Der Begriff der Biotechnologie ist bei der Mehrheit der Bevölkerung durch genmanipulierte Nahrung und das Klonen von Lebewesen sehr negativ belegt.
Die Chancen, die diese Branche für die Zukunft bietet, und den Nutzen, den die Biotechnologie haben kann, werden oft verkannt.
Um den Menschen das Thema näher zu bringen, haben junge europäische Wissenschaftler das Projekt BioPop ins Leben gerufen, welches das Thema Biotechnologie allgemein verständlich kommunizieren will. Dazu treffen sich junge Wissenschaftler aus Italien, Deutschland, Polen, Frankreich und den Niederlanden im Oktober (8. und 9.10.) dieses Jahres im italienischen Bologna und im nächsten Jahr im niederländischen Delft jeweils in einem großen Festzelt mit interessierten Besuchern aus den beiden Städten.
Auf unterhaltsame Art und Weise und allen Altersstufen gerecht werdend, sollen wissenschaftliche Themen diskutiert und Hemmschwellen abgebaut werden. In einem offenen Labor wird man DNA aus Kiwis und Bananen extrahieren und sichtbar machen, oder Kindern die Möglichkeit geben, auf biotechnologischen Themen basierende Computerspiele zu spielen. „Wir wollen mit den Menschen über ihre Interessen und Bedenken reden. Die Ergebnisse wollen wir in die Forschung integrieren.“, so der Projektleiter Francesco Lescai aus Italien.
Deutschland wird bei diesem Projekt durch die biotechnologische Studenteninitiative vertreten. Bereits im Juni 2005 nahmen fünf deutsche Studenten bzw. Jungwissenschaftler an einem Vorbereitungsseminar im italienischen Bologna teil. Insgesamt 40 junge Wissenschaftler aus fünf Ländern übten sich drei Tage lang im Umgang mit „Nichtwissenschaftlern“, den Techniken der Gesprächsführung und dem Schreiben von Pressemitteilungen. Hochkarätige Referenten aus verschiedenen Ländern eröffneten Diskussionen über bioethische Themen und halfen das Konzept von BioPop zu verfeinern.
Im Mittelpunkt des Trainings stand dabei immer wieder die Aufgabe, wissenschaftliche Themen in einfache Worte zu fassen, denn Biotechnologie betrifft jeden und soll somit auch für jeden verständlich sein. Nur so sei es auf lange Sicht möglich, die Vorurteile gegenüber der Biotechnologie zu zerstreuen, meinen die Veranstalter.