14. November 2001
Zwischen Kamelen und Industrieanlagenvon Stefan Trees und Annelie Budde |
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In der Rekordzeit von 24 Monaten wurden die Arbeiten an der neuen Düngemittelanlage verrichtet. Und das, obwohl es zu Projektbeginn noch keinen Strom gibt im ägyptischen Ain Sukhnas, rund 150 Kilometer südlich von Kairo. Auch Wasser- und Erdgasleitungen müssen das neue Industriegebiet erst erschließen. Doch die Zusammenarbeit mit der für den Ausbau der Infrastruktur zuständigen ägyptischen Regierung klappt reibungslos.
„Mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung hat unser Team in Suez gearbeitet“, gibt sich Projektleiter Karl Wilhelm Wiegand zufrieden. „Das hat alle motiviert, und die Anlage konnte frühzeitig fertig gestellt und angefahren werden.“ Er zählt diese Teamleistung zu seinen schönsten Erfahrungen während seiner anderthalbjährigen Tätigkeit auf der Baustelle.
Möglich sind solche Leistungen nach Meinung von Michael Näpel, Bereichsleiter Personal, nur mit qualifizierten, leistungsfähigen und motivierten Mitarbeitern. Das Unternehmen legt deshalb Wert auf Bewerber, die ein Studium bevorzugt der Fachrichtungen Verfahrenstechnik, Chemietechnik, Maschinenbau oder E-Technik mit guten Examensnoten zügig abgeschlossen haben. Gute Englischkenntnisse erleichtern die künftige Arbeit bei weltweiten Einsätzen und die Zusammenarbeit mit ausländischen Kunden und Partnern. Denn das Aufgabenfeld der Ingenieure umfasst nicht nur die Planung im Büro, sondern auch Montageüberwachung und Inbetriebnahme von Anlagen in der ganzen Welt. Selbstredend, dass Mobilität und Flexibilität sowie der Spaß an fremden Ländern und Kulturen vorausgesetzt werden. Pluspunkte sammelt, wer sich diesen Anforderungen bei einem Aufenthalt im Ausland oder durch Praktika bereits einmal gestellt hat. Innovationsfähigkeit und Kreativität bei der Entwicklung und Realisierung technischer Problemlösungen sind weitere wichtige Skills für eine erfolgreiche Karriere beim Anlagenbauer mit seinen 3200 Mitarbeitern weltweit und Hauptsitz in Dortmund.
Ein bis zwei Jahre Training-on-the-Job sind nötig, um erstmals zu einer Baustelle entsandt zu werden. Solche Baustelleneinsätze vor Ort machen langfristig rund 20 – 30 Prozent der Ingenieurtätigkeit bei Krupp Uhde aus. Die Entsendungsdauer variiert je nach Auftragsgröße zwischen rund drei Monaten und zwei Jahren. Die erschwerten Baustellenbedingungen insbesondere im Ausland mit langen Arbeitszeiten, einer fremden Kultur und einem möglicherweise ungewohnten Klima sind die große Herausforderung für jeden der Mitarbeiter.
Dass die Arbeit im Ausland aber auch persönlich bildet, beweist Projektleiter Karl-Wilhelm Wiegand: „Ganz nebenbei bin ich in den anderthalb Jahren meines Baustelleneinsatzes zum Sinai-Experten geworden“, schmunzelt er. „Für die dortigen Sehenswürdigkeiten, wie Katharinenkloster, Berg Moses, Coloured Canyon und Ras Mohamed, würde ich heute einen guten Reiseführer abgeben.“
Typische Einstiegsbereiche: