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Hochschule

25.06.2002

CEPIS-Report: In Europa fehlen bald 1,5 Millionen IT-Praktiker

von karriereführer

Aus dem aktuellen CEPIS-Report geht hervor, dass weitere 1,5 Millionen IT-Praktiker bis 2005 in Europa benötigt werden, um die Wachstumsraten der späten neunziger Jahre zu erreichen. Der Bedarf kann höchstwahrscheinlich nicht durch die IT-Studenabgänger in Europa gedeckt werden. Die Untersuchung macht ebenfalls deutlich, dass im IT-Kernsektor Systemausstattung europaweit ein Defizit besteht.

Inhalt:

Vergleichbare nationale Statistiken
Defizite bei IT-Systemausstattung und Ausbildung
Vergleich Deutschland, Irland, Schweden und Vereinigtes Königreich


Vergleichbare nationale Statistiken

Der CEPIS-Report (Council of European Professional Informatics Societies) bietet Unternehmen der IT-Industrie sowie den Regierungen der europäischen Mitgliedsstaaten und Beamten der Europäischen Kommission eine solide Grundlage zur Bestimmung der Arbeitsmarktlage von IT-Fachkräften innerhalb der Europäischen Union.

Zum ersten Mal werden vergleichbare nationale Statistiken zur Lage der IT-Branche aus EU-Mitgliedsstaaten ausgewertet. Die Untersuchung zeigt die Entwicklung einer Reihe von Merkmalen auf, die in den vergangenen Jahren für die in der Computerbranche tätigen Fachkräfte bezeichnend waren. Damit wirft die Studie auf der Grundlage verlässlicher Fakten und Zahlen ein neues Licht auf diesen für die Europäische Union strategisch bedeutsamen Bereich. Insbesondere macht der CEPIS Report deutlich, dass sich die wichtigsten statistischen Aussagen und Interpretationen auf die Berufbilder beziehen und nicht so sehr, wie bislang häufig angenommen, auf die betroffene Industriebranche. Die Prognosen deuten darauf hin, dass auf europäischer Ebene im Falle eines jährlichen Wachstums von 10 Prozent bei der Beschäftigung von IT-Kräften in Führungspositionen ein zusätzlicher Bedarf von insgesamt mehr als 1,5 Millionen Computerfachleuten und dem Computersektor zuzuordnenden Fachleuten bis zum Jahr 2005 entstehen könnte. Während diese Zahl deutlich unter den Schätzungen der International Data Corporation (IDC - IDC ist ein US-amerikanisches Beratungsunternehmen auf deren Analyse die meisten bisherigen Schätzungen und Prognosen über IT-Fachkräfte beruhen, über die auf europäischer Ebene diskutiert wird.) hinsichtlich des künftigen Mangels an Fachkräften liegt, stellt sie doch ein recht beträchtliches Volumen dar, das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch die Studienabgänger in Europa abgedeckt werden kann.

Defizite bei IT-Systemausstattung und Ausbildung

"Mehr als die Hälfte der in Europa im IT-Bereich Beschäftigten arbeiten nicht im IT-Kernsektor der Systemausstattung und haben oftmals keine
umfassende Ausbildung in der Informatik und Informationstechnologie, sondern ihre Kenntnisse im Rahmen ihrer Tätigkeit erworben. Diese Analyseergebnisse der Studie sind hinsichtlich der Einschätzung von möglichen künftigen Defiziten und der vorzubereitenden Reaktion auf das Fehlen grundlegender Kenntnisse in IT sehr bedeutend", sagt CEPIS Präsident Professor Dr. Wolffried Stucky. "Aus unserer Sicht sind deshalb paneuropäische Vereinbarungen, die es Arbeitskräften ohne Studienabschluss in der Informationstechnologie erlauben, effektiv weiteres Fachwissen in diesem Bereich zu erwerben und sich zertifizieren zu lassen, dringend erforderlich. CEPIS hat dafür das Europäische Zertifikat für Informatikfachkräfte EUCIP (European Certificate for Informatics Professionals) entwickelt, das von der EU Kommission (über das Tentelecom Programm) unterstützt werden soll.

Die Ergebnisse der Arbeit der sogenannten Monitoring Group, die Unterstützungsstrategien für die Industrie in diesem strategisch äußerst bedeutsamen
Bereich entwickeln soll, werden im Oktober in Kopenhagen während der dänischen EU-Präsidentschaft auf einem "e-Fachkräfte-Gipfel" präsentiert werden.

Vergleich Deutschland, Irland, Schweden und Vereinigtes Königreich

Vorläufige Ergebnisse, die sich auf IT-Arbeitskräfte in den vier genauer untersuchten Ländern Deutschland, Irland, Schweden und Vereinigtes Königreich beziehen, sind:

- ein vergleichsweise höherer Anteil von Frauen in Irland und in Schweden;
- ein deutlich größerer Anteil von Selbständigen (Berater und Auftragnehmer)
im Vereinigten Königreich als in Deutschland;
- in Irland und Schweden ein im Vergleich zum Vereinigten Königreich und
Deutschland höherer Anteil von Computerfachkräften in der Systemausstatter-("Informationssysteme")-Industrie als in Anwenderunternehmen;
- ein in groben Zügen ähnliches Ausbildungssystem für Computerfachkräfte mit vergleichbarem Leistungsprofil in den vier Ländern; und
- eine im Vergleich zu Deutschland offensichtlich umfassendere Ausbildung der Fachkräfte im Vereinigten Königreich und Schweden.

Weitere Informationen:

CEPIS - Council of European Professional Informatics Societies
CEO Peter Bumann
Stresemannallee 15, VDE Haus
D-60596 Frankfurt/Main

Tel.: 069/6308-392
Fax: 069/96 31 52 33



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