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Hochschule

05.05.2003

Wissenschafts-Standort Deutschland wieder im Aufwind

von Robert Piterek

Das Land der Dichter und Denker zieht wieder ausländische Forscher an: Die Investitionen der Politik zur Verbesserung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit im Forschungssektor zahlen sich aus, gleichzeitig ist das bislang beliebteste Forscher-Gastland, die USA, in der Gunst ausländischer Forscher zurückgefallen. Die meisten Wissenschaftler aus der Ferne zieht es nach Berlin und München.

Tatsächlich beobachtet die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) ein großes Interesse von hochqualifizierten Forschern für mehrere Monate oder Jahre an den hiesigen Hochschulen tätig zu werden. Die Süddeutsche Zeitung verleitet diese Neuigkeit sogar zu der Annahme, dass Deutschland für viele ausländische Wissenschaftler offenbar wieder erste Wahl sei. Die Zeitung zitiert AvH-Präsident Wolfgang Frühwald mit den Worten: "Besonders für die Elite ist Deutschland attraktiver geworden." Im Zuge des Streits um die Zuwanderung und der weiterhin auffälligen Ausländerfeindlichkeit war der Strom ausländischer Wissenschaftler nach Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich abgeebbt.

Zwei Gründe sind ausschlaggebend für den derzeitigen Stimmungsumschwung zugunsten des hiesigen Wissenschafts-Standorts: Zum einen gibt es seit einiger Zeit verstärkte Anstrengungen der Politik und der Wissenschaft im vielerwähnten Wettlauf um die besten Köpfe aufzuholen und sich dies auch etwas kosten zu lassen. Allein die Huboldt-Stiftung erhielt Fördergelder des Bundesforschungsministeriums in Höhe von 50 Millionen Euro aus den UMTS-Erlösen. Damit wurden zwei Forschungspreise aufgelegt, die sich im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen können. Um für drei Jahre in Deutschland tätig zu sein, wurden jeweils bis zu 2,3 Millionen Euro an 14 Wissenschaftler aus den USA, Australien und Russland vergeben. Jeweils bis zu 1,2 Millionen erhielten weitere 29 Nachwuchsforscher. Auf der anderen Seite profitiert die deutsche Wissenschaft von den sich verschlechternden Einreise- und Arbeitsbedingungen, die derzeit in den USA herrschen und mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zusammenhängen. Die deutsche Ausländerbehörde zeigt sich der Humboldt-Stiftung zufolge zwar freundlicher gegenüber ausländischen Forschern als dies in der Vergangenheit der Fall war, Probleme bei der Wohnungssuche sowie bei der Beschaffung von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen gebe es aber immer noch. Dazu käme eine "latente Ausländerfeindlichkeit", die die Arbeit der Gastforscher erschwere, hieß es seitens der Stiftung.

Neben den Hochschulen in den Großstädten München und Berlin, ziehen auch die Universitäten Konstanz und Heidelberg überdurchschnittlich viele ausländische Forscher an.

Quelle: Süddeutsche Zeitung



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