnte er die Integration der beiden Unternehmen Pfizer und Pharmacia erfolgreich abschließen.
Seit dem 1. März 2007 ist Andreas Penk Vorsitzender der Geschäftsführung der Pfizer Deutschland GmbH. Er ist verheiratet und Vater zweier Töchter.
Sie haben Medizin studiert – welches
Berufsziel hatten Sie vor Augen, als Sie
mit dem Studium anfingen?
Eigentlich wollte ich Arzt in einem
Krankenhaus werden. Das war allerdings
zu einer Zeit, in der Deutschland noch
geteilt war. Ich habe ja in den neuen
Bundesländern studiert. Mit der Wende
taten sich dann gegen Ende meines Studiums
ganz neue Möglichkeiten auf. Eine dieser
Möglichkeiten war die Industrie.
Diese Chance haben Sie ergriffen, zunächst
als Pharmamarktforscher gearbeitet und
seit 1994 Karriere bei Pfizer gemacht.
Heute sind Sie Vorsitzender der deutschen
Geschäftsführung. Wie gelingt eine
solche Traumkarriere?
Von Traumkarriere möchte ich eigentlich
nicht sprechen. Das klingt, als könnte
man seinen beruflichen Werdegang bis ins
letzte Detail vorausplanen. Dem ist ja nicht
so, denn zum Geschäftsführer wird man von
anderen ernannt – und auf deren Entscheidung
hat man letztlich wenig Einfluss. Der
entscheidende Punkt in meiner Laufbahn war,
dass sich das Unternehmen Pfizer, in das
ich 1994 eingetreten bin, massiv gewandelt
hat. Im Grunde gibt es das Unternehmen von
damals heute gar nicht mehr. Ich habe
diesen Wandel immer als etwas Positives
erlebt und ihn in unterschiedlichen
Verantwortungsbereichen aktiv mitgestaltet.
Das tue ich bis heute, und so passen die
Unternehmensdynamik und mein Naturell
offenbar ganz gut zusammen.
Wie groß ist der Vorteil, den Sie als
Mediziner in der Rolle des Geschäftsführers
eines Pharmaunternehmens haben? In der
Reihe der deutschen Pfizer-Geschäftsführer
sind Sie immerhin der erste Mediziner.
Nun ja, zumindest ist es kein Nachteil, dass
ich Mediziner bin. Wahrscheinlich verstehe
ich medizinische Sachverhalte etwas besser
als ein Nicht-Mediziner. Ich kenne die
Herausforderungen, denen Ärzte bei der
Behandlung ihrer Patienten gegenüber
stehen. Ich spreche selbst die Sprache der
Mediziner. Das heißt, ich kann sehr gut
nachvollziehen, nach welchen Gesichtspunkten
Ärzte ein Medikament beurteilen und warum
sie sich für oder gegen ein bestimmtes
Präparat entscheiden. Letztlich sind das
aber Punkte, die man nicht überbewerten
sollte. Die ärztliche Wahrnehmung ist ja
nicht alles, was den Erfolg eines
Pharamunternehmens ausmacht. Und meine
medizinische Ausbildung alleine befähigt
mich noch nicht zum Geschäftsführer von
Pfizer Deutschland.
Welchen Rat können Sie Hochschulabsolventen
für Ihre Karriereplanung geben?
Ich möchte nicht von Karriereplanung, eher
von Persönlichkeitsplanung sprechen. In
meinen Augen geht es weniger darum, welche
Titel ich in fünf, acht oder zwölf Jahren
erreichen möchte. Es geht darum, welche
Fähigkeiten ich ausbauen, welche neuen
Kenntnisse ich mir aneignen und welche
Netzwerke ich aufbauen möchte. In diesen
Fragen kann ich gezielt an mir arbeiten
und mir Ziele stecken. Ich ganz alleine
habe in der Hand, ob ich diese Ziele erreiche
oder nicht.
Heißt das, Naturwissenschaftler müssen
heute ein möglichst breites Wissen mitbringen,
um beruflichen Erfolg zu haben?
Sicher. Das gilt im Übrigen nicht nur für
Naturwissenschaftler. Es reicht nicht mehr aus,
eine bestimmte Fähigkeit auf ein sehr hohes Niveau
zu treiben. Mehrere Dinge sind gefragt, und dazu
gehört natürlich auch die fachliche Kompetenz.
Was hinzu kommt, sind eine hohe soziale Kompetenz
und die Fähigkeit, Probleme erkennen und lösen zu
können. Ein gesunder Menschenverstand gepaart mit
erkennbarer Tatkraft sind schon gute Voraussetzungen dafür.
Was ist geeigneter, um Karriere zu machen:
ein ingenieurtechnisches Aufbaustudium
oder Promotion?
Auch hier gilt: Beruflicher Erfolg ist heute nur
noch in sehr wenigen Fällen von akademischen
Titeln abhängig. Es geht vielmehr um Inhalte.
Nehmen wir an, ein Jurist setzt sich während
seiner Promotion intensiv mit dem Pharmarecht
auseinander. Dann kann es sein, dass ihn dies für
eine spätere Position in einem Pharmaunternehmen
sehr gut qualifiziert. Die Promotion alleine –
also der Nachweis, dass jemand wissenschaftlich
arbeiten kann – genügt natürlich noch nicht.
Kommen wir noch einmal zu Pfizer: Warum
sollten sich Hochschulabsolventen gerade
in Ihrem Unternehmen bewerben?
Weil die Art, wie wir die Dinge bei Pfizer
anpacken, viele Chancen für talentierte und
engagierte Absolventen bietet. Wer aktiv ist
und sich einbringt, hat viele Freiräume, seinen
Aufgabenbereich und damit das Unternehmen
mit zu gestalten. Ich habe das an Pfizer immer
sehr geschätzt. Hinzukommt: Unser Ziel ist
Gesundheit für Mensch und Tier. Mit der
Erforschung und Entwicklung unserer Arzneimittel
helfen wir, Leiden zu lindern und Krankheiten
zu besiegen. Etwas Großartigeres kann es aus
meiner Sicht nicht geben.
Welches – noch nicht existierende – Medikament
wird Ihrer Meinung nach am dringendsten benötigt?
In Industrienationen ist es sicher ein Medikament,
das Alzheimer heilt. Aufgrund der demographischen
Entwicklung ist dies ein Feld, das uns zunehmend
vor große medizinische und gesellschaftliche
Herausforderungen stellt. In Entwicklungsländern
wird dringend ein noch potenteres HIV-Medikament
benötigt. Auf beiden Therapiegebieten forscht Pfizer.
Zum Schluss noch drei Fragen abseits der
Pharmabranche: Welchen Beruf würden Sie ergreifen,
wenn Sie für eine Woche tauschen könnten?
Dann wäre ich Chef eines großen Kunstmuseums. Das
Kunsthistorische Museum in Wien würde mir zum
Beispiel sehr gefallen.
Und in Ihrer Freizeit: Was tun Sie da am liebsten?
Ich habe zwei wunderbare Töchter und verbringe
meine Zeit außerhalb der Arbeit am liebsten mit der Familie.
Haben Sie ein Motto?
Nein, da muss ich Sie leider enttäuschen.
Pfizer – das Unternehmen
Der forschende Arzneimittelhersteller Pfizer ist weltweit führend und schwerpunktmäßig in den Gebieten Human-Arzneimittel und Tiergesundheit tätig.Im vergangenen Jahr profitierten über 165 Millionen Patienten von Pfizer-Arzneimitteln, davon mehr als neun Millionen in Deutschland. Mit dem höchsten Forschungsetat der Branche (2006: 7,6 Milliarden US-Dollar) setzt der Arzneimittelhersteller mit Hauptsitz in New York neue Standards in der Erforschung und Entwicklung von innovativen Medikamenten. Im Geschäftsjahr 2006 erzielte das Unternehmen weltweit einen Umsatz in Höhe von rund 48,4 Milliarden US-Dollar und beschäftigte circa 100.000 Mitarbeiter.
Die Unternehmen der Pfizer-Gruppe in Deutschland befinden sich an fünf Standorten: Karlsruhe, Feucht, Illertissen, Freiburg und Frankfurt-Höchst. Insgesamt sind etwa 5200 Mitarbeiter beschäftigt (Stand: 31.12.2006).
Informationen im Internet unter:













