Berufsbilder
11.09.2002
Medieninformatiker: Programmierer mit Fantasievon karrierefuehrer.de
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Neue technische Errungenschaften wie Computer und Internet haben die Medienlandschaft verändert. Der Multimediabereich ist als Schnittmenge von Print, Radio,TV und Internet entstanden und hat Berufsbilder wie den Medieninformatiker geschaffen. Die Expansion des Internets schafft für diese Berufsgruppe ständig neue Arbeitsfelder: Sie programmieren beispielsweise Lernsoftware und 3-D-Programme oder das Corporate Design einer Internetpräsentation. FHs und Unis bieten diverse Studiengänge und berufsbegleitende Weiterbildungen an.
Zukunftsperspektiven
Unternehmen, öffentliche Verwaltungen und kulturelle Einrichtungen werdem voraussichtlich auch in Zukunft ihre "Niederlassungen" entlang der globalen Datenautobahn, dem Internet, errichten oder ausbauen. Auch die Nutzung anderer digitaler Medien dürfte zunehmen.
Medieninformatiker finden dort Arbeit, wo Computer zur Herstellung von Medienprodukten eingesetzt werden. Zukünftig bieten sich demnach viele Einsatzbereiche an. In den traditionellen Medienbereichen wie Presse, Film und Fernsehen, und im Internet. Viele Softwarehäuser bieten neben der Softwareentwicklung ihre Dienste auch bei der Herstellung von Multimedia-Produkten an und benötigen dafür ebenfalls Medieninformatiker.
Anforderungen
Multimediakonzepte in die Computersprache zu übersetzen ist ihre Hauptaufgabe. Daher ist technisches Interesse und die Bereitschaft viel Zeit vor dem Computer zu verbringen als Persönlichkeitmerkmal nötig. Vielseitigkeit und Kontaktfähigkeit ist aber ebenso gefragt, da Medieninformatiker häufig im Team arbeiten und es notwendig ist, dass sie die unterschiedlichen Kenntnisse, wie Medienkonzeption, -didaktik und -psychologie, Video- und Audioproduktion, Screen- und Webdesign sowie die Programmierung interaktiver Medien, für ihr Berufsfeld sinnvoll verknüpfen - also trotz des breiten Wissens nicht die Fähigkeit verlieren "über den Tellerrand zu schauen". Abstraktionsfähigkeit, also ausgeprägt logisch-schlussfolgerndes Denken sowie Einfallsreichtum wird für die Anwendung komplexer mathematischer Formeln und Algorithmen benötigt und technisches Verständnis für den Umgang mit Hardware. Medieninformatiker brauchen ebenfalls ein gewisses Gespür für Ästhetik, Gestaltung, Farbe, Strukturen und Formen. "It's not a job, it's a profession", beschreibt ein Mitglied der neuen Zunft seinen Beruf. Gemeint ist, dass Fantasie und Kreativität für die Ausübung des Berufs eine wichtige Rolle spielen.
Berufspektrum Medieninformatik:
- Entwicklung und/ oder Umsetzung des Corporate Designs für die Internetpräsentation von Firmen
- Konzeption und Realisierung von interaktiven Internetauftritten
- Aufbau bzw. Erweiterung von multimedialen Datenbanken u. a. für Internet-Shopping
- Programmierung von Oberfächen (GUI) mit Autorensystemen wie z. B. Director und Dreamweaver oder Programmiersprachen wie Java, C++ oder Visual Basic
- Implementierung von Computergrafiken und -animationen mit Standard-Software, wie Photoshop, Flash, aber auch mit spezieller, kostenintensiver Hard- und Software für die Filmindustrie
- Aufgaben in Audio- und Video-Studios
- Mitarbeit an komplexen CBT-Produktionen im Verlagswesen sowie bei Lernsoftware in Schulbuchverlagen
- Entwicklungen im Bereich der Daten-Übertragungstechnik in Industrie und Forschung, z. B. Computeroperationen in der Medizin, Bildübertragungen via Satellit oder Glasfaserkabel
- Entwicklung von Internet-Software
Studium
Die Hochschul- oder Fachhochschulausbildung ist interdisziplinär: Informatik, Nachrichtentechnik, Mediengestaltung, Medientechnik und Betriebswirtschaft werden vermittelt. Auch Kurse in Mathematik und Physik, Grundlagen der Gestaltung sowie medienbezogenen Fächer wie Medienpsychologie und Mediengestaltung sind Bestandteil der Uni oder FH-Ausbildung. Medieninformatik ist aber weniger ein "Designstudium der anderen Art", sondern ein eher technisch ausgerichtetes Studienfach. Es wird unter anderen an der Technischen Universität Dresden, der Hochschule der Medien in Stuttgart und als Online-Bachelor-Studiengang an den Fachhochschulen Brandenburg, Braunschweig/Wolfenbüttel, Bremerhaven, Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven und Lübeck angeboten.
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