07.06.2005
CEMS-Studie zeichnet das Profil von Europas Managernachwuchsvon Thomas Böttcher |
Die im März/April 2005 durchgeführte Befragung richtete sich an fast 1.700 Absolventen des CEMS Master in International Management (CEMS MIM). Das von Akademikern und Managern gemeinsam konzipierte CEMS MIM-Programm verbindet eine Hochschulausbildung mit praktischem Management und gewährt den Studenten dadurch Einblicke in die Arbeitsprozesse internationaler Unternehmen. Dank der Antworten von insgesamt 558 Teilnehmern, die auf durchschnittlich fünf Jahre Berufserfahrung zurückblicken können, liefert die Studie verlässliche Erkenntnisse über die Top-Manager von morgen.
Hohe Mobilität und Internationalität
Von Europas Jungmanagern wird heute ein hohes Maß an Mobilität und Anpassungsfähigkeit erwartet. So haben die Befragten in ihrem im Durchschnitt fünfjährigen Berufsleben schon mehr als 40 Prozent im Ausland verbracht. Jeder Fünfte hat bereits für mindestens sechs Monate in drei oder mehr Ländern gelebt. Selbst jene, die in ihrem Heimatland geblieben sind, betonen die internationale Dimension ihres Postens: Drei Viertel beschreiben ihre Arbeit als „international“.
Polyglotte Manager für multinationale Unternehmen
Der europäischen Managerelite genügt es nicht, lediglich die englische Sprache zu beherrschen, trotz deren ungebrochener Bedeutung. Die Studie zeigt, dass Fremdsprachen ein zentraler Aspekt des CEMS MIM sind und die Absolventen durch ihre gesamte Karriere begleiten. So verfügen 90 Prozent der Befragten über gute bis sehr gute Kenntnisse in mindestens drei Sprachen, die sie bei ihrer täglichen Arbeit auch benötigen. Der gleiche Anteil gibt an, zumindest in zwei Sprachen regelmäßig zu kommunizieren. Neben Englisch, das von 99 Prozent der Befragten fließend gesprochen wird, sind die am häufigsten benötigten Geschäftssprachen Französisch (34 Prozent), Deutsch (27 Prozent) und Spanisch (15 Prozent).
Für CEMS-Alumni ist die Arbeit in einem multikulturellen Umfeld eine Selbstverständlichkeit. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) sind täglich in Kontakt mit Menschen aus mindestens vier Nationen, weitere 25 Prozent arbeiten regelmäßig zumindest mit drei Nationalitäten zusammen.
Karriere-Einstieg und Aufstieg
Eine separate Studie konzentriert sich auf die CEMS-Absolventen des Vorjahres und zeigt, dass diese eine glänzende Zukunft vor sich haben: 80 Prozent von ihnen hatten zum Zeitpunkt ihres Abschlusses bereits eine Stelle gefunden und verdienten durchschnittlich 37.000 Euro. Von ihnen arbeiten 26% im Bereich Management Consulting, elf Prozent im Auditing und acht Prozent im Bankwesen.
Die Alumni-Studie belegt, dass die CEMS-Absolventen vergleichsweise schnell Positionen mit hoher Verantwortung besetzen. Ihr Aufstieg wird durch den Anstieg ihrer Gehälter sichtbar: Der Durchschnittsverdienst der Befragten hat sich innerhalb der ersten fünf Berufsjahre beinahe verdoppelt. Allerdings bestehen große Gehaltsunterschiede im Hinblick auf Position, Tätigkeitsbereich und Standort.
Fast drei Viertel der Befragten arbeiten für multinationale Konzerne, die meist mehr als 10.000 Personen beschäftigen. Nahezu jeder Dritte ist derzeit für eine Firma tätig, die zu den Corporate Partners der CEMS zählt oder zählte. Bank- und Finanzwesen, Management Consulting und Auditing sowie die Konsumartikelbranche verzeichnen einen besonders hohen Zulauf.
Was motiviert Europas beste Manager?
Die CEMS-Alumni bewerteten auch den Einfluss bestimmter Faktoren auf den beruflichen Aufstieg. Das wichtigste Erfolgskriterium für zukünftige Manager ist demnach die Fähigkeit zur Arbeit in einer sich verändernden Umgebung und zur Bearbeitung wechselnder Aufgaben. Mehr als zwei Drittel nannten diese Fertigkeiten als erstes – vor kommunikativen Fähigkeiten (57 Prozent), Fremdsprachenkenntnissen (46 Prozent), Flexibilität (43 Prozent) und internationaler Erfahrung (33 Prozent). Entgegen der landläufigen Meinung werden junge Führungskräfte nicht ausschließlich durch finanzielle Anreize motiviert. Stattdessen stellen sie Inhalt und Herausforderung ihrer Tätigkeit über alles andere. Über 70 Prozent halten diesen Aspekt für besonders wichtig. Der Verdienst ist dagegen nur für 37 Prozent „besonders wichtig“. Andere Faktoren, die internationale Manager bei ihrer täglichen Arbeit motivieren, sind Freiraum und Unabhängigkeit (53 Prozent), die Zusammenarbeit mit Kollegen (52 Prozent), der direkte Kontakt zum Vorgesetzten (51 Prozent) und der Grad der Verantwortung (47 Prozent).