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Hochschule

25.07.2005

Hochschulrankings und der „Kampf um die besten Köpfe“

von Christoph Berger

1989 wurde das erste umfassende Hochschulranking in Deutschland vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ veröffentlicht. Seitdem folgten weitere Folgen mit Rankings, die ihren Ursprung in den USA haben.

Der öffentlichkeitswirksamste und ausführlichste Vergleich wird in Deutschland allerdings vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) herausgebraucht – seit 2005 in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Eine intensive Betreuung während des Studiums, gute Ausstattung der Fachbereiche, wie Bibliotheksausstattung und zur Verfügung stehende Computer, sowie gute Forschungsvoraussetzungen sind wohl Erwartungen, die Studenten an ihre Universitäten richten. Doch wo werden diese Erwartungen erfüllt, wo finden Studenten den für ihre Bedürfnisse geeigneten Fachbereich? Informationen und Antworten auf diese Fragen können aus Hochschulrankings gezogen werden.

Das umfassendste Hochschulranking für den deutschsprachigen Raum wird vom CHE und der „Zeit“ veröffentlicht. In ihm werden 35 Fachbereiche an Hoch- und Fachhochschulen im deutschsprachigen Raum auf Fakten zu Studium, Lehre, Ausstattung und Forschung untersucht. Das Kernelement des Rankings ist jedoch das Urteil der Studierenden selbst. Urteile von über 210.000 Studierenden über die Studienbedingungen an ihrer Hochschule sowie die Reputation der Fachbereiche unter den Professoren der einzelnen Fächer sind in die Bewertungen eingearbeitet. Eine gute Methode also, sich über die Bedingungen an den einzelnen Fachbereichen der Universitäten zu informieren. Denn die Untersuchung verzichtet auf ein Ranking ganzer Hochschulen, die nicht selten eine bewusste Profilentscheidung eingegangen sind. So zeigen die Ergebnisse des CHE-Rankings, dass sich die einzelnen Fächer einer Hochschule in ihrer Leistungsfähigkeit in vielen Punkten deutlich unterscheiden.

Und die Universitäten reagieren darauf. So sagt Professor Dr. Roland Czada, Dekan vom Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück: „Das Ranking ist eine neue Herausforderung.“ Sein Fachbereich zählt beispielsweise mit der Wirtschaftsinformatik und den Rechtswissenschaften an der Uni Osnabrück in vielen Untersuchungspunkten zur Spitzengruppe. „Wenn man gut abschneiden will, so muss man erst einmal im Urteil der Studierenden gut abschneiden“, so seine Einschätzung. Dazu gehöre vor allem, dass sich die Studierenden mit dem Fachbereich und ihrer Universität identifizieren, wozu es eine Menge Möglichkeiten gebe. Studentenhomepages mit Bild, Diskussionsgruppen oder Abschlussfeiern mit Reden und Musik, wie sie von amerikanischen Unis bekannt sind, sind da nur einige Potentiale.

Das Ganze könnte dann zu einer Art Kreislauf werden. Schneidet ein Fachbereich im Ranking gut ab, kann er auf eine erhöhte Bewerberquote hoffen. Czada: „Je höher dann die Bewerberzahlen im Verhältnis zur Zulassung sind, um so mehr kann man Rosinenpicken machen – sich die besten Studenten raussuchen.“ Dies hat wieder bessere Studienzeiten und -ergebnisse zur Folge und damit womöglich auch wieder eine stärkere finanzielle Unterstützung. Doch würde es soweit kommen, sieht der Wissenschaftler auch Probleme aufkommen: „Wenn so ein Automatismus in Gang kommen sollte, dann wäre das alles ganz schlecht. Dann würde der Wettbewerb im Grunde reguliert und nicht offen ausgetragen.“

Denn wichtig sei doch vor allem, dass durch das Ranking eine Transparenz der Fachbereiche hergestellt werde. „Denn wie sollen Studenten ansonsten einigermaßen wissen, wie der Rang einer Forschungsstätte eingeschätzt wird.“



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