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Arbeitsmarkt

22.08.2003

Zeitarbeit: Brücke zum Job für Akademiker?

von Robert Piterek

Die Zeitarbeit gewinnt bei Akademikern zunehmend an Akzeptanz. Seit 2000 hat sich der Anteil studierter Leiharbeiter von fünf auf zehn Prozent verdoppelt, teilte der Geschäftsführer des Zeitarbeitsverbands iGZ, Werner Stolz, mit. Im selben Zeitraum ist die Vermittlungsrate um zehn bis 20 Prozent gesunken.

Werner Stolz ist Geschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Der Verband vertritt 400 mittelständische Unternehmen, die je zwischen 80 und 2.000 Zeitarbeitskräfte befristet beschäftigen.

Manager auf Zeit

Die "Leiharbeit" hat sich inzwischen bis in die obersten Führungsetagen ausgebreitet. Mittlerweile gibt es auch die Manager auf Zeit, die bei drohender Insolvenz, deutlichen Umsatzrückgängen oder Unklarheit bei der Führungsnachfolge eingesetzt werden. Ihre Zahl beträgt bundesweit bereits 6.000. Seit August sind die so genannten Interimsmanager im Dachverband Deutscher Interim Manager (DDIM) repräsentiert.

Umsätze zurückgegangen

Bis zum Jahr 2000 boomte die Zeitarbeitsbranche. Doch die Umsatzzuwächse von 20 Prozent per annum über einen Zeitraum von acht Jahren wurden in den vergangenen drei Jahren durch fast ebenso hohe Umsatzrückgänge abgelöst. Grund ist der iGZ zufolge, dass die Unternehmen bei Konjunktureinbrücken zuerst auf Zeitarbeiter verzichten, um die Stammbelegschaft zu halten. Im Jahr 2001 erwirtschafteten die 4.123 deutschen Zeitarbeitsfirmen 6,4 Milliarden Euro.

Jeder Dritte bekommt Festanstellung

Laut dem Bundesverband Zeitarbeit (BZA) wurden im Jahr 2001 insgesamt 781.973 Leiharbeiter - fast ein Prozent der deutschen Bevölkerung - eingesetzt: ein Anstieg um 280.000 im Verlaufe von vier Jahren. 23 Prozent davon waren Frauen. Eine Festanstellung erhält nach BZA-Angaben jeder dritte der zunächst auf Zeit beschäftigten Leiharbeiter. Inzwischen haben BZA und iGZ auch Tarifverträge für Leiharbeiter ausgehandelt. Sie gelten ab 2004 und garantieren einen Mindeststundensatz von 6,85 Euro. Zirka 33 Prozent der Leiharbeiter sind in der Metall- und Elektrobranche beschäftigt. 14 Prozent arbeiten in den verschiedenen Dienstleistungsbranchen und 13 Prozent in Verwaltungen. Groß ist auch der Anteil der von Zeitarbeitsfirmen vermittelten Stellen, die kaum Qualifikationen voraussetzen: Weit über ein Viertel der Zeitarbeiter sind Lagerarbeiter oder Küchenhelfer.

Quelle: www.stern.de

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