27.10.2003
Big Pharma – erste Wahl?von Dr. Dirk Harreus |
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Start-up oder Pharmaunternehmen? Dr. Kathrin Heermeier hat nicht lange gezögert. Die 35-jährige Diplom-Biologin ist seit neun Monaten bei Aventis Pharma. Dort etabliert sie ein zellbiologisches Labor im Rahmen der Gruppe "Functional Genomics". „Wir wollen Gene ausfindig machen, die als Ansatzpunkte bei der Behandlung bestimmter Krankheiten dienen können“, erklärt die junge Wissenschaftlerin ihre Tätigkeit. Sie und ihr Team wollen jedoch nicht nur Gene oder Proteine ermitteln, die eine krankhafte Rolle spielen. Bedeutung hat vor allem die Suche nach konkreten Lösungsansätzen, die dem Patienten einmal zu Gute kommen können. „Meine Aufgabe hier ist spannend – wir erkunden als Team wissenschaftliches Neuland und suchen für bestimmte Krankheiten des Menschen neue therapeutische Ansätze“, schildert die begeisterte Wissenschaftlerin ihre Motivation.
Herausforderung in der Arzneimittelforschung
Mit 65 000 Mitarbeitern weltweit und einem Umsatz von 16,1 Milliarden Euro gehört Aventis Pharma zu den „Top Ten“ der internationalen Pharmaunternehmen. Die deutsche Landesgesellschaft mit Sitz in Frankfurt erwirtschaftet mit rund 7400 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro. Neben Wirkstoffproduktion, Fertigung sowie Marketing und Vertrieb sind Forschung und Entwicklung ein Investitionsschwerpunkt. Die Forschungszentren befinden sich in Bridgewater (USA), Frankfurt am Main und Paris. Als eines der wenigen Pharmaunternehmen in Deutschland betreibt der Konzern substanzielle biotechnologische Forschung. Aktuelle Projekte zur Entschlüsselung der genetischen Veranlagung für Krebs oder Herzinfarkt stellen nur zwei Beispiele der vielfältigen Herausforderungen für engagierte und qualifizierte Wissenschaftler im Bereich der Arzneimittelforschung dar.
Karriere mit einer hohen Dosis Teamgeist
Es liegt auf der Hand, dass wirksame Arzneimittel nur mit der Hilfe hoch qualifizierter Naturwissenschaftler, Mediziner und Informatiker entwickelt werden können. Ein zielgerichtet abgeschlossenes, sehr gutes Studium mit anschließender Promotion und PostDoc-Aufenthalt im Ausland, vorzugsweise in den USA, sind gute Voraussetzungen für den beruflichen Einstieg in der Forschung des Pharma-Unternehmens. „Doch Fachwissen alleine ist keine Garantie für den Erfolg“, erklärt Brigitte Fuchs, Leiterin der Human Resources Abteilung in Deutschland. Die Personalchefin weiter: „Die Entwicklung innovativer Arzneimittel in unserer Pipeline erfordert von den Wissenschaftlern neben hoher fachlicher Qualifikation und unternehmerischem Denken auch einen überdurchschnittlichen Enthusiasmus sowie eine gehörige Portion Kreativität und Teamgeist.“
Größe mit Vorzügen
Ein Unternehmen dieser Größenordnung bietet jungen Berufseinsteigern eine Vielzahl spannender Arbeitsplätze, die sich gerade in der Forschung und Entwicklung nicht wesentlich von kleinen Biotech-Unternehmen unterscheiden. Denn um wettbewerbsfähig zu sein, wird an allen Forschungsstandorten weltweit ein Umfeld geschaffen, das dem eines Biotech-Unternehmens entspricht. Dazu gehört auch die Förderung einer unternehmerischen, innovativen und teamorientierten Kultur. Gegenüber einem Start-up-Unternehmen werden den Mitarbeitern hierbei jedoch erheblich mehr Arbeitsplatzsicherheit und berufliche Entwicklungsperspektiven geboten. Mit den drei Unternehmensbereichen Forschung und Entwicklung, Produktion und Fertigung sowie Marketing und Vertrieb ist das Unternehmen derzeit weltweit in rund 70 Ländern vertreten und unterhält mehr als 100 Kooperationen mit führenden Universitäten, Pharma-Unternehmen, Bio-tech-Firmen und Kliniken. Für Berufseinsteiger der Natur- oder auch Wirtschaftswissenschaften, Medizin und Informatik eröffnen sich daher vielfältige Perspektiven einer möglichen Karriere im In- und Ausland. Das Arbeiten in internationalen Teams setzt sehr gute Fremdsprachenkenntnisse der Mitarbeiter – vor allem in Englisch – voraus. Auch aktuelles Fachwissen ist für den Einstieg und die kontinuierliche Ausübung einer wissenschaftlichen Tätigkeit unerlässlich. Vor diesem Hintergrund investiert das Unternehmen stetig in die Weiterbildung und Entwicklung der Mitarbeiter, was bei kleineren Unternehmen oft aus finanziellen Gründen nicht möglich ist.
Resümee
Stetig wachsende Zahlen von Bewerbern und persönlichen Gesprächen auf Kontaktmessen zeigen: Aventis Pharma ist ein innovatives Pharma-Unternehmen, das sich durchaus mit der Attraktivität von kleinen Start-up-Unternehmen messen kann und diesen gegenüber sogar noch einige wesentliche Vorteile bietet.