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Ausland

15.07.2005

Auslandsarbeitsplätze sind weiterhin sehr beliebt

von Thomas Böttcher
Journal

Die Deutschen fürchten immer mehr um ihre beruflichen Perspektiven im Standort Deutschland. Deshalb erwägen viele – vor allem Akademiker – den Umzug ins Ausland.

Genaue Zahlen darüber, wie viele Menschen dem Beruf zuliebe ihrer Heimat den Rücken kehren, gibt es nicht. Experten schätzen, dass ein Großteil der 120.000 Deutschen, die laut dem Statistischen Bundesamt 2004 ausgewandert sind, wegen des Job umgezogen sind.

Auch für die Karriere sind ein Auslandsaufenthalt und die damit verbundene internationale Erfahrung durchaus hilfreich. „Auf viele junge Akademiker wird früher oder später ein längerer Auslandsaufenthalt oder gar ein Auswandern auf Zeit zukommen. Dann sollten sie gut vorbereitet sein“, so Dr. Matthias Zünkler, Studienleiter der Academy for Management Assistants (AMA), einer privaten Akademie, die seit mehr als 25 Jahren in einem vier- bis sechssemestrigen Grundstudium Management-Assistentinnen und -Assistenten ausbildet. Die Studentinnen und Studenten erwerben im Studium sowie bei den In- und Auslandspraktika und den Auslandssemestern das Handwerkszeug zur Karriere im Management. Möglich sind Abschlüsse als fremdsprachliche Assistentin / fremdsprachlicher Assistent, als Europa Assistentin / Assistent oder als Internationale Direktionsassistentin / Internationaler Direktionsassistent.

„Erfahrungen im Ausland zu sammeln ist meiner Meinung nach angesichts der Globalisierung absolut wichtig, wenn man im Management Karriere machen will. Die meisten mittleren und großen Unternehmen bewegen sich auf internationaler Ebene“, so Veronika Koemm (24), AMA-Absolventin, die mittlerweile seit zwei Jahren in Spanien lebt und arbeitet. Die 24-Jährige ist bei dem internationalen Schuhunternehmen Pikolinos im Bereich Internationale Kommunikation und Planung tätig und betreut Deutschland, Polen und die Niederlande.

„Auslandserfahrung ist vor allem in typischen Aufstiegsberufen von Akademikern immer wichtiger“, bestätigt Elisabeth Weber von Eures, dem European Employment Service der Agenturen für Arbeit. „Die meisten großen Unternehmen sind global tätig, haben Kontakte und Tochterfirmen überall auf der Welt. Man erweitert nicht nur seine Sprachkenntnisse und sieht, wie es anderswo zugeht, sondern trainiert auch die eigene Persönlichkeit in Sachen Offenheit, Toleranz, Flexibilität und Mobilität“, so die Expertin. Auch Veronika Koemm hat von ihrem Auslandspraktikum während des Studiums profitiert: „Ich habe sehr schnell die Sprache gelernt, es war menschlich eine wichtige Erfahrung – und ich habe gelernt mich anzupassen, unabhängig zu werden. Auslandsaufenthalte sind sehr wichtig für die Karriere im Management, so bekommt man ein besseres Verständnis für die Kulturen und Sprachen. Man kann mehr Kontakte knüpfen und sich so Perspektiven und Möglichkeiten eröffnen.“

Gute Aussichten auf einen späteren Job im Ausland hat deshalb, wer schon als Student Auslandserfahrungen sammeln konnte. „Deutsche Arbeitskräfte genießen im Ausland einen guten Ruf“, meint Sabine Seidler von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV). „Auswanderer sind höher qualifiziert, flexibler und engagierter als der Durchschnitt“, ergänzt Martin Werding, Sozialpolitik-Experte beim Münchner Ifo-Institut.

Wer sich ernsthaft damit befasst, im Ausland zu arbeiten, sollte sich allerdings immer nur auf eine bestimmte Zeit festlegen lassen, denn Arbeitsberater warnen davor, zu lange weg zu bleiben. Wichtig ist auch, sich schon vor der Ausreise bereits mit der Rückkehr zu befassen.
„Wir empfehlen, nicht länger als fünf Jahre ins Ausland zu gehen“, sagt Sabine Seidler. „Wenn man länger bleibt, verliert man die Netzwerke im eigenen Land und das nötige Know-how“.

Mehr Informationen zur AMA:
www.ama-ibs.de/lippstadt/ama/wir/wir.php Externer Link


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