Während für viele Highschool-Absolventen in den USA der Bildungstraum Harvard, Yale oder Princeton heißt, hat der deutsche Abiturient nicht die Möglichkeit, sich für eine Elite-Universität zu entscheiden, denn es gibt hierzulande keine. Das kann sich jedoch bald ändern.
Aufgeschreckt durch den schlechten internationalen Vergleich, kam die Idee der Elite- Universitäten auf den Plan der Politiker, um der Bildungsmisere ein Ende zu bereiten. Kanzler Schröder plädierte für die Gründung einer Spitzenuniversität, während die Opposition die Idee eines „Exzellenznetzwerkes“ favorisierte. Bei diesem sollen statt ganzer Hochschulen nur einzelne Fakultäten oder Fachbereiche gefördert werden. Das Ergebnis ist ein Kompromiss, bei dem Gelder für zehn Elite-Universitäten bereitgestellt werden soll. Von 2006 an bis 2010 sollen 1,9 Milliarden Euro zur Förderung der Elite bereitstehen. Über die Auswahl der „Leuchttürme der Wissenschaft“, so der blumige Ausdruck für die Elite Universitäten, entscheidet eine unabhängige Jury. Der Erhalt von Mittel für die Hochschulen ist jedoch an einige Bedingungen geknüpft: die Universitäten sollen über ein Graduierten-Kolleg für den wissenschaftlichen Nachwuchs, sowie ein „Exzellenz-Zentrum“, bei dem mehrere herausragende Fachbereiche einer Hochschule zusammenarbeiten sollen, verfügen. Darüber hinaus sollen die Unis ein Entwicklungskonzept für den internationalen wissenschaftlichen Wettbewerb liefern.
Die Reaktionen auf die geplanten Elite-Universitäten sind durch aus unterschiedlich: Die Hochschulenrektorenkonferenz (HRK) begrüßt die Idee einer Hochschulelite, der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) Professor Bernard Kempen, steht dem Projekt eher skeptisch gegenüber und befürchtet, dass nur noch die Eliteunis gefördert werden und die anderen Universitäten auf der Bildungsstrecke bleiben.
Ob „Leuchttürme der Wissenschaft“ oder nicht, die nächsten Jahre werden zeigen, ob Deutschland nach dem Vorbild der USA seine Hochschulpolitik grundlegend ändert.