Hochschule
12.08.2002
Chemie: Gute Jobchancen fördern Studienzahlenvon karriereführer
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Die Zahl der Studienanfänger in Chemie hat sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr kräftig erhöht. An deutschen Universitäten begannen 4.924 Personen ihr Studium (2000: 3.813) in diesem Fachbereich. 385 von ihnen strebten einen Bachelor-Abschluss an. Grund für den Anstieg war die positive Arbeitsmarktlage für Absolventen. Die Zahl der Diplom- und Promotionsprüfungen ging zurück.
Diplom-Chemie: Einschreibungen klar gestiegen
Vor allem in Diplom-Chemie gab es deutlich mehr Neuimmatrikulationen. Die Anzahl der Diplom- und Promotionsprüfungen ist jedoch zurückgegangen - eine Entwicklung, die sich - wie der Informationsdienst Wissenschaften (idw) unter Bezug auf die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) meldet - für die Promotionen in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Auch in Biochemie sowie in den Lehramt- und den FH-/Diplomingenieur-Studiengängen haben sich deutlich mehr Studenten neu eingeschrieben. Demgegenüber war der Anteil der stellensuchenden Berufseinsteiger mit Diplom oder Promotion im Vorjahresvergleich niedriger. Der Anteil weiblicher Studienanfänger in Chemie blieb mit 46 Prozent gleich, ebenso der Anteil ausländischer Studenten mit 13 Prozent. Insgesamt studierten 22.451 Studenten zwischen Rhein und Oder Chemie, 5.457 Studenten bereiteten sich auf die Promotion vor. Im vergangenen Jahr bestanden 1.157 Studierende das Vordiplom. Erwartungsgemäß wurde auch ein Rückgang der Diplomprüfungen auf 1.019 (Vorjahr 1.249) und Promotionen auf 1.775 (Vorjahr 2.052) beobachtet, wobei die Zahl der Promotionen erstmals seit zehn Jahren unter 2.000 lag. Der Anteil der Studentinnen betrug beim Vordiplom 35 Prozent, beim Diplom 28 Prozent und bei der Promotion 22 Prozent.
Doktoranden brauchten bis zur Promotion im Durchschnitt 19,6 Semester. Diplomanden 12,4 Semester. Der Trend in Chemie, dass Diplomchemiker nach dem Diplom promovieren, hält weiter an: Neun von zehn Diplom-Chemiker gingen Richtung Doktortitel. Lediglich sechs Prozent verließen die Universität und stiegen ins Arbeitsleben ein.
Nach der Promotion im Fach Chemie begann die Karriere...
- für 40 Prozent in die Chemische Industrie
- für 16 Prozent in der Wirtschaft
- für 14 Prozent für einen sogenannten Postdoc-Aufenthalt im Ausland.
- für zwölf Prozent als befristete Angestellte im Inland
- für sechs Prozent im Forschungsbereich einer Hochschule oder eines Forschungsinstituts
- für drei Prozent im öffentlichen Dienst
- für ein Prozent als Student eines Zweitstudiums
- für ein Prozent als Freiberufler
Sieben Prozent der promovierten Absolventen (Vorjahr sechs Prozent) waren zum Zeitpunkt der Umfrage stellensuchend.
Diplom-Biochemie
Im Studiengang Biochemie stiegen sowohl die Studienanfängerzahlen als auch die Vordiplom-, Diplom- und Promotionsprüfungen an. 710 Studierende
begannen im vergangenen Jahr ihr Biochemiestudium. Insgesamt studierten 3.514 Personen in Deutschland dieses Studienfach. 51 Prozent der Studienanfänger waren Frauen, ihr Anteil an der Gesamtzahl der Studierenden lag mit 47 Prozent an der Gesamtzahl der Studierenden deutlich höher als im Chemiestudiengang. 425 Studierende absolvierten das Vordiplom, 313 bestanden das Diplom und 163 promovierten in Biochemie. Studiendauer bis zum Diplom: 10,5 Semester, bis zur Promotion: 19 Semester.
Lebensmittelchemie, Chemie auf Lehramt- und FH-Studiengänge
Den Studiengang Lebensmittelchemie begannen 410 Studierende neu. Mit 74 Prozent lag der Frauenanteil hier sehr hoch, der Ausländeranteil der Studienanfänger betrug acht Prozent. Insgesamt studierten 1.444 Personen Lebensmittelchemie. Die Dauer für Studium und Doktorarbeit betrug durchschnittlich 16,3 Semester.
Deutlich gestiegen sind auch die Studienanfängerzahlen bei den angehenden Lehrer. Hier war auf der anderen Seite aber auch ein Rückgang der Absolventenzahlen zu verzeichnen. Die Anfängerzahlen für das Lehramt (Sekundarstufe I und II) an Haupt- und Realschulen und Gymnasien betrugen deutschlandweit 1.694.
Die Absolventenzahlen fielen und betrugen 187 Studierende für die Sekundarstufe I und 458 für die Sekundarstufe II. 65 Lehramtsstudenten promovierten.
FH- und Diplomingenieur-Studiengänge an Gesamthochschulen waren nur wenig attraktiver für Studienanfänger als im Vorjahr. 1.064 begannen ihr Studium, der Frauenanteil lag bei 45 Prozent, die Absolventenzahl sank. Studiendauer: 10,3 Semester.
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