29.07.2002
Online-Redakteure: Gatekeeper im wwwvon karriereführer |
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Inhalt:
Akzeptanz, Bildung, Alltag
Berufliche Anforderungen
Wie werde ich Online-Journalist?
Online-Lehrgang in München
Weitere Voraussetzungen
Einsatzmöglichkeiten
Akzeptanz, Bildung, Alltag
Die Akzeptanz des jungen Berufszweigs Onlinejournalismus als eigenständigem Medienbereich neben Print, Radio und TV hat in letzter Zeit zugenommen: Im vergangenen Jahr vergab der Axel Springer Verlag erstmals einen Preis für die Kategorie Internet.
Absolventen der Studiengänge Kommunikationsdesign, Medienwissenschaft, Journalistik oder eines geisteswissenschaftlichen Studiums wie Germanistik oder Geschichtswissenschaften eignen sich gut für den Einstieg in den Onlinejournalismus. Da Onlineportale mit fachspezifischen Inhalten ebenfalls zunehmen, sind auch Absolventen und Abbrecher anderer Studiengänge (z.B. Jura, Naturwissenschaften, Architektur, Informatik) gefragt, ebenso Journalisten, Publizisten, Werbe-, PR- und Marketingfachleute.
Die Universität Eichstätt ermittelte in einer Untersuchung die drei wichtigsten Tätigkeitsbereiche eines Online-Redakteurs: Textauswahl (89,7 Prozent), Redigieren von Fremdtexten (78,5 Prozent) und Schreiben und Redigieren eigener Texte (74,4 Prozent). Kernqualifikation ist die Fähigkeit fundiert im Internet, aber auch in speziellen Datenbanken, Fachpublikationen und anderen verfügbaren Medien zu recherchieren. Die gesammelten Informationen werden von Online-Redakteuren journalistisch aufbereitet und online-gerecht präsentiert. Damit ist gemeint, dass die Informationen in Wort, Bild und Sound umgesetzt werden. Online-Redakteuren sollten deshalb über fundiertes Computerwissen verfügen, Programme zur Text-, Bildverarbeitung und Datenhaltung kennen, um Websites zweckmäßig pflegen und gegebenenfalls erstellen zu können.
Berufliche Anforderungen
Existierende Web-Sites werden konzeptionell weiterentwickelt, ihre inhaltliche Qualität ständig geprüft und gepflegt. Manchmal ist auch ein sogenannter "Relaunch", die komplette Neugestaltung inklusive Übertragung der bestehenden Inhalte auf die neue Homepage, nötig. Die Pflege beinhaltet auch den Kontakt mit Kunden und Besuchern per E-Mail oder Telefon. Neben der inhaltlichen Kontrolle sind Online-Redakteure oft auch für die Optimierung von Layout und Design sowie für kleinere Programmierarbeiten der Website verantwortlich. Die Grenzen zu den Berufsbildern Screen-Designer oder Webmaster sind oft fließend.
Online-Redakteure sollten eine gute Schreibe haben und routiniert mit den neuen Medien und Techniken arbeiten können. Im Gegensatz zu Printjournalisten müssen Online-Redakteure noch stärker darauf achten, kurz und prägnant zu formulieren und ihre Texte klar und visuell zu strukturieren. Denn der User liest lange und unübersichtliche Texte am Bildschirm kaum, sondern surft weiter. Online-Redakteure sollten außerdem über gewissse Strukturierungs- und Organisationsqualitäten verfügen, um mit dem enormen "Aktualitätsdruck", der dem schnellen Medium Internet im Besonderen anhaftet, und der Fülle an Informationen fertig zu werden. Denn der zur Verfügung stehende Informationspool ist riesig: Tageszeitungen, Presseverteiler, Fax-Mitteilungen und E-Mails stehen für die Informationsgewinnung zur Verfügung. Ein Arbeitsschritt, der nicht selten einen halben Arbeitstag in Anspruch nimmt.
Wie werde ich Online-Journalist?
Ein einheitliches Berufsbild gibt es ebenso wenig, wie eine geregelte Ausbildung. In den meisten Fällen ergibt sich das Berufsbild von selbst, und zwar durch die Anforderungen am Arbeitsplatz. Im Rahmen eines Journalistik-Studiums werden in der Regel Seminare angeboten, an der Hochschule Darmstadt gibt es sogar einen eigenen Studiengang "Online-Journalismus" (www.oj.h-da.de
). Einen hohen Stellenwert hat der Online-Journalismus beispielsweise im Diplom-Studiengang Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt und an der Universität Leipzig. Hier wird in Seminaren gelehrt, wie ein Online-Magazin erstellt wird, spezielle Newsletter aussehen und Internet-Fernsehen realisiert wird.
Durch die rasante Entwicklung des Internets - auch in der Krise - wird der Ruf nach einer geregelten Ausbildung, dem Online-Volontariat, immer lauter. Mittlerweile sind die ersten gemeinsamen Richtlinien für ein Volontariat für Online-Redakteure erstellt worden, die beispielsweise beim SWR seit kurzem umgesetzt werden. Inhalte der Ausbildung sind:
