09.08.2003
Internationalisierung deutscher Hochschulen wird vorangetriebenvon Robert Piterek |
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte zunächst offen gelassen, ob die aus UMTS-Erlösen stammenden Gelder für internationales Hochschulmarketing zur Verfügung gestellt würden. In einer Presseerklärung am 17. Juli 2003 gab Bildungsminsterin Buhlmahn die Mittel frei: "Unsere Hochschulen können auch in den nächsten Jahren auf meine Unterstützung zählen, wenn es darum geht, ihre Präsenz auf dem internationalen Bildungsmarkt auszubauen und mehr Studierende sowie
Spitzenwissenschaftler aus dem Ausland für sich zu gewinnen." Buhlmahn fuhr fort, dass ausländische Studierende und Wissenschaftler, die sich hier wohl fühlten, "die besten Botschafter für Deutschland in ihren Heimatländern" seien. Derzeit liege der Anteil ausländischer Studierender bei acht Prozent. Die Bundesregierung visiert eine Erhöhung auf zehn Prozent an.
Anstieg um 35 Prozent
Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes studierten im Wintersemester 02/03 224.159 ausländische Gaststudenten an deutschen Hochschulen, rund 35 Prozent mehr als noch vor vier Jahren. Demnach liegt der Anteil der Gaststudenten bereits bei 11,6 Prozent.
Vorwurf der Gettoisierung
Kritik übte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks: Die Betreuung der Studierenden vor Ort sei häufig nicht geregelt, insbesondere die Unterbringung gestalte sich schwierig, so Dieter Schäferbarthold. Da die Wohnheimplätze in manchen Orten bereits zur Hälfte mit ausländischen Studierenden belegt seien, werde den Studentenwerken nicht selten eine "Gettoisierung" vorgeworfen. Christian Bode vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst wies darauf hin, dass beispielsweise in Heidelberg Studenten wieder abgereist seien, weil sie keine Wohnunterkunft finden konnten.
Quellen: www.bundesregierung.de, www.destatis.de, Zeit-Jobletter
Die Studie "Studierende in den Wintersemestern 1998/99 bis 2002/2003" steht zum Download bereit unter: