Mehr als ein Reiseführer

Peter Volland, Foto: bergwild Verlag
Peter Volland, Foto: bergwild Verlag
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Peter Volland studierte an der Universität Kassel Elektrotechnik mit der Fachrichtung technische Informatik. Nach seinem Abschluss 2002 gründete er eine eigene Firma, verkaufte die Hälfte seiner Anteile und ging 2008 ein Jahr auf Weltreise. Auf seinen Motorradreisen durch Asien, Afrika, Australien und Neuseeland kam er auf die Idee, einen Reiseführer mit seinem Wissen aus der Softwareentwicklung anzureichern und so ein neues Produkt zu kreieren. Das Ergebnis sind die sogenannten Combobooks, die Volland mittlerweile in einem eigenen Verlag vertreibt. Die Fragen stellte Sabine Olschner.

Was können Ihre Reiseführer, was andere nicht können?
Meine Reiseführer können über alle Medien hinweg genutzt werden. Das Combobook ist als gedrucktes Buch verfügbar sowie zusätzlich zum Beispiel als E-Book, Hörbuch, mit GPS-Tracks, über eine App und als Video. Wir nutzen dazu Micro-SD-Karten oder schicken die Dateien an das Smartphone oder andere elektronische Endgeräte. So kann man sich zum Beispiel eine Wandertour zunächst in Video, Text und Bildern anschauen und beim Wandern die GPS-Funktion oder das E-Book nutzen.

Buchtipp

Cover Neuseeland, bergwild VerlagBergwild Verlag GmbH (Hrsg.): Neuseeland live – ComboBOOK. Interaktiver Reiseführer und Tourguide. Bergwild Verlag 2016. 34,95 Euro.

Link zum Verlag: www.bergwild.de

Haben Sie als Elektroingenieur alle Anwendungen selbst entwickelt und den Reiseführer selber geschrieben?
Im Verlag in Göttingen sind wir nur ein kleines Team. Daher habe ich viele Partner hinzugenommen: Eine Firma entwickelte die iOS-App, eine andere die Datenbank, wieder eine andere die Software. Von der Idee bis zum fertigen Buch hat es drei Jahre gedauert. Die erforderlichen Daten und Informationen für das erste Neuseeland-Buch habe ich selber vor Ort gesammelt. Später haben Autoren auf Basis meiner Recherchen die Texte geschrieben, der Schwerpunkt liegt dabei auf Outdoor-Aktivitäten. Auf Grundlage der entwickelten Softwareprodukte kann ich nun weitere Ziele angehen. Die nächsten Projekte Australien und USA sind schon in Planung. Ich hoffe, dass ich trotz Familie auch wieder vor Ort daran arbeiten kann. Ich habe auch schon Ideen für weitere Funktionen.

Wie haben Sie sich als Ingenieur das Verlags-Know-how angeeignet?
Ich habe viele Seminare besucht, unter anderem vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Außerdem arbeite ich mit einem Coach zusammen, der sich im Verlagsbereich auskennt. Man muss sich halt das Wissen aus allen möglichen Kanälen aneignen. Und manches muss man einfach mal anfangen und durch Learning by doing verfeinern.

Wie weit haben Sie sich heute von Ihrer ursprünglichen Ausbildung, dem Ingenieurberuf, entfernt?
Beim Softwarebereich meiner Produkte bin ich noch sehr nah am Thema. Ich bin der Meinung: Wenn jemand für solch ein Projekt die Verantwortung trägt, sollte er ein möglichst tiefes Wissen in dem Bereich haben. Einem Verleger, der schon 20 Jahre im klassischen Verlagswesen tätig ist, wäre es sicherlich schwerer gefallen, ein solch innovatives technisches Produkt zu entwickeln.