Karriere: Mit Coaching ganz nach oben

Foto: Fotolia/Africa Studio
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Persönlicher Auftritt, Stärken, Überzeugungskraft, Kundenkontakt, Teambildung, Einstellungsgespräche, Mitarbeiterführung, berufliche Konflikte – all das sind Themen, mit denen sich Absolventen nicht nur zu Beginn ihrer Berufstätigkeit auseinandersetzen müssen. Sie begleiten einen auf dem Karriereweg nach oben – als Consultant genauso wie in anderen Berufen. Ein Coaching kann dabei helfen, Unsicherheiten und Probleme in diesen Bereichen zu überwinden. Der karriereführer hat erfahrene Coachs gefragt, wie sie arbeiten und hat sich die einzelnen Coaching-Ansätze erklären lassen.

Eberhard Hauser und Martin Hagen, Foto: Andreas Brücklmair/Deluxe Images
Eberhard Hauser und Martin Hagen, Foto: Andreas Brücklmair/Deluxe Images

Eberhard Hauser & Martin Hagen, Gründer und Inhaber der hauserconsulting, sind international erfahrene Executive Coaches und bilden seit mehr als 15 Jahren Coaches aus.

www.hauserconsulting.com

Die Zeitmaschine. Wäre es nicht herrlich, wenn jemand Sie einladen würde, Sie auf eine ungewöhnliche und inspirierende Reise in Ihre eigene Zukunft zu begleiten? Wären Sie nicht neugierig zu erkunden, wer Sie in der Zukunft geworden sind, wie Sie denken und vor allem, was Ihnen besonders wertvoll erscheint? Vielleicht gibt es auch eine Frage in Ihrem Leben, die Sie trotz aller Versuche bislang für sich nicht wirklich beantworten konnten.

Lassen Sie sich einladen in diese wundersame Zeitmaschine, die Sie mühelos in die Zukunft trägt! Sie dürfen auch selbst vor dem Start wählen, welche Punkte Ihrer eigenen Zukunft bei Ihnen besondere Neugier auslösen. Vielleicht der erste Tag von Ihrem Ruhestand? Vielleicht der Tag einer wichtigen Beförderung? Vielleicht der Tag der Geburt Ihres Kindes? Ihres Enkels? Unmittelbar geht diese wundersame Reise los. Mühelos kommen Sie am ersten Punkt Ihrer Zeitreise an. Sie schauen aus dieser überraschenden Perspektive auf Ihr Leben.

Zuerst orientieren Sie sich ein wenig an diesem neuen Platz: Was ist mir gerade wichtig in meinem aktuellen Leben – nach all den vielen Erfahrungen, die ich in meinem Leben angesammelt habe – was mache ich gerade besonders gerne, besonders gut? Wie blicke ich zurück auf mein bisheriges Leben – welche besonderen Stationen fallen mir auf – welche bedeutsamen Weichenstellungen fallen mir auf? Und wie schauen Sie auf die Periode zurück, von der Sie losgestartet waren auf die Zeitreise – welchen Rat könnten Sie aus der Zukunft geben – welche Werte haben Bestand – was ist heute noch wichtig, was haben Sie schon längst vergessen?

Wenn Sie möchten und Sie sich ausführlich umgeschaut haben, dann sind Sie eingeladen weiterzureisen. An einen anderen Ort. In eine andere Zeit. Wenn Sie am Schluss wieder zurückreisen ins Jetzt: Lassen Sie sich überraschen, was all diese faszinierenden Betrachtungen bei Ihnen auslösen. Vielleicht verändert es den Blick auf die eine oder andere Frage? Vielleicht entsteht ein neuer Impuls in Ihnen? Oder die ursprüngliche Frage verändert sich, entwickelt sich weiter. Und vielleicht mögen Sie nach dieser Erfahrung dann auch mal im Alltag einfach ein wenig umschalten – raus aus dem Klein-Klein des Alltags – und rein in die unendlichen Weiten des Zeit-Raumes.

Jürgen Kugele, Foto: privat
Jürgen Kugele, Foto: privat

Jürgen Kugele ist Psychoanalytiker, Coach und Inhaber eines Beratungsunternehmens für Successful Leadership. Neuestes Buch: „Handbuch Karriereberatung“.

www.kugele.org

Die Heldenreise. Als Kind haben Sie sich sicherlich für spannende Geschichten interessiert und sich mit den Helden darin identifiziert. Vielleicht wollten Sie Kapitän, Lokführer, Astronaut, Forscherin, Entdeckerin oder Abenteurer werden. Mit dem Erwachsen- und Vernünftigwerden haben Sie dann Abschied genommen von den „unrealistischen Karrierewünschen“ aus Kinderzeiten – und damit leider auch von Ihrem zugrunde liegenden inneren Ruf. Allzu oft dominieren pragmatische Entscheidungen oder unrealistische Wunschvorstellungen Ihr Leben und Ihre Berufswahl. Aber was ist eigentlich ein innerer Ruf?

Die Helden und Heldinnen in den Geschichten und Mythen aller Kulturen stellen sich ihm und folgen dem Abenteuer ihrer inneren Bestimmung, um ihr Volk von bösen Mächten oder anderem Unbill zu befreien und in eine neue, bessere Zukunft zu führen. Dabei muss der Held unterschiedliche Prüfungen bestehen. Durch Niederlagen und Scheitern wächst er über sich hinaus und erreicht das unmöglich Erscheinende. Dadurch entwickelt er eine neue Ebene des Bewusstseins. Und mit dieser neuen Einstellung kann er sein Volk in eine verheißungsvolle Zukunft führen. Der Held geht also keinen Ego-Trip, sondern er dient seinen Leuten – verbunden mit dem Einsatz des eigenen Lebens und großen Opfern.

Die Storyline Ihrer Heldenreise sollte also die Frage beantworten: Welcher Beitrag für das Ganze erfordert Ihre volle Kraft? Die Entwicklung von Ihrer eigenen Berufung hin zu Ihrer Lebensaufgabe ist vergleichbar mit der Struktur einer Heldenreise. Sie ist eine Matrix für die Herausforderungen, die auf dem Weg in das Abenteuer Leben mit der zu Ihnen passenden Aufgabe Orientierung geben kann. Die Schritte der Heldenreise sind: der Ruf – der Widerstand – sich auf den Weg machen – die Prüfungen – das Scheitern – die Demut – das Gelingen – die Belohnung – die Rückkehr. Es geht nicht darum, dass Sie zum Helden werden. Vielmehr ist der Held eine symbolische Figur, die für eine innere Kraft steht, die es Ihnen ermöglicht, Ihrem inneren Ruf zu folgen und an Ihre Vision zu glauben, um diese mit der Anforderung der Welt zu verbinden.

Christian Maier, Foto: Sybille Straube
Christian Maier, Foto: Sybille Straube

Christian Maier, Trainer und Coach, begleitet seit vielen Jahren Führungskräfte dabei, mit mehr Gelassenheit erfolgreich zu sein.

www.innergame.de

Inner Game – Coaching in Bewegung. Dieser Coaching-Ansatz basiert auf der Erkenntnis, dass sich unser „inneres Spiel”, also die Vorgänge in unserem Inneren, erheblich auf unser „äußeres Spiel”, unsere Handlungen, auswirkt und diese im Positiven wie im Negativen beeinflusst. Durch den Einsatz von bewegenden Elementen im Coaching-Prozess können Sie Antworten und Lösungen wesentlich leichter finden. Einige Beispiele:

Beim Jonglieren erfahren Sie, wie Sie mit Komplexität umgehen und Prioritäten setzen. Beim Bogenschießen merken Sie, was es heißt, einen Standpunkt einzunehmen, und wie viel Spannung Sie brauchen, um Ihr Ziel zu erreichen. Beim Bumerangwerfen lernen Sie, wie und wodurch Sie das Ergebnis beeinflussen. Beim Schwertkampf benötigen Sie – ebenso wie in Entscheidungssituationen – Richtung und Klarheit. Beim Fahrradfahren erfahren Sie, wie Sie optimalen Krafteinsatz mit einem runden Tritt verbinden. Das Skilaufen zeigt Ihnen, wie Sie Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit erlangen. Beim Golf finden Sie zu Ihrem richtigen Schwung. Und beim Gehen finden Sie Ihren Weg.

Beim Einsatz dieser Medien geht es nicht darum, ein Ziel zu erreichen oder eine Sportart zu erlernen. Es geht auch nicht um eine Wertung Ihrer Leistung. Es geht einzig darum, dass Ihnen deutlich wird und Sie verstehen zu lernen, dass das Verhalten und das nach außen sichtbare Handeln eines Menschen seinen Ursprung im Inneren hat. Wenn Sie sich bewegen, können Sie sehr viel über sich selbst erkennen, wenn Sie daran interessiert sind. Eine Führungskraft, die konstant über die Zielscheibe hinwegschießt und dann sagt, die Scheibe müsse höher stehen, wird in der Realität entsprechend viel Veränderung von ihren Mitarbeitern fordern, ehe sie bereit ist zu sehen, welche kleine Korrektur sie selbst vornehmen könnte. Und wer den Ball einfach nicht loslässt und vorwurfsvoll sagt „Der Ball fliegt nicht“, braucht vermutlich noch einige Unterstützung, um zu erkennen, wofür er selber Verantwortung trägt und wofür nicht.

Barbara Pachl-Eberhart, Foto: Nina Goldnagl
Barbara Pachl-Eberhart, Foto: Nina Goldnagl

Barbara Pachl-Eberhart ist Autorin und Dialogprozessbegleiterin nach David Bohm.

www.dialogikum.at

Dialog nach David Bohm. „Ich muss mit dir reden.“ Ein Satz, der oft Herzklopfen macht. Seltsam: Obwohl es kaum etwas gibt, wonach wir uns mehr sehnen als nach einem guten Gespräch, trauen wir uns kaum zu, ein solches „gutes Gespräch“ bewusst zu gestalten – vor allem dann, wenn es um Konflikte oder um Themen abseits der Oberfläche geht. Gute Gespräche initiieren: Was braucht es dafür? Der Dialog nach David Bohm setzt den Rahmen dafür, abseits von Debatte und Diskussion.

„Dialog“. Dieses alltägliche Wort wird oft mit „Zwiegespräch“ übersetzt. Doch seine wahre Bedeutung lautet: „durch das Wort hindurch“. Es ist diese Haltung des Innehaltens, die alles verändert. Stress, Machtkampf der Argumente, Sieg und Niederlage nach Punkten? Nein: Echter Dialog schafft einen Raum, in dem langsam gedacht, geschwiegen, in dem sogar die Meinung geändert werden darf. Wie? In der klassischen Form des Bohmschen Dialogs durch radikale Entschleunigung: durch den Einsatz eines Sprechsymbols, aus den Gesprächskreisen aller alten Kulturen bekannt. Ein Redestab oder auch ein

Bierdeckel: Wer das Symbol hält, ist am Wort, die anderen hören zu. Es ist kaum zu glauben, wie diese simple Intervention jedes Gespräch zu konstruktiver Ruhe bringt. Wo das nicht geht, kann schon eine kleine Veränderung der inneren Haltung Berge versetzen. Der Verzicht auf das „Ja, aber…“, das so viele Gespräche dominiert. Oder eine Verschiebung der Zielsetzung: Muss ein einzelnes Gespräch denn immer zu Lösungen führen? Oder könnte es auch um ein gemeinsames Erkunden gehen, das erst etwas später zu neuen Gedanken und Lösungen inspiriert? „Danke. Lass uns weiter denken und morgen weiterreden“ – dieser „Geheimcode“ funktioniert, wo Eskalation droht. Ein gutes Gespräch braucht Zeit. Und auch das Schweigen zwischen den Worten, hier taucht das Unbekannte, das Neue auf – scheu, schimmernd, ein edler Ehrengast. Wir müssen nicht alles wissen. Das gute Gespräch hilft uns, zu erfahren, was kein Mensch alleine entdecken kann.

Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, Foto: Toni Gunner
Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, Foto: Toni Gunner

Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, Psychologe und Kommunikationswissenschaftler sowie Gründer des „Schulz von Thun-Instituts für Kommunikation“.

www.schulz-von-thun.de

Das Innere Team. Beim Coaching mit dem Inneren Team geht es um die Suche nach einer stimmigen Antwort auf eine Herausforderung. Stimmig ist eine Lösung, wenn sie Ihnen entspricht und wenn sie Ihrer Situation gerecht wird. Wie können Sie aber erkennen, ob Sie bei der Handhabung eines Problems in Übereinstimmung mit sich selbst sind? Wenn Sie in sich hineinhorchen, gibt es meistens viele Stimmen, und fast immer sind sie sich uneinig – auch und gerade wenn es schwierig wird im Leben. Sie müssen also bei einer Problemlage mit vielen inneren Wortmeldungen rechnen.

Das Modell des Inneren Teams legt es darauf an, aus dem zerstrittenen Haufen ein gut aufgestelltes Team zu bilden. Wenn es zum Beispiel um einen schwierigen Mitarbeiter geht, mag da einer in Ihnen sein, der diesen Mitarbeiter sofort rauswerfen würde. Ein anderer in Ihnen hat vielleicht Verständnis für den armen Kerl. Ein Dritter fürchtet den Konflikt mit dem Betriebsrat … Weitere Wortmelder folgen.

Beim Coaching mit dem Inneren Team erheben wir als erstes Ihren äußeren Kontext als Führungskraft, denn die Lösung soll ja auch rollen- und kontextgerecht werden. Anschließend kommt jeder im Inneren Team nach und nach zu Wort, mit seinen Gedanken, Gefühlen, seiner Weltsicht und seinem Willen. Er wird als Strichmännchen auf ein Blatt Papier gezeichnet und erhält einen Namen (etwa „der Verständnisvolle“). Seine Botschaft wird in eine Sprechblase geschrieben (zum Beispiel: „Als Chef sollte ich Mitarbeiter unterstützen, wenn sie am Ende sind!“). Am Schluss sehen Sie gut, wer für oder gegen wen ist, wer sich breit macht und wer schüchtern am Rande steht. Oder wer sogar hinter eine Schandmauer verbannt ist, weil sein Besitzer ihn peinlich findet. Aber gerade diese Außenseiter sind oft ein Schlüssel für die Lösung des Problems.

Sodann werden Sie als Coachee zum Chef Ihres Inneren Teams ernannt. Sie sollen jetzt eine innere Teamkonferenz leiten, um eine Lösung zu (er)finden, die von allen mitgetragen wird – ohne dass sich einer stark übergangen fühlt. Diese Suche nach stimmigen Lösungen dient zugleich einer vertieften Selbstreflexion. Denn: Wer sich selbst versteht, entscheidet und kommuniziert besser!