11. März 2002
Universität zu Köln plant Wiederbelebung der Beziehungen zur Universität Kabulvon karrierefuehrer |
Ein Antrag zur Finanzierung des Vorhabens, bei dem die Universität zu Köln auch eigene Mittel einsetzt, wurde soeben der Bundesregierung zugeleitet. Neben der federführenden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät werden sich auch die anderen Fakultäten der Universität zu Köln an der Wiederbelebung der Beziehungen zur Universität Kabul, darunter vor allem die Philosophische Fakultät und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, beteiligen.
Bereits in den sechziger und siebziger Jahren bestand eine enge Partnerschaft zwischen der Kölner Universität und der Universität Kabul. Das Kooperationsabkommen trat im März 1962 mit der Ratifizierung durch die damaligen Rektoren der Hochschulen und der Dekane der beiden beteiligten Wirtschafts- bzw. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultäten in Kraft. Durch die Erstellung und Durchführung gemeinsamer Lehr- und Forschungsprogramme sollte zum einen die afghanische Seite zur selbständigen Forschung und Lehre im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich befähigt und zum anderen das Ausbildungsniveau an der Universität Kabul dem internationalen Standard angeglichen werden. Eine Intensivierung der Kooperation wurde durch die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft deutscher Partnerschaftsfakultäten unter Beteiligung der Universitäten Bochum und Bonn im Jahre 1974 erzielt.
Die Bedeutung dieses universitären Zusammenhangs im deutsch-afghanischen Verhältnis ist unter anderem daran abzulesen, dass der gegenwärtige Entwicklungsminister der afghanischen Übergangsregierung, Dr. Amin Farhang, der durch diese Partnerschaft eine Förderung erhielt, Doktor der Kölner Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät ist.
Die im Rahmen der Wiederbelebung der Partnerschaft einzusetzenden Lehrkräfte sollten in der Lage sein, entweder in einer der afghanischen Landessprachen oder in Englisch zu unterrichten, wodurch die Internationalität des neu zu etablierenden Studiengangs in den Wirtschaftswissenschaften bestärkt würde.
Das Partnerschaftsprojekt soll durch eine Koordinationsstelle in Kabul, die von einem Kölner Wirtschaftswissenschaftler geleitet werden sollte, und einer Koordinationsstelle der Universität zu Köln (Kabul-Büro), das gegebenenfalls auch die Aufgabe einer Erweiterung der akademischen Kooperation über die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät hinaus übernehmen kann, unterstützt werden. Für beide Positionen sowohl in Kabul als auch in Köln stehen hochqualifizierte Kölner Wirtschaftswissenschaftler zur Verfügung. Ergänzt wird das Lehrprogramm der Studiengänge in Kabul durch Kölner Spezialisten, die im Rahmen von Kurzzeitdozenturen (ein bis zwei Monate) Kompaktveranstaltungen als Block anbieten, die sich in das Gerüst der kabuler Studiengänge einfügen. Zusätzlich soll Kabuler Studierenden die Möglichkeit zu einem Studium in Köln eingeräumt werden.
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