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Arbeitswelt

07.04.2005

Die Menschen hinter den Medienmachern

von Sabine Olschner

Die Medienbranche übt auf Berufseinsteiger nach wie vor eine große Faszination aus. Rasende Reporter, flippige Moderatoren, Stars und Sternchen prägen das Bild der Medien. Doch hinter allem Glamour stehen immer auch Verlage und Wirtschaftsunternehmen, die Berufseinsteigern vielfältige Einstiegsmöglichkeiten bieten.

Fernseh-, Radio- und Zeitungsredaktionen sind die eine Seite der Medienwirtschaft. Hier arbeiten Redakteure, Moderatoren, Bildgestalter und viele andere kreative Köpfe. Doch alle Medien, gleich ob Rundfunk oder Presse, müssen letztendlich Geld verdienen – Kreativität allein füllt noch nicht den Geldbeutel. Also braucht es im Hintergrund Menschen, die die kaufmännischen Aufgaben nicht aus den Augen verlieren. Anzeigen müssen verkauft, Budgets geplant und Ausgaben kontrolliert werden. Hier sind vor allem Betriebswirtschaftler gefragt.

Wer mit einem wirtschaftlichen Studium in einem Medienunternehmen einsteigen möchte, sollte also seinen Blick auf die Traineeprogramme werfen, die von den großen Verlagen angeboten werden – so zum Beispiel bei Hubert Burda Media. In zwölf Monaten durchlaufen die Verlagstrainees alle wichtigen Stationen im Haus: vom Anzeigenmarketing über die Verlagsleitung und den Vertrieb bis hin zum Direktmarketing. „In einem Assessment Center, mit dem wir unsere Bewerber auswählen, wird entschieden, welche Abteilung der Stammbereich des Absolventen wird“, erläutert Sabine Hofer aus der Personalentwicklung von Hubert Burda Media. Sieben bis neun Trainees stellt Burda jährlich neu ein.

Medien-Affinität ist ein Muss
Voraussetzung für das Traineeprogramm ist zunächst ein abgeschlossenes Hochschulstudium, am besten gepaart mit Marketing-Kenntnissen, wobei die Studienrichtung erst einmal zweitrangig ist. Darüber hinaus sollten die Bewerber unternehmerisches Denken, Team- und Kommunikationsfähigkeit aufweisen und „natürlich eine gewisse Medien-Affinität mitbringen“, so Sabine Hofer.

Dass der Berufseinstieg in einem Medienkonzern etwas anderes ist als zum Beispiel in einem Industriekonzern, meint auch Swantje Brümmer von Gruner+Jahr. „Medien sind einfach ein lebendiges Produkt, das täglich oder wöchentlich wieder neu geschaffen werden muss“, so die Personalentwicklerin. „Das politische und wirtschaftliche Tagesgeschehen spielt auch in den kaufmännischen Abteilungen eine Rolle.“

Schnuppern in der Redaktion
Die Traineeprogramme bei Gruner+Jahr dauern 14 Monate und beinhalten auch eine Station in der Redaktion und einen rund zweimonatigen Einsatz im Ausland. Die Länge der Aufenthalte in den einzelnen Stationen richtet sich nach den Aufgaben, die die Trainees dort übernehmen, sie liegen zwischen drei bis vier Wochen (in der Redaktion) und vier Monaten (im Anzeigenverkauf). In verschiedenen Seminaren lernen die Berufseinsteiger zudem verlagsspezifische Themen wie den Zeitschriftenjournalismus kennen oder können ihre persönlichen Stärken weiter entwickeln. Neben regelmäßigen Gesprächen mit dem zuständigen Betreuer stehen den Trainees Tutoren aus der Geschäftsleitung zur Seite.

Den direkten Kontakt zur Geschäftsführung haben auch Einsteiger, die bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck im Bereich Projektmanagement anfangen. Zu Holtzbrinck gehören unter anderem DIE ZEIT und die Verlagsgruppe Handelsblatt. Die Holtzbrinck-Projektleiter begleiten zum Beispiel Produktinnovationen oder Unternehmenskäufe und -verkäufe. Das Programm, mit dem sich die Teilnehmer für eine Führungsposition in einem der Beteiligungsunternehmen der Verlagsgruppe qualifizieren, dauert 18 bis 24 Monate. Ebenso lange dauert das Einstiegsprogramm „Start Finance“ für Junior-Controller. Sie sind zum Beispiel zuständig für die Aufbereitung und Interpretation der betriebswirtschaftlichen Daten und kümmern sich um die Erstellung von Monats- und Jahresabschlüssen.
Vor allem die internationalen Medienkonzerne sind weltweit in zahlreichen Ländern aktiv. Dementsprechend groß sind Möglichkeiten für einen Auslandseinsatz. „Wer Erfahrung in unserem Haus gesammelt und die notwendigen Kontakte geknüpft hat“, so Gert Stürzebecher, Leiter der Managemententwicklung bei der Bertelsmann AG, „hat eine gute Chance, für Projekte ins Ausland zu gehen.“

Für Top-Absolventen
Für einige wenige High Potentials mit einem hervorragenden Studienabschluss und Zusatzqualifikationen wie MBA oder Promotion bietet Bertelsmann spezielle Programme an. Das Gros der Bewerber steigt jedoch direkt in einem der sechs Unternehmensbereiche (RTL Group, Random House, G+J, BMG, Arvato, Direct Group) ein.
Gesucht werden unternehmerische Kandidaten aller Studienrichtungen, die eine starke Affinität zu Medien haben. Auslandspraktika oder -studium sind ebenso gern gesehen wie Fremdsprachenkenntnisse und außeruniversitäres Engagement. Wer sich mit seiner Bewerbung durchsetzt, kann sich auf eine verantwortungsvolle Aufgabe im operativen oder im strategischen Bereich freuen.

Die Beispiele für Einstiegsmöglichkeiten in der Medienwirtschaft zeigen: Nicht nur die Tätigkeit in Studios und Redaktionen bietet ein abwechslungsreiches Arbeitsfeld. Auch den Menschen hinter den Medienmachern bieten sich zahlreiche interessante Aufgaben.



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