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Ausland

11.05.2004

"Im Zenit der Schaffenskraft"

von Sabine Ludwig
Journal

Ob als Elektroingenieur in Botswana, als Bauingenieur in Afghanistan oder als Agraringenieurin in Kamerun - Entwicklungshelfer haben eines gemeinsam: Sie machen Erfahrungen, die ihr eigenes Leben und das Leben der Menschen vor Ort verändern.

"Durch die Erfahrungen in Afrika habe ich gelernt, effizienter und viel durchdachter zu arbeiten", erklärt Wilhelm Lauterbach. Der Elektrotechnikingenieur aus Roth bei Nürnberg war in Botsuana mehrere Jahre lang als Ausbildungsleiter in einer Berufsschule tätig. "Früher habe ich viel weniger erfolgsorientiert gearbeitet", gibt der 43-Jährige zu. Mehr Toleranz und Erfahrung hätte er mitgenommen. "Die Arbeit hat mich sehr viel weiter gebracht. Heute fühle ich mich im Zenit meiner Schaffenskraft", schwärmt er.

Ingenieure im Entwicklungsdienst
Rund 1000 Fachkräfte arbeiten zurzeit in 43 Partnerländern des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) in Lateinamerika, Afrika und Asien. Der DED sucht laufend Fachkräfte mit Studium oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung und mindestens zwei Jahren Berufserfahrung für interessante Auslandstätigkeiten in den Bereichen Agrar-, Wasserbau-, Elektro-, Forst- und Tiefbauingenieurwesen.

Seit 40 Jahren waren rund 13 000 Entwicklungshelferinnen und -helfer weltweit im Einsatz. Die meisten von ihnen haben eines gemein: Ihre im Ausland gesammelten Erfahrungen waren durchaus positiv und ziehen sich auch weiterhin wie ein roter Faden durch ihr Leben.

Baustellen in Afghanistan
So auch bei dem Architekten Reiner Müller. Für ein Jahr war er in Afghanistan. Beim Wiederaufbau eines zerstörten Landes zu helfen und selbst mit anzupacken, ist für den Delmenhorster die größte Herausforderung. Mittlerweile kennt er die Baustellen von Kabul bis Herat. Mit Übersetzern hat er vor Ort gearbeitet und dabei auch das Land gut kennen gelernt. "Die Afghanen freuten sich über uns. Wir wohnten mitten unter ihnen. Anders als die Soldaten, die sie nur vom Streifendienst her kennen", betont der 50-Jährige.

Bauern in Kamerun
Katharina Desch ist Agraringenieurin mit Schwerpunkt Sozialökonomie. Für den DED arbeitet sie in Maroua im Norden Kameruns mit Bauerngruppen und einheimischen Organisationen zusammen. "Ich prüfe die Anträge auf Finanzierung von Kleinprojekten. Frauengruppen möchten häufig Getreidemühlen, um sich die kilometerweiten Wege zur nächsten Mühle zu ersparen." Außerdem seien die Dörfer in der Regenzeit oft abgeschnitten. "Da geht es nicht nur allein um die Verbesserung der Lebensqualität, sondern auch um Selbstversorgung und um die Schaffung eines Einkommens durch den Verkauf des gemahlenen Getreides", erklärt die 34-Jährige. Und bei Anträgen auf die Pflanzung einer Baumschule oder den Anbau von Nutzhölzern und Obstbäumen ist neben dem ökonomischen Know-how besonders ihr Wissen als Agrarexpertin gefragt.
So können alle drei - Wilhelm Lauterbach, Reiner Müller und Katharina Desch - ihre Kenntnisse vor Ort ein- und umsetzen.

ZUR AUTORIN:
Sabine Ludwig ist Redakteurin und arbeitet im Referat Öffentlichkeitsarbeit des DED.
Kontakt und Infos: www.ded.de Externer Link


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