n Berufsbilder: Der Zinsanalyst - Blick auf die Kapitalmärkte
www.karrierefuehrer.de Das Jobmagazin für Hochschulabsolventen Über Uns Mediadaten Partner Presse

Berufsbilder

18.10.2004

Der Zinsanalyst - Blick auf die Kapitalmärkte

von Martin Rath
Journal

Nicht alles kann man sich so theoretisch aneignen, wie zum Beispiel das Fliegen via Flugsimulator. Praktische Erfahrungen und das Bewusstsein, dass das eigene Urteil auch stark vom jeweiligen Zeitgeist ahhängt, dem man sich nicht völlig entziehen kann, hält Lothar Heßler für unverzichtbar.

Doch nicht die Luftströmung, sondern die Bewegung auf den Kapitalmärkten behält er für seine Bank im Auge. Das Geschehen hier ist durch einen zeitweise zu hohen Pessimus beziehungsweise Optimismus geprägt. Manches Mal kann man sich nur in der Rückschau fragen, warum man sich von diesen "Strömungen" hat anstecken lassen.

Wenn man dem Internet glaubt, üben Sie bei Trinkaus & Burkhardt einen deutschlandweit einzigartigen Beruf aus: Woran arbeiten Sie als Zinsanalyst?

Ein Zinsanalyst erstellt Prognosen über die Entwicklung der Kapitalmärkte. Ich entwickle mittelfristige, quartals-bezogene Prognosen, bei denen es darum geht, zu erkennen wie, wann und warum sich die Renditen am Geld- und Kapitalmarkt ändern.

Eine "subjektive" Markteinschätzung?

Bei der Einschätzung der Zinsentwicklung ist ein gewisses Maß an Subjektivität kaum zu vermeiden. Über die historischen Marktdaten verfügen andere Beobachter auch. Man muss die Einflussfaktoren für den Zins erkennen, aufführen und gewichten, zu eigenen Schlussfolgerungen kommen und ein Gefühl dafür haben, welche Schlüsse andere Marktbeobachter und -teilnehmer ziehen werden.

Zinseinschätzung ist, um ein Bild zu gebrauchen, die Antwort auf die Frage, wen oder was die Entscheidungsjury in einem Wettbewerb auswählt. Die eigene Einschätzung allein zählt nicht. Zu erahnen ist auch, ob und wie die Entscheidungskriterien der Jurymitglieder sich ändern. Dies ist nötig, um ihre Wahl zu antizipieren. Die eigene Prognosequalität hängt aber andererseits auch davon ab, ob man unabhängig von den jeweiligen kurzfristig vorherrschenden Modeströmungen richtig erfasst, was letztlich relevant ist beziehungsweise zur Wahl stehen kann.

Welche Qualifikationen sollte ein Hochschulabsolvent mitbringen, der Ihren Beruf ergreifen möchte?

Wichtig ist volkswirtschaftliches Grundwissen. Ich kann mir aber vorstellen, dass nicht nur Volkswirte gute Zinsanalysten werden können. Mathematiker, Physiker oder sogar Soziologen verfügen oft auch über die notwendigen Fähigkeiten, zum Beispiel das mathematische Rüstzeug. Letztlich kommt es darauf an, dass man nicht dem rein modellorientierten Denken verhaftet bleibt.


© 2012 Transmedia Verlag GmbH & Co. KG 
www.karrierefuehrer.de www.transmedia-verlag.de
Kontakt für Anzeigen, Banner: anzeigen@karrierefuehrer.de Mediadaten Newsletter Kontakt
Bitte beachten Sie folgende Nutzungshinweise, unsere AGB und das Impressum.