29.06.2005
BMBF publiziert 9. Studierenden-Surveyvon Thomas Böttcher |
Dieses zeigt vor allem, dass die Studierenden mit der Qualität der Lehrveranstaltungen zunehmend zufrieden sind, aber sich noch eine bessere Betreuung während des Studiums und bei der Jobsuche sowie einen höheren Praxisbezug wünschen. Rund 10.000 Studierende von Universitäten und Fachhochschulen aus dem Wintersemester 2003/2004 nahmen an der Befragung teil. Der Survey enthält umfangreiche Informationen, beispielsweise zum sozialen Profil der Studierenden, ihren Erwartungen, Strategien und beruflichen Aussichten.
Positiv zu bewerten ist, dass sich die Bilanz der Studienqualität im Vergleich zur 8. Ausgabe (WS 2000/01) verbessert hat. Die inhaltliche Qualität des Lehrangebots wurde mit 68 Prozent (2000/01: 65 Prozent) und die Qualität des Studienaufbaus mit 59 Prozent (2000/01: 55 Prozent) bewertet. Die Schwankungen zwischen den unterschiedlichen Studienfächern sind teilweise sehr groß, am schlechtesten wurde die Qualität der Lehre in den Rechtswissenschaften benotet. Hauptkritikpunkte der angehenden Juristen sind das schlechte soziale Klima und die Anonymität, Ursache für beides dürfte die hohe Anzahl an Konkurrenten sein.
Ein generelles Bedürfnis vieler Studierenden ist das Verlangen nach einer intensiveren Betreuung durch die Lehrenden, was sich an Universitäten 38 Prozent wünschen und an Fachhochschulen 26 Prozent. Darüber hinaus würden 32 Prozent vor allem eine stärkere Unterstützung beim Start ins Berufsleben begrüßen.
Die Analyse zeigt zudem, dass die Studierenden von heute ein großes Maß an Mobilität und Flexibilität besitzen, weil sie um die Arbeitsmarktprobleme wissen und darauf angemessen reagieren. 80 Prozent sind bereit, einen fachlich und finanziell vergleichbaren anderen Beruf zu ergreifen, bei der ersten Befragung 1983 waren es nur knapp 65 Prozent. Einem zügigen Studienabschluss wünschen sich 42 Prozent an Universitäten sowie 50 Prozent an Fachhochschulen, was eine relativ hohe Quote ist.
Ebenfalls interessant ist die Veränderung bei der Nutzung des Internets: Über 90 Prozent aller Studierenden haben demnach einen privaten Internetzugang. Internet und neue Medien werden als positives Element für die Studienqualität gewertet. Die regelmäßige Nutzung eines Computers geben 87 Prozent der Männer sowie 78 Prozent der Frauen an.
Ein weiteres Ergebnis der Befragung zeigt, dass das gewählte Studienfach oft mit den gewählten Leistungsfächern in der Schule zusammenhängt. So haben in den Natur- und Ingenieurwissenschaften an Universitäten 86 beziehungsweise 82 Prozent zumindest einen naturwissenschaftlichen Leistungskurs besucht.
Die komplette Studie können sie einsehen unter:
http://www.bmbf.de/pub/ 