Der Diversity Manager

Diversity ist noch ein relativ junges Thema in der europäischen Unternehmenswelt, das aber in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt. Was macht ein Diversity Manager?

Diversity bedeutet wörtlich übersetzt Vielfalt oder Verschiedenartigkeit. Bei der Ford- Werke AG steht dieser Begriff für die Vielfalt der Mitarbeiter des Unternehmens. Sie wird als Stärke in einem Unternehmen verstanden, in dem Mitarbeiter aus über 57 Nationen zusammenarbeiten. Deshalb ist Diversity bereits seit 1996 ein Eckpfeiler der weltweiten Ford-Unternehmenskultur. Neben anderen Elementen geht es dabei im wesentlichen um die Wertschätzung einer jeden Mitarbeiterin und eines jeden Mitarbeiters, unabhängig davon, welchen Geschlechts, welcher Nationalität, Religion, sexueller Orientierung oder gesellschaftlichen Gruppe sie oder er angehört.

Diversity ist daher kein Programm oder Initiative. Mit dieser Aufgabe verbindet sich vielmehr der ganzheitliche Ansatz, die Unterschiede der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Chance für diese selbst und das Unternehmen zu verstehen. Bei Ford gibt es seit Januar 2001 die Funktion eines Diversity Manager.

Aufgaben eines Diversity Managers

Der Diversity Managers setzt diesen ganzheitlichen Ansatz um. Das bedeutet, neben anderem, operative Personalprozesse anzustoßen und zu unterstützen. Dabei geht es in erster Linie um die Kommunikation mit verschiedenen Interessengruppen und -bereichen. So arbeitet der Manager eng mit dem Bereich Human Resources, der Arbeitnehmervertretung sowie internen wie externen Diversity-Gruppen/Organisationen zusammen. Zu den weiteren Aufgaben eines Diversity Managers gehört die Unterstützung des Vorstands bei Fragen der strategischen Ausrichtung von Diversity und die Umsetzung konkreter Projekte.

Vielfalt im Betrieb

So haben sich im Laufe der Zeit Mitarbeitergruppen gebildet, die unterschiedliche Schwerpunktthemen vertreten: zum Beispiel das Netzwerk „Women’s Engineering Panel“ (WEP). Darin werben Ford-Ingenieurinnen an Universitäten für mehr Interesse an dem Ingenierberuf. Unsere türkische Mitarbeitergruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, die Marke Ford in Deutschland und der Türkei noch attraktiver zu machen. Daneben ist Ford GLOBE, die „Gay, Lesbian Or Bisexual Employees“-Interessenvertretung, unbedingt zu nennen.

Ergebnisse einer Vielfalt

Es sind mittlerweile konkrete Projekte aus diesen Interessenvertretungen erwachsen: Beispielsweise „Ford Pänz“, ein betriebsinterner Kindergarten, der bei Bedarf den Mitarbeitern zur Verfügung steht. Im Februar 2002 wurde die „Betriebsvereinbarung zu partnerschaftlichem Verhalten am Arbeitsplatz“ abgeschlossen. Daneben ist die Gewährung einer Hinterbliebenen-Betriebsrente für eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften seit Anfang 2003 aus diesem ganzheitlichen Ansatz erwachsen.

Die Kompetenzen eines Diversity Managers

Die Aufgabenvielfalt spiegelt sich auch im Kompetenzprofil eines Diversity Managers wider. Neben kommunikativen Fähigkeiten und einem Interesse am Thema, stehen ein hohes Maß an Sensibilität für die Belange unterschiedlicher Menschen ganz oben auf der Anforderungsliste. Die Bandbreite der nötigen Kompetenzen wird zudem deutlich, wenn der Manager gefordert ist, ein Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Diversity und dem Unternehmenserfolg zu entwickeln. Die vielfältigen Qualitätsansprüche unserer Kunden sind hierbei ebenso wie die Veränderungen im Arbeitsmarkt angesichts immer älter werdender Mitarbeiter starke Argumente für diese Aufgabe.Daher liegt die Zukunft von Diversity und Diversity Management darin, einerseits die Wertschätzung der Unterschiede der Mitarbeiter hervorzuheben und andererseits den aus diesem Respekt geknüpften Erfolg für das Unternehmen aufzuzeigen.

Zum Autor:

Hans W. Jablonski, geb. 1961, ist studierter „Diplom Volkswirt“. Seit Anfang 2003 ist er Diversity Manager bei der Ford Werke AG in Köln für Deutschland.