Mein Bewerbungsgespräch bei: Google

Thomas Jörg, Foto: Google
Thomas Jörg, Foto: Google
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Ein Kollege von der Universität hatte einige Zeit vor mir bei Google begonnen und erzählte mir von den spannenden und interessanten Projekten des Unternehmens. Schließlich fragte ich ihn, ob er mich intern empfehlen könne, und er willigte ein. Ich erhielt eine Mail, in der mir mitgeteilt wurde, dass jemand denkt, ich würde gut in das Unternehmen passen. Und kurze Zeit später rief mich schon eine Recruiterin an. Von Thomas Jörg

Profildaten
Name: Thomas Jörg
Geburtsjahr: 1980
Hochschulabschluss als: Diplom-Informatiker mit anschließender Promotion
Warum Google? wegen der Qualität der Produkte
Bewerbung als: New Grad Software Engineer
Bewerbungsweg: Empfehlung
Wann war das Vorstellungsgespräch: Im Februar 2012
Wann war Arbeitsbeginn: Im April 2012

Sie informierte mich über den Bewerbungsprozess, erzählte mir einiges zu Google als Arbeitgeber und gab mir Tipps zu den später folgenden Interviews. Sie sagte mir, dass ich die Gespräche ausschließlich mit Engineers führen werde und der Anteil technischer Fragen daher sehr hoch sei. Also beschäftigte ich mich zur Vorbereitung noch einmal intensiv mit Algorithmen und Datenstrukturen und übte das Präsentieren kleiner Programme am Whiteboard.

So kam es dann zum ersten Telefoninterview. Dabei hatte ich über ein geteiltes Google-Drive-Dokument eine kleine Aufgabe zu lösen. Bei Google konnte man während der Lösungszeit sehen, was ich in das Dokument tippte, wie ich also bei der Problemlösung vorging. Außerdem ging es bei den Fragen um meine Erfahrungen mit Bugs, also mit Programmierfehlern, und inwieweit ich mich damit schon beschäftigt habe.

Auf das Telefoninterview folgte ein gut organisierter Interviewtag im Münchener Büro des Unternehmens, an dem ich fünf intensive Gespräche zu führen hatte. Dabei musste ich unter anderem das Systemdesign eines größeren Systems skizzieren und in Coding-Interviews detaillierte Probleme lösen. Meine Vorbereitung zahlte sich aus. Natürlich war ich zu Beginn des Tages ein wenig aufgeregt, aber ich hatte in sämtlichen Gesprächen keinen Hänger, konnte die meisten Fragen schnell beantworten und hatte so am Abend ein gutes Gefühl. Die von anderen Unternehmen gern gestellten Stärke-Schwäche-Fragen blieben mir erspart. Insgesamt gefiel mir, dass ich den gesamten Tag über nie alleine gelassen wurde – selbst in der Mittagszeit wurde ich zum Essen mitgenommen und fühlte mich daher gut aufgehoben und betreut. Ein direktes Feedback bekommt man an diesem Tag noch nicht. Das folgte nach etwa einer Woche in schriftlicher Form. Daraus erfuhr ich dann, dass tatsächlich alles gut gelaufen war, und in einem weiteren Telefonat erhielt ich ein Jobangebot. Da Google mein Favorit unter den laufenden Bewerbungen und das Angebot sehr gut war, sagte ich schnell zu. Interessant finde ich, dass jede Einstellung von unterschiedlichen Komitees abgesegnet wird. Selbst Larry Page, der CEO des Unternehmens, wird darüber informiert.

Der Job ist perfekt, denn ich lerne sehr viele unterschiedliche Projekte kennen. Zu Beginn arbeitete ich an einer internen Anwendung zur Steuerung von Produkt-Launches. Anfang des Jahres habe ich das Team gewechselt und arbeite nun an einer internen Suchmaschine.