07.05.02
IT im Mittelstand / Start-up mit Perspektivevon Robert Piterek |
PiroNet NDH
Die Pironet NDH ist ein klassisches Beispiel für ein mittelständisches IT-Unternehmen der New Economy. Gegründet: 1995, Mitarbeiterzahl: rund 200, Umsatz im vergangenen Jahr: 24 Millionen Euro. Die Firma mit Hauptsitz im Technologiepark Köln ist spezialisiert auf Web Content Management-Software. Ihr Erfolgskonzept fußte in den vergangenen Jahren wie auch heute insbesondere auf einem Produkt: der Content Management-Software pirobase, die den Aufbau und die Pflege von Intra-, Extra- und Internet-Umgebungen ermöglicht. Heute kämpft das Unternehmen, wie viele andere dieser Größenordnung, „um die schwarze Null in der Bilanz“. Größere Expansionen und damit einhergehende zusätzliche Einstellungen wurden erst einmal auf Eis gelegt. Da jedoch immer eine gewisse Fluktuation besteht, sind regelmäßig Ersatzeinstellungen nötig. Gegenwärtig sucht Pironet erfahrende Entwickler mit Java-Kenntnissen, Datenbankadministratoren, Vertriebsleute und einen technischen Redakteur.
Erfahrung zählt
Kirsten Bort, Ausbildungsleiterin des Unternehmens: „Bisher wurden in vielen Unternehmen auschließlich Hochschulabsolventen eingestellt. Heute sind aber nicht mehr nur künftige Projektmanager gefragt, sondern verstärkt Mitarbeiter mit sehr tiefen und umfangreichen Programmierkenntnissen“. Insgesamt rechnet sie bei mittelständischen Unternehmen mit einem vorsichtigeren Einstellungsverhalten als in der Vergangenheit. Erfahrenen Fachkräften, die ihr Wissen in einer fundierten Ausbildung erworben haben, räumt die 26jährige die besten Chancen im Mittelstand ein. Pironet bildet auch selbst aus: Ausbildungsberufe sind Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und Systemintegration, Mediengestalter und IT-Systemkaufleute.
Gute Adresse für Berufseinsteiger
Für Berufseinsteiger ist das Start-up-Unternehmen eine gute Adresse: 15 Prozent der Belegschaft besteht aus Auszubildenden und Trainees in verschiedenen Berufen und Lehrjahren. Das Fachabitur und Grundkenntnisse in EDV genügen für die Zulassung zu einem halbtägigen Aufnahmetest.
Die Vorteile eines mittelständischen IT-Unternehmens sieht sie besonders in der breiten Erfahrungspalette, die Einsteiger sammeln können. „Bei großen IT-Unternehmen kommen standarisierte Anfragen, z.B. zum Hochgeschwindigkeits-Internetzugang DSL, bei uns sind die Anfragen vielfältig,“ so Bort. Gut sei auch, dass bei „kleineren Unternehmen alles etwas unbürokratischer ist.“ Dafür werde aber auch mehr Selbstständigkeit bei der Arbeit erwartet. Unterschiede bei den Gehältern sieht sie nicht: „Es gibt allenfalls Unterschiede bei den Sozialleistungen, denn eine eigene Pensions- oder Krankenkasse wie manche Großunternehmen, haben wir nicht. “Studieneinsteigern, die sich gezielt auf eine Arbeitsstelle in der IT-Branche vorbereiten wollen, rät die Personalerin zu ungewöhnlichen Fächerkombinationen. Erfolgversprechend sei die Verbindung von Marketing oder Steuerlehre mit Wirtschaftsinformatik, um auf der einen Seite selbst Programme bauen und auf der anderen die Anforderungen dieser spezialisierten Fachbereiche verstehen zu können.
Beiträge im karriereführer Online-Special: IT im Mittelstand: