28.07.2003
Informatik: Langes Studium ohne Wissensvorteilvon Robert Piterek |
Zum Informatik-Studium in Deutschland äußerte sich unter anderem der Senior Manager von Accenture, Michael Seiger, im Rahmen einer Meinungsumfrage in der Zeitschrift "Computerwoche". Seiner Meinung nach entsprechen die technischen Kenntnisse 27- oder 28-jähriger deutscher Absolventen etwa denen von 22- oder 23-jährigen US-Absolventen.
Studienzeiten verkürzen
Manfred Broy, Professor an der TU-München, forderte eine Verkürzung der Studienzeiten. Wenn die Absolventen auf das Praxissemester verzichteten und dadurch ein halbes Jahr früher ins Berufsleben einstiegen, reiche das. Er betonte, dass mit einer fundierten Grundlagenausbildung das Berufsleben gemeistert werden könne. Auch Hochschulprofessoren und andere IT-Praktiker kritisierten die langen Studienzeiten.
Broy forderte darüber hinaus die Etablierung von Top-Universitäten. Gefragt seien Hochschulen, die sich als innovative Partner der Industrie verstünden und gemeinsam die Informatik der Zukunft gestalteten.
Diplom und Promotion lohnen
Hochschul- und Branchenvertreter empfehlen Diplom und Promotion als Ergänzung des Wissens für das spätere Berufsleben. Projektmanager, die schnell und zielgerichtet Projekte umsetzten, seien in der Industrie sowohl heute als auch in Zukunft gefragt, hieß es. Damit loben die Experten indirekt das Hochschulsystem in den USA, welches den Berufseinstieg nach dem Erwerb des Bachelors vorsieht. Nach einigen Berufsjahren setzen sie das Studium dann fort und schließen es mit dem Master ab. Ein Master- entspricht einem Diplomstudium.
Englischkenntnisse verbessern
Kritik übten die in der "Computerwoche" befragten Experten noch an den oft "spärlichen" Englischkenntnissen der IT-Absolventen.
Quelle: de.internet.com
Lesen Sie hierzu auch: