05.06.2002
Data Miner: Die Goldgräber der Neuzeitvon Robert Piterek |
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Die gewonnenen Daten sind vorerst jedoch nur Rohmaterial. Sie stammen aus internen Quellen (Produktinformationen, Absatz- und Umsatzdaten, Kundendaten etc.) und externen (z. B. von Marktforschungsinstituten, Verbänden, aus Fachzeitschriften). In den Datenbergen sucht der Data Miner nach Mustern und Zusammenhängen und gewinnt dadurch neue Informationen. Auftraggeber sind Unternehmen, die die Daten zur Analyse und Vorhersage von Verhaltensweisen und Trends und als Entscheidungshilfe nutzen. Technisch möglich wird das durch Data Mining-Technologien, die auf statistischen Modellen basieren und Verfahren der künstlichen Intelligenz nutzen. Die modernen Minenarbeiter liefern dem Management so Erkenntnisse und Zusammenhänge, die bisher für nicht entscheidungsrelevant oder für nicht analysierbar gehalten wurden. Eine Studie des Consulting-Unternehmens Gartner Group ermittelte bereits vor über zwei Jahren, dass mindestens die Hälfte der sogenannten Fortune-1000-Unternehmen Data Mining-Technologien bis zum Jahrtausendwechsel nutzen würden.
Database-Marketing
Im Marketing hat sich in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen, der im wesentlichen durch die enormen Fortschritte bei der Entwicklung von Datenbanken erklärt werden kann. Neue Architekturen, wie relationale oder objektorientierte Datenbanken, flexible Client Server-Technologien oder Parallel-Prozessoren, verbesserten die Performance und das Preis-Leistungsverhältnis von Datenbanken drastisch.Der einzelne Kunde und sein individueller Kundenwert sind immer mehr in das Aktionsfeld der Manager gerückt. Mit dem Kunden einen Dialog eröffnen, von ihm lernen, ihn an das Unternehmen binden und individuell zu betreuen, ist die neue Maxime zur Erreichung von Wettbewerbsvorteilen. Zusätzlich hat der Direktvertrieb einen enormen Aufwind erlebt. Immer mehr Branchen wie bspw. Banken, Versicherungen, Computer- und Softwarehersteller sehen in ihm den Vertriebskanal der Zukunft.
Der gläserne Kunde
In Folge des neuen Marketingdenkens und der technologischen Entwicklung besitzen heute zahlreiche Unternehmen große Datenbanken mit detaillierten Informationen über ihre Kunden und Interessenten. Neben der bloßen Adresse liegen oftmals soziodemographische Daten, Kaufinformationen, Potentialdaten sowie Kommunikationsdaten vor. Diese Informationen werden in der Regel genutzt, um direkt mit dem einzelnen Kunden zu kommunizieren. Auch einfache Managementfragen lassen sich mit Hilfe der Datenbank beantworten. So stellt es kein Problem dar, die Anzahl oder das Durchschnittsalter neuer Kunden oder Interessenten auszugeben. Die mit Hilfe der Data Mining-Technologien in den "Datenbank-Minen" ermittelten Informationen tragen so auch zur fortschreitenden Durchleuchtung des Konsumenten bei.
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