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Hochschule

13.12.2002

Arbeiterkinder an Unis unterrepräsentiert

von Robert Piterek

Eine der Maximen sozialdemokratischer Bildungspolitik bekräftigte Kanzler Schröder kürzlich sinngemäß mit folgenden Worten: Bei der Bildung soll es nicht aufs Portemonnaie ankommen.
Dank BAFÖG ist ein Studium auch für Jugendliche aus ärmeren Familien möglich. Dennoch: Nur zwölf Prozent der Studienanfänger zwischen 19 und 24 Jahren kommen aus finanzschwächeren Arbeiterfamilien, ihr Bevölkerungsanteil in dieser Altersgruppe beträgt aber 40 Prozent.


Bildunggerechtigkeit ist ein vielbeschworener Wunsch, der bestimmt schon hundert Jahre durch die Köpfe von Politikern und Visionären geistert. Damit ist die Chancengleichheit im Bildungsbereich gemeint, die mit Instrumenten wie dem BAFÖG und anderen Fördergeldern anvisiert wird. Es verwundert, dass in einer hochtechnisierten Industriegesellschaft wie der unsrigen bei der Angleichung des Bildungsstands von Personen unterschiedlicher Herkunft mittlerweile nicht schon größere Fortschritte erzielt worden sind. Denn die am 11.12.2002 vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlichten Zahlen zur Herkunft der Studienanfänger weisen weiterhin auf einen deutlichen Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungsstand hin: 42 Prozent der Studienanfänger stammen aus einer Angestelltenfamilie. Die Eltern von jeweils etwa 25 Prozent sind Beamte oder Selbstständige. Letztere sind an den Universitäten deutlich überrepräsentiert: In der Bevölkerung liegt der Anteil der 19 bis 24-Jährigen, deren Eltern selbstständig sind, bei neun Prozent. 13 Prozent kommen aus Beamten-Haushalten.

Der niedrige Anteil der Studienanfänger aus Arbeiterfamilien gibt zu denken. Ist das BAFÖG zu knapp? Spielen soziale und psychologische Gründe, wie der Druck des sozialen Umfelds nicht zu studieren, oder ein geringeres Selbstwertgefühl der Jugendlichen aus dem Arbeitermilieu eine Rolle?

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Quelle: rp-online



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